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Cover von Soilwork -- The Panic Broadcast
Band: Soilwork Homepage Soilwork bei Facebook Metalnews nach 'Soilwork' durchsuchenSoilwork
Album:The Panic Broadcast
Genre:Melodic Death Metal, Modern Metal
Label:Nuclear Blast
Bewertung:5.5 von 7
Releasedatum:02.07.10
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"Weniger Hits, dafür aber lineare Progression satt!"

Ziehe deine Brauen zusammen und du kommst auf eine Idee: Viel Nachdenken gebiert Weisheit. Bei SOILWORK wurde schon immer Nägeln mit Köpfen gemacht. Spätestens seit „A Predator's Portrait“ zählt die Band zweifelsohne zu den polarisierendsten, eigenständigsten und sektiererischsten Bands im Heavy-Metal-Zirkus. Nach dem tendenziell eher enttäuschenden „Sworn To A Great Divide“ veröffentlichen die schwedischen Elchtöter der Moderne dieser Tage nun „The Panic Broadcast“.

Angefangen mit "Late For The Kill, Early For The Slaughter" geht das 2010er Werk schon gleich zu Beginn schön brachial in die ersten Vollen. Blasts und hypermoderne, hammerharte Presslufthammer-Beats drücken den Zuhörer herzzuschnürend an eine Mauer zudringlichsten Ingrimms. Fett. „Two Lives Worth Of Reckoning“ ist vergleichsweise saturierter, dafür aber melodischer. Abgerundet wird der Song mit einem poppig hoch gesungenen Refrain, der sich unmerklich an einem vorbeischleicht. „Night Comes Clean“ [oberfetter Chorus!] und „The Thrill“ durchzieht ähnliche Konzeption, die zwischen Wucht und tonalem Populismus changiert. Gerade die gewohnt hervorragende, abwechlungsreich zwischen Gitarre und Drums wechselnde Rhythmusarbeit tut ihr Übriges, um qualmende Socken zu hinterlassen. Mithin auch ein Grund für die auf Anhieb zündende mitreißende Volt-Power von „Deliverance Is Mine“, sowie „Kings Of The Threshold“. Zwar versinkt ersterer etwas in den Fahrwässern bandeigener Durchschnittlichkeit, dafür punktet zuletzt erwähnter mit einem kreativ pumpenden Blast-Riff-Bastard in Intro, Bridge und Mittelteil. Die Soli sind auch nicht gerade von schlechten Eltern, auch wenn der akustische Schlussteil kontextmäßig doch leicht deplatziert wirkt. Der erste wirkliche Schwachpunkt ist nun leider auch noch unspektakulär mit „Let This River Flow“ tituliert. Besagtes Liedgut versucht sich an der Verwirklichung von Pomp, Pathos und psychologischem Flow, scheitert schlussendlich jedoch leider gerade an seinen unüberlegten, hastigen Übergängen. Ganz anders dagegen Track Nummero 8 „Epitome“. Hier kriegt man schon eher landläufige Göteborgsche Balladeskhaftigkeit, welche gerade durch flinkes Synthiegefummel und einem fetten Bassteppich besticht. Folgetrack „The Akuma Afterglow“ tut es seinem chronologischen Vorgänger gleich. Arschcooler Schlusspart im Übrigen. Das Ende naht. Und da mag man es neuerdings doomig-sphärisch bis feist-groovig: „Enter Dog Of Pavlov“ [merkwürdiger Titel?] ist genau das richtige Zeichen für ein Publikum, dass zum Schluss eines Konzertes noch einmal seine letzten Kraftreserven mobilisieren soll. Eine vernichtende Symbiose aus dramaturgischer Dichotomie und reinem Groove-Gebolze machen dieses Stück zu einem letzten kraftvollen Hinhörer.

Letzten Endes muss man Lob in Richtung Schweden entsenden: SOILWORK haben gelernt, nicht die selbe Belanglosigkeit und irritierende Phantomhaftigkeit ihres Vorgängers zu duplizieren, sondern ihren Sound gekonnt weiterzuentwickeln, obgleich dies zuweilen auf Kosten des Ohrwurmcharakters geht, doch auf der anderen Seite wiederum für ein gehöriges Quantum an Progression und Offenheit sorgt. Instrumental beweist man auf den Punkt gespielte Versiertheit und gesanglich scheint Björn „Speed“ Strid technisch noch einen ganzen Schritt weiter nach vorne gekommen zu sein. Zwar vermisst man die durch die Bank weg in den Bann reißende Ohrwurmhaftigkeit von „Stabbing The Drama“ [nach meinem Dafürhalten nach wie vor die beste Scheibe, die SOILWORK je gemacht haben] oder die fauchende Aggressivität von „A Predator’s Protrait“, dafür kann man im Gesamtbild mehr Abwechslung liefern. Und auch wenn die eigentlichen Granaten des Albums nicht so ganz mit Hits wie „As We Speak“, „One With The Flies“ oder „Rejection Role“ mithalten können, hinterlässt „The Panic Broadcast“ erneut den Eindruck eine weitere wertige Platte einer grandiosen Ausnahmeband gehört zu haben. Und zum Abschluss sei bitte noch folgender Ruf gestattet: Ich bin tief davon überzeugt, dass SOILWORK auch dieses Mal ihre Genre-Kollegen von IN FLAMES und DARK TRANQUILITY live anno 2010 mit ihrem neuen Material an die Wand spielen werden – ganz ohne ablenkende Licht-Show oder künstliches Gepose. Komme, was wolle: Diese Band bleibt eine Macht.

Trackliste:
01. Late For The Kill, Early For The Slaughter
02. 2 Lives Worth Of Reckoning
03. The Thrill
04. Deliverance Is Mine
05. Night Comes Clean
06. King Of The Threshold
07. Let This River Flow
08. Epitome
09. The Akuma Afterglow
10. Enter Dog Of Pavlov
Spielzeit: 01:00:00

Line-Up:
Bjorn "Speed" Strid - Vocals
Sven Karlsson - Keyboards/Samples
Peter Wichers - Lead/Rhythm Guitar
Dirk Verbeuren - Drums
Ola Flink - Bass
Sylvain Coudret - Lead/Rhythm Guitar
Markus Amadeus Sievers [Lester Bangt]
25.05.2010 | 13:43
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