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"Zeit für ein Label!" | ||||||||||||||||||
| Ich denke, man könnte mit Fug und Recht behaupten, dass die österreichische Metal-Szene eine „kleine, aber feine“ ist. So verfügen wir nicht nur über größere Bands wie BELPHEGOR oder SUMMONING, sondern auch im Heavy-Metal Underground sind wir mit MORTICIAN ganz „leiwand“ vertreten. Und so wie es aussieht, werden wir auch bald im Prog-Metal Bereich bekannter werden, zumindest wenn man endlich anfängt, die musikalische Qualität der Vorarlberger von SECOND RELATION anzuerkennen. Die Herren haben 2009 ihr erstes Demo namens „Lynette“ veröffentlicht und 2011 ist [ebenfalls in Eigenregie] ihr erstes Album „Abiona“ erschienen, mit welchem ich mich hier näher beschäftigen werden. SECOND RELATION überzeugen auf ihrem ersten Album mit großen handwerklichen Fähigkeiten, einem schicken Songwriting und einem allgemein tollen Gesamtpaket [man betrachte nur die schönen Booklet-Zeichnungen und der Versuch, ein kleines Konzeptalbum zu schreiben]. Neben relativ geradlinigen und rockigen Nummern wie dem Opener „Chance, Aim, Way, Promise“, finden sich auch eine ganze Vielzahl von verspielteren und unglaublich detailreichen Nummern auf „Abiona“. Beeindruckend sind dabei vor allem die Gitarrenarbeit von Simon Gstöhl und Julian Nachbauer, die mit eingängigen aber durchaus komplexen Riffs und Akkorden nur so um sich werfen. Aber auch die Drums von Michael Simic wissen absolut zu gefallen und verleihen „Abiona“ die nötige Dynamik und einen coolen Drive. Hier kann man allerdings manchmal einen Schwachpunkt auf „Abiona“ ausmachen: Das Album wirkt manchmal etwas zu nett. Zwar schaffen es SECOND RELATION durchaus verschiedene Stimmungslagen [z.B. Melancholie] zu erzeugen, aber dafür fehlt hin und wieder die nötige Power, um einen richtig mitzureißen. Insofern hätte dem Album sicher auch eine etwas druckvollere Produktion gut getan. Ähnliches lässt sich über Sänger Bastian sagen, der eine spezielle Stimmlage absolut beherrscht und diese sich auch nahtlos in das Gesamtkunstwerk „Abiona“ einfügt. Allerdings würde man sich manchmal wünschen, dass sein Gesang etwas mehr Kraft transportieren würde. Letztendlich ist das aber alles meckern auf hohem Niveau. Wie es SECOND RELATION auf ihrer Scheibe schaffen, ein solch organisches Werk zu erschaffen, ist wirklich beeindruckend. Hört euch zum Beispiel den Song „Impulse Against Seperation“ an. Dort kann man besonders gut erkennen, wie Gitarren, Keyboard, Bass und auch der Gesang eine organische Einheit bilden und wunderbar miteinander interagieren. SECOND RELATION haben außerdem mit „Abiona“ noch eine ganz andere Sache bewiesen: Sie sind eigenständig. Klar lässt sich erkennen, dass man von Bands wie RIVERSIDE, OPETH, DREAM THEATER und wahrscheinlich auch einigen Alternative Rock Bands inspiriert ist, aber SECOND RELATION wirken frisch und neu. Und aufgrund ihres Sounds und ihrer guten Balance zwischen Eingängigkeit und Komplexität haben sie auch die Chance, sich ein größeres Publikum außerhalb der Metal-Szene zu erspielen. Man darf gespannt sein, was noch alles kommen wird! Wer sich für die Herren interessiert, sollte die Videos zu "Chance, Aim, Way, Promise" und "Velvet and silk" anschauen und dann am besten das Album direkt bei den Herren bestellen. | ||||||||||||||||||
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