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"Wenn die Schwächen zu Stärken werden" | ||||||||||||||||||
| SONNE ADAM – was sich zunächst noch ganz beschaulich anhört entpuppt sich spätestens beim Blick ins hebräische Wörterbuch als weit weniger friedlich. "Menschenhasser" heißt die isrealitische Truppe, die sich – nicht zuletzt durch die Tour mit GRAVE – in Europa einen gewissen Bekanntheitsgrad erspielt hat, zumindest innerhalb der Szene. Aber auch ohne die entsprechende Literaturrecherche ist es mit der Beschaulichkeit schnell vorbei wenn "Messengers Of Desolate Ways" zum ersten mal im CD-Player rotiert. Denn was einem die Boxen da entgegenschleudern ist ein garstiger, fieser und dreckiger Brocken Todesblei. Ein dumpfes Schlagzeug und matschiger Gitarrensound paaren sich mit dem Gesang, der so sehr hallt als wäre er im tiefsten und dunkelsten Kellerloch Israels aufgenommen worden. Zäh wie erkaltende Lava schleppt sich diese Kombination in überwiegend langsamem Tempo durch 15 Titel und über 80 Minuten. Was nicht gerade wie ein Kompliment an den Tontechniker klingt kann wohl als Markenzeichen von SONNE ADAM betrachtet werden. Man muss gewissermaßen zwischen den Zeilen lesen, denn die Songstrukturen, Akkorde und Noten verraten nur die halbe Wahrheit. Die erzeugte Atmosphäre ist ein mindestens ebenso wichtiger Bestandteil des Albums und genau an dieser Stelle kommt die "hervorragend miserable" Produktion zum tragen. Zusammen mit choralen Passagen und Hintergrundgeräuschen verleiht diese "Messengers Of Desolate Ways" genau die Boshaftigkeit die das Album am Ende ausmacht. Dafür fordert die Scheibe dem Hörer aber auch einiges an Aufmerksamkeit ab und will in Ruhe erschlossen werden. Beim ersten flüchtigen Durchhören ist jedenfalls erst mal nicht viel hängen geblieben. Erst nach mehrfachem Anhören bin ich so langsam mit der Platte warm geworden. Während andere Bands – wie zuletzt KRISIUN mit "Arise From Blackness" – vielleicht mal zum 20-jährigen Jubiläum eine Compilation mit rarem, altem Material auf den Markt werfen scheinen SONNE ADAM da irgendwie ungeduldiger zu sein. Nach gerade mal einem einzigen offiziellen Studioalbum im Jahre 2011 wird das Material der ersten beiden EPs zusammen mit der aktuellen aber nur auf Vinyl erhältlichen "Doctrines of Dark Devotion" EP als "Messengers Of Desolate Ways" wiederveröffentlicht. SONNE ADAM machen auf "Messengers Of Desolate Ways" ihre vermeintlichen Schwächen ganz klar zu ihren Stärken und veröffentlichen eine der markantesten und auffälligsten Death/Doom-Platten die ich seit langem gehört habe. Auf dem täglichen Weg zur Arbeit oder anderweitig nebenbei hat das Album keine Gelegenheit sein gewaltiges Potential zu entfalten, in einem ruhigen Moment auf der heimischen Anlage hingegen kommt die finstere Atmosphäre richtig gut zum Tragen. | ||||||||||||||||||
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