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METALNEWS.DE - CD-REVIEW: Sonata Arctica - The Ninth Hour
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Cover von Sonata Arctica -- The Ninth Hour
Band: Sonata Arctica Homepage Sonata Arctica bei Facebook Metalnews nach 'Sonata Arctica' durchsuchenSonata Arctica
Album:The Ninth Hour
Genre:Power Metal
Label:Nuclear Blast
Bewertung:4 von 7
Releasedatum:07.10.16
CD kaufen:'Sonata Arctica - The Ninth Hour' bei amazon.de kaufen
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"Höhen und Tiefen im Zuckerwatte-Land"

Zusammen mit NIGHTWISH und STRATOVARIUS gehören SONATA ARCTICA zu den finnischen Bands, die dem europäischen Power Metal für alle Zeit ihren Stempel aufgedrückt haben. Zwei Jahre nachdem sie neben einem neuen Album auch noch eine Neuauflage ihres gefeierten Debüts „Ecliptica“ vorgelegt haben, sind die Burschen aus Kemi wieder zurück und haben mit „The Ninth Hour“ eine neue Platte auf Lager, die einmal mehr über ihr Haus- und Hof-Label Nuclear Blast erschienen ist.

„The Ninth Hour“ ist ein in jeder Hinsicht typisches SONATA ARCTICA-Album geworden. Das ist gut, weil es natürlich die jedem Fan hinlänglich bekannten Elemente des Sounds der Finnen in sich vereint. So gibt es auf dieser Platte also oftmals treibenden, typisch finnischen Power Metal mit erhöhtem Kitsch-Faktor, was in Nummern wie dem recht kraftvoll einsteigenden „Closer To An Animal“, mehr noch im nachfolgenden „Life“, „Fairytale“ oder auch „Rise A Night“ durchaus Spaß machen kann. Auch war der Gesang von Frontmann Tony Kakko seit jeher eines der wichtigsten Aushängeschilder von SONATA ARCTICA und auch auf „The Ninth Hour“ zeigt sich der Mann in stimmlicher Bestform und stellt das volle Spektrum seines Könnens von gefühlvoll bis aggressiv zur Schau und das ist wahrlich beeindruckend. Allerdings nimmt der erwähnte Kitsch auf dieser Platte auch gerne Überhand und wenngleich man bei dieser Truppe aus Kemi zu erwarten hat, dass auch über den bereits angesprochenen, treibenden Nummern ein gewisse Süßlichkeit liegt, ist das in konzentrierter Form bisweilen schwer erträglich. Das deutet sich in einer Nummer wie „Among The Shooting Stars“ bereits an und erreicht seinen schmerzlichen Höhepunkt dann in „Fly, Navigate, Communicate“, das eher wie ein Musical-Ausschnitt denn wie Power Metal klingt und auch „Candle Lawns“ steht derlei Kompositionen in Kitsch in nichts nach. Mag ja sein, dass auch dieser Teil von „The Ninth Hour“ musikalisch in jeder Hinsicht hochwertig ist – mit guten Musikern hat es der Hörer bei SONATA ARCTICA allemal zu tun – allerdings werden solcherlei Momente des Schmachtens höchsten beinharten Fans der Band sowie von Disney-Musicals Freude bereiten. Dass die Mischung aus soliden Power Metal und Zuckerguss-Pathos allerdings auch ziemlich gut funktionieren kann, zeigt „Till Death's Done Us Apart“, in dem die Band Märchenstunde und Metal-Gitarren auf ebenso unerwartete wie gekonnte Art und Weise ineinander verzahnt. Von derartiger kompositorischer Finesse hätte es auf „The Ninth Hour“ gerne etwas mehr geben dürfen, denn so machen SONATA ARCTICA zwar nichts falsch, scheinen aber des Öfteren auf Nummer sicher gehen zu wollen und so wirken viele der Songs etwas generisch. Das wird auch durch die Produktion dieses Albums nicht gerettet, denn während die Platte in glasklarem und poliertem Sound aus den Boxen kommt, haftet dem Ganzen doch eine fast schon sterile Kälte an, was vor allem daran liegt, dass die Gitarren des Herrn Elias Viljanen so klingen, als hätten sie noch nie einen echten Verstärker gesehen. Das ist vor allem deshalb schade, weil der Mann hier allerhand tolle Melodien und Leadgitarrenläufe vom Stapel lässt, wie vor allem im zehnminütigen Epos „White Pearl, Black Oceans Part II“ zu hören ist.

SONATA ARCTICA haben sich über die Jahrzehnte ihren ganz eigenen Sound geschaffen und auch auf „The Ninth Hour“ klingt die Truppe wieder unverkennbar nach sich selbst - ein bisschen zu sehr fast, denn die Finnen arbeiten auf ihrer neuesten Platte stoisch ihre gewohnten Selling Points ab und zitieren sich damit oftmals selbst. „The Ninth Hour“ ist keine schlechte Platte und SONATA ARCTICA sind mit Sicherheit überragende Musiker, allerdings klang die Band auf dem vorangegangenen „Pariah's Child“ weitaus frischer und ungezwungener als auf diesem Album. Dennoch hörenswert.

Trackliste:
01. Closer To An Animal
02. Life
03. Fairytale
04. We Are What We Are
05. Till Death's Done Us Apart
06. Among The Shooting Stars
07. Rise A Night
08. Fly, Navigate, Communicate
09. Candle Lawns
10. White Pearl, Black Oceans Part II
11. On the Faultline [Closure To An Animal]
Spielzeit: 01:02:06

Line-Up:
Tony Kakko - Vocals, Keyboards
Elias Viljanen - Guitar
Pasi Kauppinen - Bass
Henrik Klingenberg - Keyboards
Tommy Portimo - Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
08.10.2016 | 13:09
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