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Cover von Riverside -- Second Life Syndrome
Band: Riverside Homepage  Metalnews nach 'Riverside' durchsuchenRiverside
Album:Second Life Syndrome
Genre:Prog-Metal, Progressive
Label:InsideOut
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:28.10.05
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"Polnische Prog Power"

Das polnische Prog Metal-Quartett RIVERSIDE meldet sich mit seiner zweiten Langrille „Second Life Syndrome“ auf eine eindrucksvolle Weise zurück. War der erste Output „Out Of Myself“ schon ein wahrer Ohrenschmaus, legen RIVERSIDE hier noch mal ein paar Schäufelchen mehr Intensität und Heavyness nach, dass der Schornstein auch nur so qualmt.

Düstere Klangwelten treffen auf brettharte Gitarren und treibende Drums. Eingängige Melodien wechseln sich mit Verspielten. Als Vater im Geiste würde ich hier PORCUPINE TREE als die großen Vorbilder heranziehen, da die Polen ähnlich progressiv und zugleich auch aggressiv zu Werke gehen. Schöne Harmonielinien werden bei den Polen gebildet und verschmelzen förmlich mit metalartigen Groove-Ausläufern.

Von Keyboardteppichen eingebettet, die aber nie zu aufdringlich klingen sondern immer schön dezent die Gesamtgrundstimmung weitertragen, verschlägt es den Hörer in eine harte, düstere und zugleich doch zerbrechliche Welt. Dass das erst der zweite Silberling des Prog-Vierers ist, wagt man gar nicht zu glauben, so professionell erscheint das alles.

War „Out Of Myself“ noch als eine Art „Selbstfindungsphase“ zu betrachten, erblühen bei „Second Life Syndrome“ die schon reifen Knospen zu wahrer Schönheit. Das Keyboard, wie schon erwähnt, hält sich immer im melodischen Hintergrund, die Gitarre erschafft das eine oder andere mal göttliche Soli (alleine bei „Conceiving You“ kullern schon die eine oder andere Träne die Wange hinab) oder prescht mit einem wahren Riff-Inferno vorwärts, die sogar aus der Feder von Mr. Åkerfeldt stammen könnten. Der Bass und das Schlagzeug bilden den schön wippenden und manchmal auch vertrackten Part im Soundkleid der Progressiven und der Sänger kann auch gut singen. Manchmal klingt er zwar etwas zu kraftlos aber das passt vielleicht auch ganz gut in die Düsternis des Albums.

„Second Life Syndrome“ ist Teil einer Trilogie und bildet damit den zweiten Teil (denn aller guten Trilogien sind bekanntlich Drei). Textinhaltlich dreht es sich um einen einsamen Menschen der versucht seine wahre Bestimmung und sein wahres Ich zu finden. Und bis dahin ist es ein steiniger Weg.
Hauptkern der Platte, bzw. akustischen Höhepunkt, bietet das 15-minütige „Second Life Syndrome“, dass stellenweise schon in die Jazz-Fusion Richtung abdriftet, aber dennoch niemals die Kontrolle verliert. Man könnte „SLD“ auch fast als Wendepunkt der Platte bezeichnen nämlich exakt ein Song später („Artificial Smile“) drehen die Polen auf einmal so richtig auf. Der Sänger fängt stellenweise sogar das Brüllen an, die Riffs der Gitarre werden härter, die Rhythmen deftiger.

Im Großen und Ganzen ist „Second Life Syndrome“ für alle Leute gedacht, die eben progressiven Rock und Metal hören, PORCUPINE TREE, ANATHEMA und Konsorten zu ihren Faves zählen und sich auch an sich nicht durch schöne Melodiebögen abschrecken lassen. Das Album ist eine absolute Kaufempfehlung.

Trackliste:
1.After
2.Volte-Face
3.Conceiving you
4.Second life syndrome
5.Artificial smile
6.I turned you down
7.Reality dream III
8.Dance with the shadow
9.Before


Lorenz von König [LvK]
08.11.2005 | 15:14
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