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Band: Satyricon Homepage Satyricon bei Facebook Metalnews nach 'Satyricon' durchsuchenSatyricon
Album:Live At The Opera [DVD/2CD]
Genre:Black Metal, Progressive, Rock'n'Roll
Label:Napalm Records
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:01.05.15
CD kaufen:'Satyricon - Live At The Opera [DVD/2CD]' bei amazon.de kaufen
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"Ordentlich und professionell"

Es ist als Musik-Journalist eine der schwierigsten Aufgaben, sich tatsächlich einfach die Musik anzuhören, die da ist, und sie nach einigermaßen objektiven Kriterien [Produktion, Songwriting, handwerkliches Können et cetera] zu bewerten, anstatt ein Review darüber zu schreiben, dass eine Band schlicht und einfach die eigene Erwartungshaltung nicht erfüllt. SATYRICON ist geradezu ein Paradebeispiel für dieses Problem. Als Black Metal-Band angefangen, dann mit „Rebel Extravaganza“ einen avantgardistischen Klassiker geschaffen und seit 2002 und dem Album „Volcano“ mehr oder weniger im Metal-Mainstream angekommen, haben es Satyr und seine Mannen [außer Frost sowieso nur handwerklich talentierte Statisten] im Jahre 2015 soweit gebracht, dass sie gemeinsam mit dem norwegischen Nationalchor in der Osloer Oper auftreten dürfen. Dies erregt zum einen bei vielen HörerInnen große Freude, die sich nichts sehnlicher wünschen, als dass Metal endlich komplett in der gesellschaftlichen Mitte ankommt. Zum anderen erzeugt dies aber bei vielen enorme Ablehnung, da diese Personen in einer ehemaligen Black Metal-Band, die nun vollkommen angepasst ein Konzert in einem Opernhaus spielt, nichts als den reinsten Verrat sehen, und zwar nicht nur an der Szene selbst, sondern auch an den musikalischen Wurzeln und Ansprüchen.

Wenn man aber dies alles einmal beiseitelässt und versucht, sich die nun erschienene DVD/CD [der DVD liegt eine CD mit allen Songs bei] dieses Auftritts allein unter musikalischen und visuellen Aspekten zu betrachten, dann kann man alles mit einem Wort zusammenfassen: „ordentlich“. Denn genau dies trifft den Kern der Sache. SATYRICON sind eine „ordentliche“ Band geworden, es gibt absolut Null Chaos oder schwarzmetallische Raserei auf der Bühne. Mit dem Chor, dem Dirigenten und dem Publikum wird freundlich umgegangen [Satyr bedankt sich an einer Stelle artig bei allen Fans, ohne die SATYRICON nichts wären], Satyr und seine Mannen spielen einen handwerklich perfekten Gig und das Konzert ist professionell gefilmt. Aussetzer oder auch echte Ekstasen sind kaum zu finden; nur einmal, als Satyr wohl seinen Lieblingssong „The Infinity Of Time And Space“ ankündigt und er dann vor dem Mikrofon selbst andächtig lauscht, wie der Chor diesem Song eine neue Ebene verleiht, da gewinnt man kurz einen Blick in das Innenleben des Masterminds, der hier – trotz aller Kritik aller Underground Black Metaller – wohl genau das macht, was er sich erträumt hat. Immerhin gibt es ab und zu durchaus witzige Momente, die aber nicht zwangsläufig so geplant waren. Da gibt es den Satyr, der einmal kurzfristig versucht, den Chor zum Abgehen und Headbangen zu motivieren und da gibt es auch jenen Satyr, der sich bei „To The Mountains“ eine Gitarre schnappt, sich hinter den Chor stellt und bangt. Ein Bild, das einen schmunzeln lässt. Da gibt es aber auch Frost, dessen Drum-Set von einer Plexi-Glas[?]-Wand umgeben ist. Aber was machen die anderen Musiker eigentlich? Nun, die spielen, werden aber seltenst von der Lichtshow erfasst – Keyboarder Anders Hunstad [SARKE] geht sogar vollkommen unter. „Live At The Opera“ ist eine Satyr-Show, bei welcher ansonsten nur Frost [der mal wieder mit einer Dynamik auf seine Drums eindrescht, dass es eine wahre Freude ist] und der Chor ab und zu im Mittelpunkt stehen dürfen. Die Kameraaufnahmen sind dabei übrigens recht direkt und unspektakulär ausgefallen, was damit zusammenhängt, dass man in der Osloer Oper z.B. keinen Kran anbringen konnte, um größere Schwenks et cetera zu ermöglichen. Das tut aber der ansonsten professionellen Bildqualität keinen Abbruch, gibt der Atmosphäre in der Oper aber eine gewisse Enge. Das ist zu Beginn des Gigs sowieso ein Problem, denn die Zuhörerschaft sitzt zunächst einmal auf ihren Sesseln, bevor sie sich dann erbarmt, aufzustehen und auf ihren kleinen Plätzen irgendwelche Metal-Gesten „auszuführen“. Dynamik sieht anders aus, aber da können SATYRICON natürlich nichts dafür. Musikalisch muss über die Songauswahl und den Chor an sich gesprochen werden. Zunächst, nahezu die gesamte Frühphase der Band wird ausgeklammert, und man konzentriert sich enorm auf die derzeit neueste und selbstbetitelte Scheibe. Das hat zwar den Nachteil, dass für die Fans der Band, die mit dieser Scheibe nichts anfangen können, nur die Klassiker bleiben [„K.I.N.G.“, „Mother North“ und Konsorten]. Gleichzeitig hat das aber den großen und essentiellen Vorteil, dass dadurch der Chor überhaupt einen Sinn macht. Denn bei den neuen Tracks ist der Chor nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern ein wichtiger Bestandteil, der tatsächlich nahezu alle Songs auf ein neues Level bringt [mit Ausnahme vielleicht von „Trog Og Kraft“]. „Our World It Rumbles Tonight“, „Nocturnal Flare“, „Phoenix“ und „The Infinity Of Time And Space“ werden durch den Chor besser und rechtfertigen einen solchen Auftritt auch. Bei Songs wie „The Pentagram Burns“ oder auch „K.I.N.G.“ geht hingegen durch dessen Einsatz eher die rotzige Rock’n’Roll-Attitüde verloren, die aber doch eigentlich diese Songs ausmacht. Von der musikalischen Qualität allerdings kann man gegen die Damen und Herren im Chor nichts sagen – wie soll man dies als Metal-Journalist auch wirklich bewerten können? Die Norweger und Norwegerinnen wissen schon wie man singt und setzen das, was Satyr und der Chorleiter ihnen auftragen, sinnvoll um. Für eine Live-Aufnahme ist außerdem der Sound, der aus den heimischen Boxen dröhnt, wirklich exzellent; es bleibt die Frage, ob und wie viel hier im Nachhinein noch bearbeitet wurde. Das wäre aber auch nicht tragisch und würde nur die Professionalität von Satyrs Truppe erneut unter Beweis stellen. Es wäre also mit anderen Worten nur konsequent.

