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Cover von Sepultura -- Machine Messiah
Band: Sepultura Homepage Sepultura bei Facebook Metalnews nach 'Sepultura' durchsuchenSepultura
Album:Machine Messiah
Genre:Thrash Metal
Label:Nuclear Blast
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:13.01.17
CD kaufen:'Sepultura - Machine Messiah' bei amazon.de kaufen
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"Auf die harte Tour"

Der brasilianisch-amerikanische Metal-Experimentierkasten ist mit Album Nr. 14 am Start – und keine Angst, liebe Nörgler: Ihr werdet auch dieses Mal wieder genug Gründe finden, um „Machine Messiah“ zu verteufeln.

Denn ganz egal, was SEPULTURA in der Post-Cavalera-Ära tun – die Basher und Hater stehen schon bereit, um es in den Staub zu treten. Dabei vergisst man leicht, dass die Herren Kisser, Green, Paulo Jr. und Casagrande in den letzten Jahren keine Gelegenheit ausgelassen haben, um ihre Musik auf die harte Tour nach vorne zu bringen. Anstatt immer wieder einen neuen Mix aus „Arise“, „Chaos A.D.“ und „Roots“ zu veröffentlichen, hat man sich dazu entschlossen, die Grenzen mit jedem Album ein wenig weiter auszuloten, Konzepte umzusetzen, neue, teils ausgesprochen sperrige Sounds einzuarbeiten und schlicht und einfach das zu bleiben, was Thrash Metal seit Anbeginn seines Daseins gewesen ist: unbequem.

Das ändert sich mit „Machine Messiah“ nicht. Gleich die ersten drei Tracks zeigen die schier unglaubliche Bandbreite dieser Band im Jahr 2017 auf. Der eröffnete Titelsong präsentiert sich ungemein melancholisch und düster. Getragen von den voluminösen cleanen Vocals Derrick Greens geleitet einen die atmosphärische Nummer in das Album, das den Zwiespalt zwischen technischem Fortschritt und digitaler Abhängigkeit behandelt. Mit „I Am The Enemy“ folgt das typische SEPULTURA-Thrash-Gewitter, das live Schädel spalten soll und in vergleichbarer Form auch auf den letzten Alben seit „Dante XXI“ immer wieder auf SEPULTURA-Alben zu finden ist. Erinnert im Ansatz etwas an die „Roorback“-Phase, nur dass Eloy Casagrande die eigentlich recht biedere Nummer zu einem Aggro-Highlight knüppelt. In „Phantom Self“ wird es dann plötzlich orientalisch – aber nicht kitschig. Streicher mischen sich immer wieder in den Song, der sich mit seinem corigen-Strophenriff und dem groovig-packenden Refrain sofort als anspruchsvoller Hit entpuppt. Besonders hervorzuheben ist vor allem in diesem Song die glasklare, natürlich klingende und jederzeit drückende Produktion von Sound-Guru Jens Bogren, der es verstanden hat, die Songs dort atmen zu lassen, wo der Vorgänger auf permanentes Geräusch gesetzt hat. Das zahlt sich aus, denn selbst ein rhythmisch chaotischer Track wie „Alethea“ lässt sich so vom Hörer erfassen und zeigt, in welcher technischen Liga diese Band mittlerweile spielt. Das gilt auch für das Instrumental „Iceberg Dances“, das mit seinen großartigen Gitarren- und Percussionparts und Rhythmuswechseln zu diesen Nummern zählt, die erahnen lassen, welche Stürme im künstlerischen Hirn eines Andreas Kisser toben müssen.

Natürlich ist das hier aber kein Art-Metal-Album, sondern eine Thrash-Platte. Und daher lassen SEPULTURA auch in relativ straighten Songs wie „Silent Violence“ oder dem SLAYER-artigen „Vandal's Nest“ ordentlich die Kuh fliegen, während man in „Resistant Parasites“ zeigt, dass man seinen Hardcore nicht umsonst gehört hat und weiß, wie man Groove buchstabiert.
Das Albumhighlight ist dann allerdings wieder ein experimenteller Song, der mit seiner Dramatik von der ersten bis zur letzten Sekunde fesselt. „Sworn Oath“ ist das SEPULTURA-Meisterwerk der neueren Zeit. Alles, was diese Band auszeichnet, findet sich in diesen sechs Minuten wieder: Aggression, Klangcollagen, Stimmungswechsel, Spannung und eine beinahe soundtrackartige Atmosphäre, die vom erneut massiven Streichereinsatz unterstützt wird, machen den Track zum Highlight, das man wieder und wieder hören will.
„Cyber God“ geleitet den Hörer dann wieder aus „Machine Messiah“ hinaus, schlägt über viele clean gesungene Passagen die Brücke zum Opener, mündet aber im Gegensatz zu diesem nicht in einen Zustand bedrückter Melancholie, sondern in tumber Verzweiflung.

SEPULTURA haben es sich wieder nicht leicht gemacht. „Machine Messiah“ ist nicht so sperrig wie „The Mediator...“, erfordert aber ebenfalls jede Menge Aufmerksamkeit. Die lohnt sich jedoch, weil man am Ende erkennen muss, dass die Scheibe jetzt schon zu den wichtigsten Thrash-Alben des Jahres gehört und diese Band auf die nächste Ebene hebt. Diejenigen, die diesen Weg mitgehen, können sich glücklich schätzen. Und alle anderen sollen halt weiterhin zu „Roots Bloody Roots“ im Kreis hüpfen und ihre SEPULTURA-Version für die einzig wahre halten. Hauptsache glücklich.

Trackliste:
01. Machine Messiah
02. I Am The Enemy
03. Phantom Self
04. Alethea
05. Iceberg Dances
06. Sworn Oath
07. Resistant Parasites
08. Silent Violence
09. Vandals Nest
10. Cyber God
Spielzeit: 00:46:05

Line-Up:
Derrick Green – Vocals

Andreas Kisser - Guitar 

Paulo Jr. - Bass

Eloy Casagrande – Drums
Marcus Italiani [Mattaru]
14.01.2017 | 10:18
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