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Cover von Skitliv -- Skandinavisk Misantropi
Band: Skitliv bei Facebook Metalnews nach 'Skitliv' durchsuchenSkitliv
Album:Skandinavisk Misantropi
Genre:Black Metal, Psychedelic
Label:Season Of Mist
Bewertung:7 von 7
Releasedatum:16.10.09
CD kaufen:'Skitliv - Skandinavisk Misantropi' bei amazon.de kaufen
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"Eine Reise zum Mittelpunkt des Wahnsinns"

Kvarforth, den etwas fragwürdigen, neurotischen Charakter der schwarzmetallischen Szene, der leider mehr mit seinem Auftreten und vor allem seinen Aussagen Aufmerksamkeit gewinnt, als mit den wirklich guten Alben, die er mit SHINING produziert und Maniac, den ehemaligen Sänger von MAYHEM, kennt wohl so gut wie jeder, mittlerweile jedenfalls. Doch von SKITLIV, was Norwegisch ist und zu Deutsch "Scheiß Leben" bedeutet, haben weitaus weniger Menschen bisher gehört. SKITLIV ist, seit dem Jahre 2005, ein Projekt zwischen den beiden oben genannten Musikgrößen, dass bisher nur zwei EPs auf den Markt gebracht hat. "Kristiansen And Kvarforth Swim In The Sea Of Equillibrium While Waiting" [2007] und "Amfetamin" [2008]. Dieses Jahr im Oktober folgte nun endlich das erste Full-Length: "Skandinavisk Misantropi". Wer diesen Titel hört, weiß wohl schon genau, in welche Richtung es gehen wird.

Und nein, es ist kein stumpfer, monotoner, hasserfüllt-misanthropischer Prototypen-Black Metal, der vornehmlich durch Rauschen auf sich aufmerksam macht und eher von Corpse Paint und Nieten lebt, als der Musik dahinter. Nein, ganz und gar nicht. SKITLIV spielen einen Hybriden aus psychedelisch-progressivem Black Metal und verstörend-krankhaftem Rock n' Roll, der sogar einige Blues-Anleihen durchscheinen lässt und von einer, verbal kaum zu greifenden Atmosphäre umspielt wird, die irgendwo zwischen purem Wahnsinn, morbidem Irrsinn und musikalischer Faszination liegt. Man bekommt hier keinen Song unter fünf Minuten geboten und mit schnellen, jagenden Stücken darf man hier gleich gar nicht rechnen. Ganz im Gegenteil, die Songs sind fast durchweg im Mid-Tempo Segment angesiedelt und werden durch ein wundervoll diffiziles Schlagzeug angetrieben und untermalt; dabei durch hypnotisch-monotone Riffs gestaltet, die derart intensiv und eingängig sind, dass man sich seelisch in den Songs verliert. Aus diesem Malstrom wird man urplötzlich durch hochfrequente Soli heraus gerissen, in einem derartigen Maße, dass es einem kalt den Rücken hinunter läuft. Einzig bei "Densetsu", für welches Truls Haugen [CIRCUS MAXIMUS] die Drums einspielte, geht es mit mehr Geschwindigkeit zur Sache und es werden einem ordentliche Double-Bass und Blast-Beat Attacken ins Gehirn gejagt. Die Songs kreieren eine unheilvolle, kriechend-böse Stimmung, die schleichend-bestialische und völlig, obgleich ich mich wiederhole, morbide Harmonien erschafft; die Intonation des Dunklen, des Bösen oder besser gesagt, des kompletten Irrsinns darstellt. Nicht von minderer Bedeutung hierfür sind die unglaublichen Stimmleistungen von Maniac und Kvarforth, dessen zumeist vollends psychotischen Clearvocals und Maniacs dämonisch-fieses Keifen, welche gemeinsam in perfekter Genauigkeit in das Gefühlschaos von "Skandinavisk Misantropi" eingefügt sind. Doch sind auch noch andere Stimmgiganten an diesem schwarzmetallischen Epos beteiligt gewesen. Neben Gaahl [Ex-GORGOROTH], in dem Song "Hollow Devotion", gab sich auch Attila [MAYHEM], in dem 13-Minuten Stück "ScrumDrug" die Ehre. Obgleich diese Scheibe unheimlich verwirrend, chaotisch, geistesgestört und fernab jeder Rationalität ist, bleibt man völlig überwältigt, mitgerissen und seelisch allein zurück. Eine Symphonie des geistigen Elends; eindringlich, finster, aber wunderschön.

"Skandinavisk Misantropi" nimmt einen mit auf eine Reise in die düsterste, verohteste Geisteswelt, voller Perversitäten und Wahnsinn, umgeben von musikalischer Phantastik, die beinahe schon den Charakter einer Horror-Filmmusik hat. Die Abmischung ist sehr gut, ausgewogen, voll und alles ist sehr sauber eingespielt, der pure Hörgenuss. Eine Stunde und neun Minuten, die man so schnell nicht wieder vergisst. Meine persönliche Empfehlung ist "Towards the Shores of Loss [Vulture Face Kain]", dessen ungeachtet, dass man im Grunde keinen Song aus diesem Gefüge herausheben sollte.

Trackliste:
1. Luciferon [Intro]
2. Slow Pain Coming
3. Hollow Devotion
4. Skandinavisk Misantropi
5. Towards the Shores of Loss [Vulture Face Kain]
6. A Valley Below
7. Densetsu
8. ScumDrug
Spielzeit: 01:09:14

Line-Up:
Maniac: Vocals, Guitars
Kvarforth: Guitars, Vocals
Ingvar: Guitars
Dag Otto Basgård: Drums
Tore Moren: Bass
Tobias Naumann [Necrologue]
04.11.2009 | 22:20
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