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Cover von Sieges Even -- Paramount
Band: Sieges Even Homepage Sieges Even bei Facebook Metalnews nach 'Sieges Even' durchsuchenSieges Even
Album:Paramount
Genre:Progressive, Rock
Label:InsideOut
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:28.09.07
CD kaufen:'Sieges Even - Paramount' bei amazon.de kaufen
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"Das Schweinemistsilo"

Die deutsche Prog-Szene zählt nicht gerade zu den führenden der Welt. Einige kleine Gruppen haben es zwar in Europa zu etwas Reputation gebracht, aber Bands vom Kaliber DREAM THEATER, JETHRO TULL oder TOOL sucht man hier vergeblich.
Mit die größte Band dieses Genres in Deutschland dürften wohl SIEGES EVEN sein. Mit der Reunion vor einigen Jahren und dem dazugehörigen Album "The Art Of Navigating By The Stars" konnte sich die Band dann endlich einiges an Aufmerksamkeit erkämpfen. Dass Mitglieder der Band nebenher bei BLIND GUARDIAN und RHAPSODY OF FIRE musizieren, war dem Bekanntheitsgrad von SIEGES EVEN sicher auch nicht abträglich. Der große Durchbruch blieb bisher aber trotzdem verwehrt. Ob er mit dem neuen Album "Paramount" eintritt, bleibt auch abzuwarten.

Ersteindruck: Was die schwimmende Blechtonne auf dem Cover darstellen soll, ist unklar. Vielleicht ein abgestürztes Raketenteil? Stumme Anklage an jeden Umweltverschmutzer? Mir fiel als erstes das Schweinemistsilo aus "Simpsons - Der Film" ein. Wie auch immer, mit den tristen Grün- und Grautönen des Covers dachte ich zuerst, die Musik sei gut eingefangen worden, denn die ersten Durchläufe wirkte das Album sehr eindimensional und so ruhig dahintreibend wie unsere Blechbüchse. Die oft mehrstimmigen Gesänge, die ruhige, verträumte Atmosphäre und die verspielten Instrumente machten zwar einen guten Eindruck, aber richtig zünden wollte nichts. Angenehm zu hören und sonst?
Wie das aber bei Prog Alben oft so ist, entfaltet sich die Genialität erst nach und nach. Also gab ich auch "Paramount" noch einige Chancen und siehe da: Ein paar Songs begannen wirklich sich herauszukristallisieren und wurden teilweise sogar zu richtigen Hits: "Tidal" beispielsweise ist ein richtig tolles Stück Prog Metal, das sich auch auf dem letzten DREAM THEATER-Album gut gemacht hätte. Die meisten Lieder wachsen mit der Zeit immer weiter und besonders die Mitte des Albums weiß nach genügend Durchläufen zu begeistern.
Deutlich hervorheben muss man die Gesangslinien dieses Albums: Ob alleine oder im mehrstimmigen Chor, Sänger Arno Menses trägt mit seiner angenehmen aber nicht kraftlosen Stimme den Großteil zur schönen Atmosphäre dieses Albums bei. Die Arrangements der Gesangslinien sind auch sehr gut gelungen. Trotz oft mehrstimmiger Passagen wirkt die Musik nie überladen oder zu anstrengend.
Handwerklich ist hier generell nichts zu bemängeln. Der Bass taucht im Hintergrund immer wieder mit schönen, abwechslungsreichen Blueseinlagen auf, die Gitarren ziehen, meist akustische, Klangwände hoch und das Schlagzeug bildet für all das ein solides Gerüst. Trotz des eher entspanntes Charakters dieser CD wird hier aufmerksames Hören definitiv belohnt. Die Band geht auch etwas weniger experimenteller als noch auf einigen älteren Alben zu Werke, worunter die Abwechslung etwas leidet.
Und es gibt leider noch einiges an dem Album zu bemängeln. Denn kompositorisch sind nicht alle Songs gelungen. Etwa die häufigen Breaks im ersten Track "When Alpha And Omega Collide" unterbrechen das Lied und die Atmosphäre immer wieder. Die Elektronik will sich hier nicht in das Gefüge eingliedern. An anderer Stelle des Albums, ist dies besser gelungen. Und die eigentlich sehr schöne Ballade "Eyes Wide Open" erstickt an ihrem Refrain.
Das vorletzte Lied "Mounting Castles In The Bloodred Sky" sollte eigentlich ein Instrumental sein. Während der Produktion kam jedoch jemandem die Idee, über das ganze die berühmte Rede "I have a dream" von Martin Luther King zu legen. Nette Idee, aber der Musik nicht gerade zuträglich. Die Rede wurde an vielen Stellen so stark in den Vordergrund gemischt, dass sich die Musik fast nur noch erahnen lässt. Und was sich da erahnen lässt, klingt wirklich vielversprechend, so jedoch ist der Track kaum hörbar. Schade um die vergebene Chance.

So bleibt am Ende der Eindruck von einem sehr guten Prog Rock-Album, mit einigen kleinen, verkraftbaren Schwächen beim Songwriting. Auch etwas mehr Abwechslung wünscht man sich manchmal, denn die Stimmung und Atmosphäre der zehn Lieder unterscheidet sich kaum. Wem aber die alten Alben gefallen und wer mit Bands wie THREE etwas anfangen kann, der sollte auch SIEGES EVEN unbedingt eine Chance geben.

Trackliste:
01. When Alpha And Omega Collide
02. Tidal
03. Eyes Wide Open
04. Iconic
05. Where Our Shadows Sleep
06. Duende
07. Bridge To The Divine
08. Leftovers
09. Mounting Castles In The Bloodred Sky
10. Paramount
Spielzeit: 01:01:46

Line-Up:
Arno Menses: Gesang
Markus Steffen: Gitarre
Oliver Holzwarth: Bass
Alex Holzwarth: Schlagzeug
Nicolas Freund [Nicki]
05.10.2007 | 16:20
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