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Album:Sigh Society Impact
Genre:Melodic Death Metal
Label:Eigenproduktion
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:13.12.06
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"Aus heiterem Himmel"

Der relativ aufwendige Beipackzettel zum Album von SKYFALL verspricht dem Hörer ein Vergnügen zwischen NIGHTWISH, IRON MAIDEN, METALLICA und IN FLAMES/DARK TRANQUILLITY. Klingt nicht nur sehr spektakulär, sondern auch so, als ob sich da jemand vielleicht ein bisschen weit aus dem Fenster lehnt. Inwieweit die Band dieser hohen Erwartungshaltung gerecht werden kann, wollen wir hier nun erörtern.

SKYFALL stammen aus dem bayerischen Regensburg und legen mit "Sigh Society Impact" ihr erstes, selbstproduziertes Album vor. Die Besetzung besteht aus sechs Männern und einer Frau und weist bis auf die beidgeschlechtlich gedoppelte Frontposition keine Besonderheiten auf. Die Musik des Septetts würde ich am ehesten als Melodic Death Metal mit viel weiblichem Gesang bezeichnen. Bis auf eine Ballade, "Boundaries Of Time", wird durchgehend geschrammelt und Gas gegeben. Viele Riffs und Schlagzeugpassagen erinnern mich hier besonders an frühe IN FLAMES. Die anderen Referenzbands zu erkennen, tue ich mir jedoch schwer. Instrumental ist hier auch alles auf hohem Niveau ausgeführt worden. Gitarrensoli sind vorhanden, aber etwas spärlich gesät. Der Schlagzeuger spart nicht mit der Doublebass und verpasst den Songs dadurch ordentlich Druck, sorgt aber somit auch wieder dafür, dass SKYFALL vor allem an die einschlägigen Göteborger Bands erinnert. Besonders positiv ist mir Keyboarder Markus Neumeier aufgefallen, der wirklich schöne atmosphärische Spuren einstreut, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen, was einige Keyboarder gerne machen. Ein Manko ist aber, besonders angesichts der soliden Instrumentalfront, der Gesang. Der männliche Gesang ist durchgehend gegrunzt und wirklich kann man auch nichts an ihm aussetzen, außer dass er etwas monoton ist und oft in den Songs untergeht. Darunter hat auch die weibliche Stimme zu leiden. Die Gesangslinie sind eigentlich meist recht schön, leider werden sie aber nicht immer vollkommen getroffen und auch ist die Stimme der Sängerin leider etwas schwach, um mit der Kraft einer Metalband mithalten zu können. Auch sie geht gerne im melodischen Todesmetall unter. Interessant sind jedoch, die oft von beiden Stimmen gesungenen Passagen. Das habe ich vorher so noch nicht gehört und es gefällt mir!
Die Produktion ist solide, jedoch teilweise etwas zu leise. Teils als Ganzes, manchmal sind auch nur einzelne Instrumente etwas zu leise. Insgesamt weit über durchschnittlichem Demoniveau, jedoch heute nicht mehr ganz zeitgemäß.
Die Texte behandeln, wie der Albumname schon vermuten lässt, die böse Gesellschaft von George W. Bush bis zu Pädophilen. "Samara" handelt aber beispielsweise von dem Brunnenmädel aus "Ring", die Band beschränkt sich hier also nicht nur auf ein Thema
Das Coverartwork stammt übrigens von Niklas Sundin [DARK TRANQUILLITY], der ja bekanntlich nicht nur gerne Death Metal fabriziert, sondern auch Designer ist.

Als Fazit lässt sich sagen, dass SKYFALL ein ordentliches Debüt veröffentlicht haben, das aber leider noch unter einigen handwerklichen Schwächen zu leiden hat. Irgendwie bin ich beim Hören die Jugendzentrumsatmosphäre nie ganz losgeworden. Insgesamt interessant und spaßig, aber für die Oberliga reicht es noch nicht ganz.

Trackliste:
1. The Well [Intro]
2. Samara
3. Sigh Society Impact
4. My Nemesis
5. Ingenious Moments
6. Frost
7. Wicked Paradies
8. Escape [Enjoy The Noise]
9. The World - In Flames [Instrumental]
10. Boundaries Of Time
11. Dregs Of Society
12. Infect
13. Dark Temptations


Nicolas Freund [Nicki]
13.03.2007 | 01:00
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