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Album:Apocalyptic Love
Genre:Hard Rock, Rock
Label:Roadrunner Records
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:18.05.12
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"Der einzig wahre Mr. Zylinder"

Auf seinem vor zwei Jahren erschienenen Debütalbum hat der ehemalige GUNS N' ROSES- und immer noch VELVET REVOLVER-Gitarrengott Slash eine beeindruckende Palette von Gaststars auffahren können, die sich von den ganz alten Recken, wie Ozzy Osbourne und Lemmy Kilmister über die großen Rockstars der jüngeren Vergangenheit wie Chris Cornell, Dave Grohl und Kid Rock bis hin zu Popsternchen der Marke Fergie [BLACK EYED PEAS] und Adam Levine [MAROON 5] erstreckte. Doch getreu dem Motto, dass nicht alles Gold ist, was glänzt, musste man recht schnell ernüchtert feststellen, dass Slash seinerzeit scheinbar so viel Zeit und Energie in die Besetzungsliste investiert hatte, dass er darüber hinaus vollkommen vergaß, ordentliche Songs zu schreiben. Die Platte wirkte insgesamt ziemlich unzusammenhängend, ja geradezu orientierungslos und zeigte eine erschreckend blasse Version des einstmals wichtigsten Gitarristen der ganzen Rockszene.

Doch mit „Apocalyptic Love“, seinem zweiten Album, zeigt Slash, dass er gewillt ist, aus seinen Fehlern zu lernen. Anstatt einer aus allen Nähten platzenden Gästeliste hat er sich dieses Mal ausschließlich auf ALTER BRIDGE-Frontmann Myles Kennedy konzentriert - den Mann also, der schon auf dem Debütalbum als Einziger zwei Mal ans Mikro durfte. Zusammen haben die beiden fünfzehn Nummern geschrieben und aufgenommen [von denen auf der vorliegenden Albumausführung allerdings nur dreizehn enthalten sind], die im positiven Sinne so klingen, wie man sich das Ergebnis dieser Kollaboration vorstellt. Auf der einen Seite Kennedy, dessen Hauptband mit drei absolut hörenswerten Alben mit zum Besten zählt, was die aktuelle Rockszene zu bieten hat und auf der anderen Seite der Mann, der vor 25 Jahren mit seiner damaligen Combo den Geschichtsbüchern des Rock quasi über Nacht ein neues Kapitel hinzugefügt hat [und kurz darauf einen ähnlich rasanten Abstieg mitmachen musste]. Ihr Händchen für packende Songs haben dabei beide bereits zu Genüge nachgewiesen und so überrascht es auch nicht wirklich, dass sie mit gebündelten Stärken ein paar wahre Perlen für „Apocalyptic Love“ erschaffen haben. Schon der Opener und Titelsong lässt in bester GUNS N' ROSES-Manier aufhorchen, das folgende, mit einem wüsten Punk-Anstrich versehene „One Last Thrill“ ist aber sogar noch besser. Die erste Single „You're A Lie“ ist ein erstes Highlight der Platte, wird aber seinerseits gleich wieder vom folgenden „No More Heroes“ getoppt, das wie eine Mischung aus „Sweet Child Of Mine“ und „Bohemian Like You“, dem aus einem TV-Spot allseits bekannten Überhit der DANDY WARHOLS, klingt. Und während das erste Drittel der Platte als klare Ansage eher im Zeichen des Gaspedals steht, wird ab dort auch endlich Midtempo zugelassen - im weiteren Verlauf darf es dann sogar noch ruhiger werden. Das tut dem Album gut, denn so wird es auch gewiss nicht langweilig und nur so schaffen es weitere Glanzlichter wie das fantastische „Anastasia“ oder die beiden wunderschönen, die Tränendrüsen stimulierenden Balladen „Not For Me“ und „Far And Away“ auf das Album.

Eine neuerliche Revolution im Rockzirkus löst Slash mit „Apocalyptic Love“ zwar nicht mehr aus, immerhin zeigt er sich darauf aber enorm formverbessert im Vergleich zu seinem letzten Solostreich. Die Platte klingt einfach viel homogener und kann mit deutlich besserem Songmaterial aufwarten. Nachdem das Allstar-Projekt BLACK COUNTRY COMMUNION zuletzt dem Hard Rock modernerer Prägung in kürzester Zeit seine Würde wieder zurückgegeben hat, erfährt das zwischenzeitlich arg gebeutelte Genre mit „Apocalyptic Love“ weiteren, qualitativ äußerst hochwertigen Zuspruch. Myles Kennedy erweist sich dabei als absoluter Glücksfall für Slash und zusammen ermöglichen sich hier zwei tolle Musiker eine wirklich tolle Platte!

Trackliste:
01. Apocalyptic Love
02. One Last Thrill
03. Standing In The Sun
04. You're A Lie
05. No More Heroes
06. Halo
07. We Will Roam
08. Anastasia
09. Not For Me
10. Bad Rain
11. Hard & Fast
12. Far And Away
13. Shots Fired
Spielzeit: 00:54:29

Line-Up:
Slash - Guitars
Myles Kennedy - Vocals, Guitars
Brent Fitz - Drums, Electric Piano
Todd Kerns - Bass
Timo Beisel [kaamos]
26.05.2012 | 23:07
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