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"Neues für die Obskuritäten-Sammlung" | ||||||||||||||||||
| Man muss schon mit einem gewissen Faible für musikalische Obskuritäten ausgestattet sein, wenn man „Seremonia“, dem Debütalbum der gleichnamigen, finnischen Band, etwas abgewinnen können will. Denn die tief in den späten 60ern / frühen 70ern verwurzelten Kompositionen des Quartetts um Sängerin Noora Federley sind - nicht zuletzt durch die in ihrer Muttersprache vorgetragenen Texte - schon wirklich harter Tobak für die Hörgewohnheiten des westeuropäischen Durchschnitts-Rockfans. Zwar lieferten ihnen ganz offensichtlich weitreichend bekannte Combos wie BLACK SABBATH, IRON BUTTERFLY oder CREAM die nötige Inspiration zu ihren Songs, von deren Klasse sind sie aber dennoch ein gutes Stück entfernt. Nummern wie „Antikristus 666“ oder „Uhrijuhla“ bleiben zwar durchaus schnell im Ohr hängen [sieht man mal davon ab, dass wohl kaum jemand ohne Weiteres die finnischen Texte rezitieren kann], trotzdem bringen sie einen auch immer wieder zum Schmunzeln – was die Band vermutlich nicht beabsichtigt hat. Konsequenz zeigen SEREMONIA auf jeden Fall in puncto Produktion, denn diese ist dermaßen oldschoolig und rumpelig, dass Unwissende die Entstehungszeit des Albums sicherlich in den späten 60ern verorten würden. Klar, das Ganze hat einen gewissen Charme und insgesamt betrachtet ist „Seremonia“ auch ein wirklich stimmiges und vor allen Dingen authentisches Album. Trotzdem nimmt man die Scheibe vermutlich nur dann noch mal in die Hand, wenn man seine Freunde mit möglichst obskuren Platten zum Lachen bringen will. Eines ist SEREMONIA aber in jedem Fall gewiss: auch wenn man es nur einmal gehört hat, wird man sich noch lange Zeit an ihr Debütalbum erinnern. | ||||||||||||||||||
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