Was nach gut 90 Minuten Musik bleibt, ist das Gefühl, einem höchst professionellen und sehr ordentlichen Werk zugehört und zugeschaut zu haben. SATYRICONs Kunst im Jahre 2015 ist nicht provozierend, nicht chaotisch und nur noch bedingt von einer metallischen Energie aufgeladen. Aber Satyr kann nach wie vor spannende Songs schreiben [die jedoch mit Black Metal nichts zu tun haben], er ist außerdem ein sympathischer Frontmann, der die Menge im Griff hat und wenn er so ein Projekt anpackt, dann wird etwas Ordentliches daraus. So ist es auch diesmal. Für Satyr ist hier ein Traum in Erfüllung gegangen. Fans von SATYRICON dürfen daran teilhaben und sich vor allem Songs der neuen Scheibe in einem spannenden Gewand präsentieren lassen. Wer aber hofft, dass hier wirklich Metal-Musik ins Opernhaus getragen wird, der irrt. Das Opernhaus definiert vielmehr, wie sich SATYRICON hier zu verhalten haben und diese protestieren nicht dagegen. Die einen werden sagen, weil sie den Metal-Spirit verloren haben. Die anderen werden sagen, weil man sich lieber mit der Gesellschaft arrangiert, um Träume verwirklichen zu können und um „vorwärts“ zu kommen. Beide Seiten haben irgendwie Recht.

Trackliste:
01. Voice Of Shadows
02. Now, Diabolical
03. Repined Bastard Nation
04. Our World, It Rumbles Tonight
05. Nocturnal Flare
06. Die By My Hand
07. Tro Og kraft
08. Phoenix
09. Den Siste
10. The Infinity Of Time And Space
11. To the Mountains
12. The Pentagram Burns
13. Mother North
14. K.I.N.G
Spielzeit: 01:33:07

Line-Up:
Satyr - Gesang, Gitarre
Frost - Drums
Sivert Høyem - Gastgesang
Gildas Le Pape - Gitarre
Anders Hunstad - Keyboard
Anders Odden - Bass
Steinar Gundersen - Gitarre
Jonathan Jancsary [Squiggofant]
12.05.2015 | 16:59
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