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Album:Brush-fires Of The Mind
Genre:Heavy Metal
Label:Century Media
Bewertung:2.5 von 7
Releasedatum:09.07.10
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"Feuer im Hirn"

Jon Schaffer empfiehlt allen an SONS OF LIBERTY Interessierten, folgende Ratschläge zu beachten:

1. Bleibt objektiv und vertraut auf euer Bauchgefühl.
2. Stellt euch der Wahrheit, egal wie verstörend sie auch sein mag.
3. Findet zueinander, stimmt euch ab und bringt euch ein.

Diese Ratschläge wollen wir doch gleich beachten und auf das SONS OF LIBERTY Debüt „Brush-fires Of The Mind“ anwenden.

Stellen wir uns zunächst der Wahrheit, egal wie verstörend sie auch sein mag. Jon Schaffer, bekannt durch ICED EARTH und sein Projekt DEMONS & WIZARDS mit Hansi Kürsch von BLIND GUARDIAN, hat sich spätestens mit dem noch halbwegs brauchbaren ICED EARTH-Album „The Glourious Burden“ als amerikanischer Patriot der radikaleren Sorte geoutet und dafür außerhalb Amerikas nicht nur Lob geerntet. Um diesen Ruf zu festigen [und die mit der Entlassung von Tim „Ripper“ Owens und der Wiederverpflichtung des neuen alten Sängers Matt Barlow, der aber seinen Job als Polizist nicht aufgeben wollte, selbst eingebrockten Zwangspausen von ICED EARTH zu überbrücken] gibt es nun als dritte Baustelle des Gitarristen und Sängers das Projekt SONS OF LIBERTY, bei dem Jon Schaffer fast alles selber macht.

Eigentlich soll es hier ja um Musik gehen [gell, Jon] und deshalb befolgen wir zur Beurteilung dieser nun am besten gleich den ersten Ratschlag Jon Schaffers, bleiben objektiv und vertrauen auf unser Bauchgefühl.
Nach dem enttäuschenden letzten ICED EARTH-Album „The Crucible Of Man“ gestalten sich der Einstieg in „Brush-fires Of The Mind“ überraschend hochwertig: Die Gitarren gehen wieder dynamischer zu Werke und der Gesang, übrigens ebenfalls von Jon Schaffer persönlich, überzeugt sofort mit abwechslungsreichen Gesangslinien und einem guten Refrain, Jim Morris, langjähriger Produzent von und „Reservegitarrist“ bei ICED EARTH, spielt einige seiner besten Soli. Klingt ganz gut soweit und geht auch mit „Don’t Tread On Me“ – der Song hat übrigens nichts mit dem gleichnamigen ICED EARTH-Track zu tun – etwas melodischer weiter. Aber hier tut sich gleich der nervtötendste Aspekt des Albums auf. Fast alle Tracks enden mit gesprochenen Zitaten historischer amerikanischer Politiker oder mit bekloppten Samples historischer politischer Reden. Hitler und so. Kurz in eigener Sache: Die aktuelle amerikanische Politik in irgendeiner Weise mit der Hitlers zu vergleichen ist nicht nur eine unverschämte Beleidigung der Regierung, die dieses Land bitter nötig hat, es ist auch ein Schlag ins Gesicht jedes Opfers des 2. Weltkriegs und des Holocaust und genügt eigentlich schon, um das Konzept dieses Albums völlig zu disqualifizieren. Umso erfreulicher, dass die Musik auch in der Albummitte brauchbar bleibt. Die Ballade „Our Dying Republic“ ist jedenfalls brauchbarer als das Pendant „When The Eagle Cries“ auf „The Glourious Burden“. Klar, manches hat man so ähnlich schon bei ICED EARTH gehört und das Rad des Heavy Metal wird auch nicht neu erfunden. Man muss Jon Schaffer aber lassen, dass das, im Vergleich zu den letzten ICED EARTH-Alben, entschlackte Songwriting ganz erfrischend wirkt. Auf den 45 Minuten hätte dann etwas Abwechslung, besonders um die nervigen Samples zu entschärfen, doch ganz gut getan. Denn ab „Tree Of Liberty“ ist dann langsam die Luft raus und die Routine eingekehrt.

Mein objektives Bauchgefühl sagt mir nun, dass Jon Schaffer mit SONS OF LIBERTY ein brauchbares Heavy Metal-Album abgeliefert hat, dass nach den letzten ICED EARTH-Ausfällen fast als Lichtblick gelten kann, selbst wenn es an alte Glanztaten nicht ansatzweise heranreicht. Das Konzept ist dafür dermaßen daneben, dass man fast von Komplettausfall sprechen muss. Das ist leider die Wahrheit, denn, jedem seine politische Meinung, aber wenn man, wie Jon Schaffer offensichtlich, zu wenig Ahnung und Überblick über wirtschaftliche und politische Verwicklungen hat und Freiheit darüber definiert, dass jeder seine Schnellfeuerwaffe im Schrank haben darf, dann ist das vielleicht dumm und einfältig. Ganz klar ist es jedoch Propaganda und diese hat weder im Metal noch sonst irgendwo etwas verloren. So müsste es für diesen Blindgänger von einem Albumkonzept eigentlich die schlechteste Note geben. Wo Konzepte anderer Bands für eine Aufwertung sorgen können, muss dies hier auch in die andere Richtung gelten. Und für die durchweg brauchbare, wenn auch nicht besondere Musik gibt es 1,5 Punkte drauf. Wer das anders sieht, darf sich gerne über die Kommentarfunktion einbringen.

Trackliste:
01. Jeckyll Island
02. Don't Tread On Me
03. False Flag
04. Our Dying Republic
05. Indentured Servitude
06. Tree Of LIberty
07. Feeling Helpless
08. The Cleasing Wind
09. We The People
Spielzeit: 00:45:51

Line-Up:
Jon Schaffer: Gesang, Gitarre, Drum programming

Jim Morris: Gitarre, Gesang, Drum programming
Ruben Drake: Bass
Troy Seele: Gitarre
Howard Helm: Piano
Jeff Brandt: Gesang
Nicolas Freund [Nicki]
16.08.2010 | 15:17
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