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Band: Shining Homepage Shining bei Facebook Metalnews nach 'Shining' durchsuchenShining
Album:8 ½ - Feberdrömmar I Vaket Tillstånd [Compilation]
Genre:Black Metal
Label:Dark Essence Records
Bewertung:Keine Wertung
Releasedatum:23.09.13
CD kaufen:'Shining - 8 ½ - Feberdrömmar I Vaket Tillstånd [Compilation]' bei amazon.de kaufen
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"Von verrückt zu tieftraurig"

Kvarforth scheint momentan mächtig viel Kreativität und Energie zu haben, denn seit 2011 sind [eine Single nicht mitgezählt] ganze sieben Veröffentlichungen von SHINING erschienen, wobei es sich nur bei dreien davon um vollwertige Alben handelt. Letztes Jahr hat mich noch „Redefining Darkness“ in Verzückung versetzt [das Ding ist noch öfter als gedacht in meinem Plattenspieler gelandet] und dieses Jahr will mich der amüsante Schwede mit einer doch recht lustigen Idee überzeugen, die sich auf einer CD mit dem sperrigen Titel „8 ½ - Feberdrömmar I Vaket Tillstånd“ befindet. Dabei handelt es sich [das ½ deutet es an] nicht um ein vollwertiges Album, sondern um eine Neueinspielung klassischer SHINING-Tracks. Mit Neueinspielungen klassischer Tracks hatten ja die wenigsten Bands dieser Tage viel Erfolg und besonders originell ist es eigentlich auch nicht, aber Kvaforth hat sich ein oder zwei Kniffe überlegt: (i) Alle Songs [außer einem] werden von anderen Sängern und teilweise in deren Heimatsprache eingesungen, (ii) die Songs sind im Zustand der Vor-Produktion und (iii) Gitarre, Bass und Keyboard wurden vollkommen neu eingespielt, wobei sich um die Keyboards Lars Fredrik Fröislie gekümmert hat.

Letztendlich ändert das alles nicht viel daran, dass es sich hier halt um klassische SHINING-Stücke handelt, die größtenteils vom dritten Album „III – Angst - Självdestruktivitetens emissarie“ stammen. Den Rest findet man auf den ersten beiden Scheiben. Und auch wenn sich die Songs aufgrund ihres rohen Zustandes und der neu eingespielten Instrumente hörbar verändert haben [man vergleiche nur einmal die beiden Versionen von „Ett liv utan mening“ miteinander], hat sich natürlich am Songwriting nicht viel geändert. Das heißt, man bekommt hier monotone Black Metal Kost vorgesetzt, die zudem noch richtig widerlich rau produziert ist. Somit stellt sich zunächst einmal die Frage, ob man eher ein Fan der alten oder neuen SHINING ist [spätestens „Halmstad“ ist ja so etwas wie eine Zäsur]. Wenn man allerdings mit den alten Sachen etwas anfangen kann, dann ist man hier richtig, denn was zum Beispiel Attila [MAYHEM] auf „Szabadulj Meg Önmagatól“ abzieht, ist – wie so oft – nicht von dieser Welt und verleiht dem Song eine ganz eigene Boshaftigkeit. Und Gaahl [GOD SEED, TRELLDOM, WARDRUNA] geht auf „Selvdestruktivitetens Emissarie“ ganz neue Wege und klingt so fragil und verletzlich, wie ich ihn noch nie gehört habe. Famine von den mehr als kontroversen PESTE NOIRE macht dafür auf „Terres Des Anonymes“ einen SHINING-Song zu einem wilden und verrückten Gemetzel. Man merkt, die Songs sind auf die jeweiligen Sänger zugeschnitten und jeder gibt sich hier größte Mühe, den Anforderungen gerecht zu werden und seine Bestleistung zu geben. Das verwundert auch nicht, wenn man bedenkt, dass neben den schon erwähnten Herren auch noch Maniac [SKITLIV], Pehr Larsson [VINTERLAND] und Kvarforth selber noch ihre Künste zum Besten geben. Kvarforth macht mir dann auch noch eine besondere Freude damit, dass er seine Chopin-Abwandlung „Through Corridors of Oppression“ – die zum ersten Mal auf einem Split mit DOLORIAN zu finden war – selber singt und auf diese Scheibe packt. Für mich ist das nach wie vor der beste SHINING-Song. Diese unglaubliche Melancholie und die tiefe Traurigkeit wurden für mich nie mehr so schön intoniert. Wenn Kvaforth „To search, the light, to search, salvation“ singt, kriege ich jedes Mal auf’s neue eine Gänsehaut. Trotz aller dieser richtig coolen und schon fast hippen Momente, beschleicht mich trotzdem das Gefühl, dass die ersten SHINING-Alben heutzutage nicht mehr so viel reißen könnten, da sich das Genre irgendwie weiterentwickelt hat. Die Alben haben auf jeden Fall einen historischen Wert, aber ich bin nach wie vor eher ein Anhänger der neueren SHINING und ich bin mir ziemlich sicher, dass im Endeffekt gerade „Halmstad“ für immer in meiner Sammlung überleben wird.

Sei es wie es sei die neue SHINING ist durchaus interessant und spannend geworden und die Atmosphäre wird noch zusätzlich durch das das beste Band-Cover der Bandgeschichte abgerundet. Trotzdem freue ich mich schon wieder auf ein neues SHINING-Album, das hoffentlich wieder ähnlich stark wie „Redefining Darkness“ werden wird.

Trackliste:
01. Terres des anonymes
02. Szabadulj meg önmagadtól
03. Ett liv utan mening
04. Självdestruktivitetens emissarie
05. Black Industrial Misery
06. Through Corridors of Oppression
Spielzeit: 00:48:47

Line-Up:
Niklas Kvarforth - Gitarre, Gesang
Lars Fredrik Fröislie - Keyboards
Christian Larsson - Gitarre, Bass

Sänger:
Famine - "Terres Des Anonymes"
Attila Csihar - "Szabadulj Meg Önmagatól"
Pehr Larsson - "Ett Liv Utan Mening"
Gaahl - "Selvdestruktivitetens Emissarie"
Maniac - "Black Industrial Misery"
Kvarforth - "Through Corridors Of Oppression"

Jonathan Jancsary [Squiggofant]
30.09.2013 | 19:07
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