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Cover von Shining -- Redefining Darkness
Band: Shining Homepage Shining bei Facebook Metalnews nach 'Shining' durchsuchenShining
Album:Redefining Darkness
Genre:Avantgarde, Black Metal
Label:Spinefarm Records
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:29.10.12
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"Böse bis zuletzt!"

Wenn man SHINING-Alben hört und noch viel mehr, wenn man diese besprechen sollte, besteht momentan die Gefahr, dass man mehr über Kvaforth und seine Ansichten und Aktionen erzählt, als über die Musik und die Ästhetik der Band. Ich möchte hier versuchen, davon etwas Abstand zu nehmen. Die kontroversen Aussagen von Kvaforth und seine teilweise radikale Bejahung von Selbstentleibung und Selbstqual sind hinlänglich bekannt. Ob man ihm und seiner Band vom moralischen Standpunkt aus gesehen Geld geben will, muss also jeder für sich entscheiden. Aber nun zur Musik.

SHINING veröffentlichen dieser Tage ihr achtes Album und betiteln es nicht ganz unmutig mit dem Titel „Redefining Darkness“. Obwohl es schon etwas klischeehaft ist, sich an diesem Titel aufzuhängen und das Review auf Basis dieser beiden Wörter zu schreiben, möchte ich dies dennoch tun. Es scheint sich nämlich tatsächlich anzubieten. SHINING sind zweifellos anders geworden und erschaffen eine neue Form von Dunkelheit. Sie ist auf den ersten Blick sanfter, fragiler, weniger tief und lässt Raum für Hoffnungsschimmer. Sie ist „urban“ [man höre sich zum Beispiel den von einem Saxophon getragenen Track „The Ghastly Silence“ an] und eingängiger geworden [nicht zuletzt aufgrund der nun häufig verwendeten englischen Sprache]. Wenn SHINING beim Opener „Du, Mitt Konstverk“ noch sehr metallisch und brutal beginnen und man schon glaubt, dass man es mit einer 08/15 Black Metal Band zu tun hat, wird man sehr bald eines besseren belehrt. Klar, die meisten Tracks auf „Redefining Darkness“ weisen noch metallische Teile auf [abgesehen vom Piano-Stück „Det stora grå“], aber sie sind eingebunden in eine scheinbar friedlichere und vor allem melancholischere Grundatmosphäre. Wenn Kvaforth in schon fast süßlich und zynisch wirkendem Klargesang seine bösen und harten Texte vorträgt und dieser Gesang von einer melancholischen Musikstruktur getragen wird, erschafft das einen interessanten Dualismus, der einem eine Gänsehaut über den Rücken laufen lässt. Wer meint, SHINING seien harmlos geworden, der irrt sich also gewaltig. Spätestens wenn SHINING in den ersten Minuten des Tracks „Hail Darkness Hail“ noch einmal zu einer schwarzmetallischen Breitseite ausholen und in absolut beeindruckenden Vocals der Dunkelheit in menschlichen Psychen huldigen, wird klar, dass dieses Album nach wie vor grimmig und black as hell ist. Trotzdem, die metallischen Songteile sind auf „Redefining Darkness“ nicht jene, die am meisten beeindrucken und die am meisten Gefühle in der oder dem HörerIn erwecken. Stark werden die Mannen rund um Kvaforth dann, wenn sie subtil agieren und wenn ihre Musik einen melancholischen Strudel erzeugt. Über die handwerklichen Fähigkeiten der Musiker muss ich hier nicht viele Worte verlieren. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass nicht alle Songstrukturen auf Anhieb hinhauen und dass manchmal gerade eben die metallischen Songparts einem doch etwas wenig innovativ vorkommen. Letztendlich macht dies aber nichts, denn bei „Redefining Darkness“ geht es so oder so ausschließlich um Atmosphäre.

Ist „Redefining Darkness“ das stärkste SHINING-Album? Ich habe keine Ahnung. Aber Personen, die glauben, SHINING würden musikalisch „auswhimpen“, täuschen sich auf jeden Fall gewaltig. Auf eine gewisse Art und Weise ist dieses Album - mit dem so harmlos wirkenden weißen Cover - ein unglaublich böser und depressiver Brocken. Die Tatsache, dass man nicht mehr mit dem Holzhammer bearbeitet wird, macht das Album nur umso brutaler, wenn es wirklich anfängt zu wirken. HörerInnen mit Hang zur Depression sollten sich auf jeden Fall zweimal überlegen, ob sie sich „Redefining Darkness“ anhören möchten!

Trackliste:
01. Du, mitt konstverk
02. The Ghastly Silence
03. Han som hatar människan
04. Hail Darkness Hail
05. Det stora grå
06. For the God Below
Spielzeit: 00:40:54

Line-Up:
Niklas Kvarforth - Gesang, Gitarre, Keyboard
Ludwig Witt - Drums
Christian Larsson - Bass
Peter Huss - Gitarre

Gäste:
Andreas Huss - Saxophon
Olli Ahvenlahti - Piano
Andy LaRocque - Lead-Gitarre
Hoest - Gesang
Rob Caggiano - Lead-Gitarre
Peter Bjärgö - Gesang
Jonathan Jancsary [Squiggofant]
16.03.2013 | 18:32
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