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Cover von Soror Dolorosa -- Blind Scenes
Band: Soror Dolorosa Homepage Soror Dolorosa bei MySpace.com Metalnews nach 'Soror Dolorosa' durchsuchenSoror Dolorosa
Album:Blind Scenes
Genre:Gothic, Gothic Rock
Label:Northern Silence Productions
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:25.02.11
CD kaufen:'Soror Dolorosa - Blind Scenes' bei amazon.de kaufen
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"Von Gnade, Schmerz und Heilung..."

SOROR DOLOROSA [lateinisch für „Sister Pain“] stammen aus Frankreich, haben sich bei der Wahl ihres Bandnamens vom Roman eines flämischen Symbolisten aus dem 19. Jahrhundert inspirieren lassen und präsentieren mit „Blind Scenes“ - nach einer lediglich untergründig gehandelten EP - nunmehr ihr Debütalbum, das auf dem geschmäcklerischen Northern Silence-Sublabel Beneath Grey Skies verlegt wird.

Unzweifelhaft ein Debüt nach Maß, denn in Sachen Gothic- bzw. Wave-Rock derart nachhaltig beeindruckt und - quasi vom ersten Ton an - gefangen genommen hat mich zuletzt vor zwei Jahren das „Nearly Down“-Album von BURY ME DEEP.
Klingt, zugegeben, etwas überschwänglich, aber hey, dafür, dass SOROR DOLOROSA sich letztlich auch nur ausgiebig bei altehrwürdigen Gothic-Ikonen wie THE CURE, THE SISTERS OF MERCY, FIELDS OF THE NEPHILILM, BAUHAUS und Dark Wave/Gothic Rock der 80er und frühen 90er bedienen bzw. sich davon haben inspirieren lassen, ist „Blind Scenes“ trotzdem - oder vielleicht gerade deswegen - zu einem regelrechten Geniestreich geraten.
Die Band selbst stapelt gehörig tief, wenn sie ihren Stil lediglich als „blue sound“ bezeichnet und beiläufig droppt, inhaltlich gehe es überwiegend um „Bedauern, Kälte, Alkoholmissbrauch und Verdammnis“. Sicherlich trefflich umrissen, aber eben auch gekonnt unterkühltes Understatement.
Schon der Opener „Crystal Lane“ ist nämlich bereits ein formvollendet-stimmiges Amalgam aus dem Besten von sämtlichen o.g. üblichen Verdächtigen in Sachen Düsterrock, angetrieben von einem dominanten Bass und THE CURE-ähnlichen Harmonien.
Der bittersüße Reigen geht genauso weiter, denn von „Autumn Wounds” über „Damaged Dreamer” [BAUHAUS-meets-FIELDS galore] über die Bandhymne “Soror Dolorosa” sitzt hier jeder Ton und jedes noch so reduzierte Arrangement exakt da, wo es hingehört.
Bei “In A Glance” stammen die Gitarren erneut eindeutig von THE CURE, der Gesang ist ein Wechselbad zwischen unterkühlt und emotional, gerade so, als sei das Timbre von Andrew Eldritch, Robert Smith und Carl McCoy kurzerhand verschmolzen. Ähnliches trifft wohl auch auf “Scars Of Crusade” zu, denn soviel Melancholie, Herz- und Weltschmerz haben THE CURE sicherlich seit Jahrzehnten nicht mehr vertont bekommen.
Der Rausschmeißer “Broken Wings” zieht einen mit seinen doomig-verschleppten, verhallten Drums und SISTERS-Basslinien gleich nochmal so richtig schön tief 'runter und keinesweg nur, weil das Album damit schon wieder enden soll.
An obiges Label vermittelt wurden die schmerzhaften Schwestern übrigens von ihrem Landsmann Neige [u.a. ALCEST], was zusätzlich für Qualität bürgen dürfte und die analogen Aufnahmen von “Blind Scenes” stammen aus dem “Drudenhaus”-Studio in einem entlegenen Winkel Britanniens, wo es selbst im August regnet, was die Atmosphäre dieses Albums nur noch dichter, düsterer und authentischer geraten lässt.

Nachdem man - realistisch gesehen - in absehbarer Zeit wohl eher keine neuen Tonträger von THE SISTERS OF MERCY, den FIELDS OF THE NEPHILIM, BAUHAUS oder THE CURE zu erwarten hat, stellt „Blind Scenes“ von SOROR DOLOROSA die einzig sinnvolle/hörbare Alternative dar.
Melanchoholiker jeglicher Couleur können - dem Albumtitel entsprechend - hier tatsächlich „blind“ zugreifen und anschließend ergriffen gleich noch den geschliffenen Kristall-Dekanter mit dem schweren Bordeaux in greifbare Nähe stellen, denn „Blind Scenes“ sollte das rote Wasser in Strömen fließen lassen...

Trackliste:
01. Crystal Lane
02. Autumn Wounds
03. Damaged Dreamer
04. Low End
05. Soror Dolorosa
06. Scars Of Crusade
07. In A Glance
08. Broken Wings
Spielzeit: 00:47:00

Line-Up:
Hervé - Bass
Moulay - Guitars
Andy - Vocals
Franck - Drums, Percussions








Dirk Konz [dkay] | 27.02.2011 | 21:30

Durchschnittliche Leserwertung: 5.5 / 7 Punkten

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Kommentar von: G
Wertung: 6.5/7 | 11.06.2011 -- 01:30
Die Mischung des Albums wird mit jedem Hören stimmiger und organischer, klasse Neuentdeckung! Schlichtweg kopierendes Verhalten kann ich hier nicht entdecken, da ist genügend Eigenständigkeit vorhanden.
Kommentar von: Nachtigaller
Wertung: 4.5/7 | 26.03.2011 -- 10:37
Wie sagt man so schön "Besser gut kopiert, als schlecht erfunden". Problem kein wirklicher Wiedererkennungswert.
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