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Album:Mecanica Celeste
Genre:Psychedelic, Rock
Label:Rocket Recordings
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:06.09.10
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"Kosmos, ich komme!"

Kaum war die virtuelle Tinte zu der Besprechung von DON JUAN MATUS' neu aufgelegtem Debüt trocken, flog auch schon eine Promo von einer weiteren perunianischen Combo in den Briefkasten. SERPENTINA SATELITE setzen sich aus fünf Personen zusammen, können mit den besten Momenten HAWKWINDs sowie WHITE HILLS' verglichen werden und zeigen mit ihrem aktuellen Langläufer vor, wie eine bemerkenswerte Entwicklung von einem Vorgängerwerk hinzulegen ist.

"Mecanica Celeste" [zu Deutsch: Himmelsmechanik] fährt nämlich im Vergleich zu "Nothing To Say" den Gesang auf ein absolutes Minimum herunter und offenbart eine akustische Weltallfahrt, wie sie die "Konkurrenz" von NATAS, WHITE HILLS oder HAWKWIND schon eindrucksvoll vorgezeigt hat. Innerhalb einer Dreiviertelstunde werden hier sechs Wirbelwinde entfacht, deren Reiz man sich schwer entziehen kann, weil sie zum Einen so wunderbar natürlich aufgebaut wurden und zum Anderen mit einer zunächst unscheinbar auf einen entgegenschwebenden Menge an Details wiederholt zum nochmaligen Eintauchen in dieses gut tuende Klangbad einladen. Dabei bietet das Cover schon selbst eine sehr gute Orientierungsmöglichkeit an dem, was einem auf dem hiesigen Werk aufgetischt wird: Ein im Dunkel dahingleitender Mix aus nach allen Seiten ausstrahlenden Acid Rock mit massig Hall und unendlich viel Raum für allerlei synthetisches Hintergrundschauspiel sowie einer eisklaren, differenzierten Produktion, der nichts entgeht, aber dem Hörer ebensowenig etwas verschweigt.

Der Höhepunkt dieses Abenteuers dürfte allerdings im letzten Epos "Sendero" zu finden sein, dessen Titel sich auf die "Sendero Luminisa" - einer maoistisch geprägten Guerilla-Bewegung - bezieht, welche Anfang der Achtziger Jahre in Peru für einigen Wirbel gesorgt haben. Ob das martialische Schlagzeug-Spiel und unheilschwangere Riffing eine Stimmung für oder gegen die Taten dieser vermeintlichen Freiheitskämpfer machen soll, bleibt dem Zuhörenden zwecks eigener Beurteilung selbst überlassen. Fest steht jedenfalls, dass jeder, der seine Abende gerne mit derartigem Material verlebt, SERPENTINA SATELITE recht rasch in seine Arme schließen wird. "Mecanica Celeste" macht auf sehr gediegene, edle Weise Spaß und dürfte dabei als vorzüglicher Beweis für das konstante [erneute?] Wachsen einer Sub-Kultur in der Rock-Sparte dienen.

Trackliste:
01 - Fobos
02 - Sangre De Grado
03 - Mecanica Celeste
04 - Imaginez Quel Bonheur Ce Sera De Voir Nos Chers Disparus Ressuscités!
05 - Al Apaec
06 - Sendero
Spielzeit: 00:43:35

Line-Up:
Dolmo - Gitarren
Renato Gómez - Gesang, Gitarren
Félix Dextre - Bass, Gesang
Flavio Castillejos - "Hope & Providence"
Aldo Castillejos - Schlagzeug
Michael Bambas [Micha]
30.01.2011 | 22:51
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