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Album:Rapid Foray
Genre:Heavy Metal
Label:Steamhammer
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:26.08.16
CD kaufen:'Running Wild - Rapid Foray' bei amazon.de kaufen
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"Und Running Wild spielt Running Wild"

Seit vier Jahren wieder aktiv sind die Hamburger Heavy Metal-Urgesteine RUNNING WILD im Live-Sektor zwar sträflich unterrepräsentiert, veröffentlichen aber doch wieder im üblichen Zwe-Jahres-Takt neue Alben. Nachdem es bereits auf „Resilient“ deutlich piratiger zuging als noch auf dem etwas eigentümlichen „Shadowmaker“, legt das Mantel und Degen-Artwork von „Rapid Foray“ nahe, dass die Seeräuber nun endgültig wieder im Schaffen von Rock 'n' Rolf Kasparek Einzug gehalten haben. Werden RUNNING WILD dem Geist ihrer klassischen Alben neues Leben einhauchen können?

Vor vielen Jahren witzelte die schwermetallene Blödeltruppe J.B.O.auf ihrem Album „Meister der Musik“:“Und RUNNING WILD spielt RUNNIG WILD!“ Was damals sicherlich als Seitenhieb in Richtung Rolf Kasparek und seinem Songwriting-Talent zu verstehen war, könnte heute der sehnlichste Wunsch vieler Fans der Heavy Metal-Seeräuber sein, die die letzten beiden Alben der Truppe gehört haben – würden RUNNING WILD doch endlich wieder wie RUNNING WILD klingen. Auf „Rapid Foray“ wird dieser Wunsch nun genau so erfüllt, wie J.B.O.einst vorhersagten, denn das dritte Album seit Rückkehr der Band steckt voller Selbstzitate: Schon in „Black Skies Red Flag“ sowie „Warmongers“ gibt es das charakteristisch Schrammel-Riffing gepaart mit den typischen RUNNING WILD-Harmonien, die an Segelschiffe in der Gischt denken lassen - hier fühlen sich Fans der Truppe sofort zuhause. Auch der Titeltrack sowie „Black Bart“ und „Into The West“ schielen mehr als deutlich in Richtung der Glanzzeiten dieser Band und stellen in jeder Hinsicht authentische RUNNING WILD-Songs dar. Ob man das nun als Rückkehr zum klassischen Sound der Truppe oder als schamloses Selbstzitat bzw. plumpe Anbiederung an selige „Port Royal“-Zeiten ansehen will, ist Sache des Betrachters. In jedem Fall ist es schön zu hören, dass Rock 'n' Rolf und seine Mannschaft wieder mehr in Richtung ihres typischen Sounds gehen und im Falle der genannten Nummern sind dabei ja auch ein paar wirklich gute Songs herausgekommen. Dass das Ganze nicht das Niveau der stilbildenden RUNNING WILD-Platten erreichen würde, dürfte wohl ohnehin jedem klar sein. Mit „Stick To You Guns“ gibt es dann zur Abwechslung einen treibenden Hard Rock-Stampfer. Diese Facette seines Sounds hat Kapitätn Kasparek mit seinem Comeback-Album „Shadowmaker“ erstmals verstärkt ausgelotet und während man unter der Flagge von RUNNING WILD sicherlich kein ganzes Album voller solcher Songs braucht, bietet diese Nummer hier doch einen schönen Kontrast und macht tierisch Spaß. Und mit dem hymnischen „By The Blood In Your Heart“ huldigt der Bandkopf dann einmal mehr THIN LIZZY und wenngleich dieser Song sicher nicht zu den absoluten Highlights von „Rapid Foray“ gehört, legt der einprägsame Refrain doch nahe, dass die Nummer auf Konzerten recht schnell zünden könnte. Das wachsende kompositorische Selbstbewusstsein des Bandchefs macht sich auch in „The Depth Of The Sea – Nautilus“ bemerkbar, einem ziemlich gelungenen weil atmosphärischen Instrumental, das sogar die ein oder andere Überraschung zu bieten hat. So zeigt sich nicht zuletzt am fast zwölfminütigen Epos „Last Of The Mohicans“, dass sich Commodore Kasparek diesmal wohl etwas mehr als eine halbe Stunde pro Song Zeit genommen hat und das schlägt sich im bisher differenziertesten Songwriting seit der Rückkehr von RUNNING WILD nieder.

Offenbar tastet sich Rock 'n' Rolf Kasparek mit jedem RUNNING WILD-Album seit seiner Rückkehr ein Stückchen näher an die Bestform alter Tage heran. Nach „Shadowmaker“ und „Resilient“ ist „Rapid Foray“ so ziemlich das Beste, was eingefleischten Fans der Hamburger Meta-Piraten hätte passieren können. Zwar werden die Herren mit großer Sicherheit kein zweites „Black Hand Inn“ mehr zustande bringen, aber erstens rechnet damit vermutlich ohnehin niemand mehr und zweitens macht ein gelungenes Album wie „Rapid Foray“ auf ganzer Linie deutlich, warum das RUNNING WILD-Comeback eine gute Idee ist. Jetzt bitte eine amtliche Tour!

Trackliste:
01. Black Skies Red Flag
02. Warmongers
03. Stick To Your Guns
04. Rapid Foray
05. By The Blood In Your Heart
06. The Depth Of The Sea – Nautilus [Instrumental]
07. Black Bart
08. Hellestrified
09. Blood Moon Rising
10. Into The West
11. Last Of The Mohicans
Spielzeit: 00:51:23

Line-Up:
Rock 'n' Rolf – Vocals, Guitar
Peter Jordan – Guitar
Ole Hempelmann – Bass
Michael Wolpers – Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
25.08.2016 | 20:48
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