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Cover von Sepultura -- A-Lex
Band: Sepultura Homepage Sepultura bei Facebook Metalnews nach 'Sepultura' durchsuchenSepultura
Album:A-Lex
Genre:Thrash Metal
Label:Steamhammer
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:23.01.09
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"Brutal gut"

CAVALERA CONSPIRACY hin, SOULFLY her: Die Nörgler, die seit mehr als zwölf Jahren mit beständiger Ignoranz “Reunion” brüllen, wenn der Name SEPULTURA fällt, bekommen mit „A-Lex“ das fünfte Post-Max-Album der SEPs als Maulkorb verpasst, denn erneut lässt sich konstatieren: Die Scheibe rockt.

Ebenfalls erneut darf man nicht erwarten, die nächste „Beneath The Remains“, „Arise“ oder auch nur „Chaos A.D.“-Imitation vorgesetzt zu bekommen. Den Retro-Spaß gönnt man angegrauten Superstars aus der Bay Area und stürzt sich lieber alle paar Jahre auf neues Terrain – egal, ob’s der Meute gefällt oder nicht. Und egal, was man als Fan der ersten – oder zugegebenermaßen eher dritten – Stunde davon halten mag: Wenn man ehrlich ist, zeichnet das die Band seit Anbeginn ihrer Karriere aus, was die ständigen Retro-Forderungen umso absurder erscheinen lässt. Aber genug der Stammtischphilosophie und ran an die Innereien von „A-Lex“.
Fürs Protokoll: SEPULTURA vertonen auf ihrem mittlerweile elften Studioalbum den viergeteilten „A Clockwork Orange“-Plot von Anthony Burgess. Der Protagonist Alex, ein gewaltsüchtiger Jugendlicher und Musikliebhaber, der mit seiner Gang seine Umgebung terrorisiert, wird im Gefängnis „umgedreht“ und zum krankhaften Weichei konditioniert, das nach seiner Entlassung nunmehr als Prügelknabe für ehemalige Freunde und Feinde dienen soll. Entgegen der Intention der Obrigkeit versucht sich Alex der unerträglichen Situation durch Selbstmord zu entziehen, scheitert aber und steuert nach seiner Genesung nach und nach eine bürgerliche, reife Existenz an.

So viel zum Konzept. Musikalisch taucht das Ganze mit beeindruckender atmosphärischer Dichte von Beginn an in die Stimmung der Literaturvorlage ein. Die Stücke von „A-Lex 1“ treffen kalt, brutal und gnadenlos mitten auf die Zwölf. „Moloko Mesto“ ist ein echter SLAYER-Verschnitt. Das „Ditohead“-Rezept inklusive Chaos-Solo und Lombardo-Break lässt den Hörer mit einem breiten Grinsen zurück. Oh, Verzeihung – natürlich wird hier die Zelebrierung von roher Gewalt beschrieben, also: lach nisch!
Im etwas bedächtigeren „Filthy Rot“ kommen die typischen SEPULTURA-Percussion-Einsätze zum Zuge, während „What I Do“ so eine Art erster kleiner Hit ist, weil das redundante Primitiv-Riff mitsamt Mitgröl-Refrain groovt, was das Zeug hält und sich schnell festsetzt. Allerdings hört der Song mir persönlich etwas zu früh auf – da hätte man noch mehr draus machen können.
„A-Lex 2“ klingt parallel zum Textbau psychotischer. Auch hier beginnt die Reise mit „The Treatment“ verdammt brutal, was vor allem Derek Greens Stimmbandübungen zuzuschreiben ist. Doch schon bald ändert sich das Bild, scheint zu verschwimmen und mit unzähligen klitzekleinen Zutaten angereichert zu werden. Diese verdichten sich in „Metamorphosis“ dann zusehends, treten dann und wann als störende oder hypnotisierende Geräusche aus dem Hintergrund heraus, während das durchaus straffe Grundriff sich den Weg durch den tonalen Dschungel zu bahnen versucht – faszinierend. Der Höhepunkt des Albums wird mit dem anfangs langsamen „Sadistic Values“ erreicht, das Green zunächst mit tollen Klargesängen veredelt, die mit der Zeit in verzweifelte Schreie übergehen, bevor ein Doublebass-Gewitter samt VOIVOD-Riff einsetzt und schließlich in eine Hardcore-Prügel-Orgie mündet. Der Hörer ist an der Psyche des Helden so nah dran wie nie und kann nicht davon lassen, bis der Song nach sechseinhalb Minuten schließlich das Zeitliche segnet. Das würde unser Protagonist bekannterweise auch gerne, scheitert aber und wird mit dem Untier „Conform“ [Killer-Riff] aus dem zweiten Kapitel verabschiedet.
„The Experiment“ ist auch musikalisch eines und klingt in den ersten Takten unverschämt nach QUEENSRYCHEs „Disconnected“. Danach gibt es ein weiteres cooles Hardcore-Riff und im Leadgitarrenbereich Anklänge an die frühen Neunziger. Überhaupt ist Andreas Kisser so kreativ wie selten in den letzten Jahren. Und so geht es weiter bis zum wundervollen Knüppel-Thrasher „Paradox“ – wobei man vielleicht noch die endgeile Vertonung des bekannten Themas aus Beethovens 9. erwähnen sollte, die perfekt mit dem Sound der SEPs zusammengeführt wird: grandios!

Leute, die mit den „neuen“ SEPULTURA nie etwas anfangen konnten, werden auch diese Scheibe leidenschaftlich hassen. Wer sich mit einigen der letzten vier Werke anfreunden konnte, wird indes entdecken, welcher Schatz sich in der Hülle von „A-Lex“ befindet. Tiefgründiger und anspruchsvoller war die brasilianisch-amerikanische Freundschaft nie. Dabei agiert man so kalt wie Kubricks Film-Atmosphäre und gleichzeitig abwechslungsreich und aufwühlend – man holt sich den Hardcore-Anteil von „Roorback“ zurück, bleibt aber in vielen Bereichen der thrashigeren Ausrichtung von „Dante XXI“ treu, gräbt jedoch noch tiefer und hat schließlich mit Jean Dollabella einen Mann an den Kesseln gefunden, der seinen Vorgänger mit dem berühmten Namen schnell vergessen macht. Ein Album, das viele Durchläufe braucht, aber langfristig wirkt. Klasse!

Trackliste:
01. A-Lex I
02. Moloko Mesto
03. Filthy Rot
04. We've Lost You!
05. What I do!
06. A-Lex II
07. The Treatment
08. Metamorphosis
09. Sadistic Values
10. Forceful Behaviour
11. Conform
12. A-Lex III
13. The Experiment
14. Strike
15. Enough Said
16. Ludvig Van
17. A-Lex IV
18. Paradox
Spielzeit: 00:54:22

Line-Up:
Derrick Green - Vocals
Andreas Kisser - Guitar
Paulo Jr. – Bass
Jean Dollabella – Drums
Marcus Italiani [Mattaru]
18.01.2009 | 19:42
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