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Album:Servile Insurrection
Genre:Brutal Death, Death Metal
Label:Candlelight Records
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:14.11.08
CD kaufen:'Severed Savior - Servile Insurrection' bei amazon.de kaufen
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"Auch Techniker werden mal erwachsen"

Musikkritiker sind gebeutelte Menschen. All die Platten, die normal sterbliche Fans sich für teuer Geld kaufen müssen, bekommen sie umsonst. Und müssen sie auch noch hören – argh! Da kann es natürlich schon mal passieren, dass man ein Jahrhundertwerk wie „Servile Insurrection“ als seelenlos oder gar kompositorisch schwach bezeichnet, weil man einfach nicht genug Muße für diesen Meilenstein gnadenloser Tonkunst aufbringt.

Man stelle sich folgende Band vor: Frank Mullen – vox [SUFFOCATION], Marty Friedman – lead guitar [Ex-MEGADETH], Dennis Bradley – guitar [BENEATH THE MASSACRE], Tony Choy – bass [ATHEIST, CYNIC] und Gene Hoglan – drums [alle anderen Bands]. Geil, meint Ihr? Na klar wäre das geil. Und obwohl keiner der genannten Über-Musiker bei SEVERED SAVIOR zockt, hört sich die dritte Full Length der Jungs aus der Bay Area genauso an, als wäre dies tatsächlich der Fall.
Die Musik besitzt eine für Death Metal-Verhältnisse wirklich substanzielle Tiefe. Natürlich muss man sich mit der Scheibe, den Riffs, den Melodien und den abgefahrenen Rhythmen lange und intensiv auseinandersetzen. Aber genau das macht doch den Reiz aus. Reite den verdammten Stier, bis er dich nicht mehr abwirft.
Das dauert bei „Servile Insurrection ziemlich lange. Denn dazu sind unmenschliche Brecher wie beispielsweise „Inverted and Inserted“ oder „Fecalphiliac“ [Songtitel des Jahres?], die sich vor dem Hörer permanent winden, bevor sie letzteren endlich mit in den Abgrund reißen, viel zu faszinierend. Die kleinen Jazz-Zwischenspielchen sind nicht nur Gimmicks, sondern deuten auf das generelle Kompositionsverständnis der Musiker hin, die den Spagat zwischen krampfiger Free Jazz-Dudelei und zündenden Grooves und Metal-Riffs perfekt zelebrieren. Lange nicht so schnell wie BRAINDRILL, weniger vertrackt als BENEATH THE MASSACRE, finden SEVERED SAVIOR ihre ganz eigene Nische im Bereich des technischen Death Metal. Allein schon die Leadgitarrenarbeit von Mike Gilbert ist so nah an Friedmans „Rust In Peace“-Performance dran, dass man während des Hörens das Gefühl hat, etwas in dieser Konstellation wirklich Außergewöhnlichem beizuwohnen. Aber technische Kunststückchen sind es nicht alleine, die die Platte auszeichnen. Obwohl höllisch kompliziert, winden sich viele der Parts irgendwann ins Gehör und bleiben dort. Typische Death Metal-Melodien rasen spielbestimmend so ziemlich andauernd durch den Unterbau der Songs, während die Artisten weiter oben ihre Kunststückchen vollführen, die aber nie so aufdringlich zum Selbstzweck erhoben werden, dass man ohne Weiteres das Siegel „Angebermucke“ anbringen könnte.

Ich möchte an alle aufgeschlossenen Death Metaller mal mit einem etwas abgewandelten Statement von Hardy Krüger herantreten: „Ich schlage vor, Sie hören sich das mal an.“

Trackliste:
01. Question
02. Inverted And Inserted
03. Rewards Of Cruelty
04. Fuck The Humans
05. Hemorrhagic Gastroenteritis
06. Intervallo Del Tradimento
07. Acts Of Sedition
08. Fecalphiliac
09. Spoils Of War
10. Deadspeak
11. Servile Insurrection
Spielzeit: 00:34:45

Line-Up:
Anthony Trapani- Vocals
Mike Gilbert - Guitar
Murray Fitzpatrick - Bass
Troy Fullerton - Drums
Marcus Italiani [Mattaru]
20.11.2008 | 22:49
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