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Cover von Soul Stealer -- Soul Stealer
Band: Soul Stealer Homepage Soul Stealer bei Facebook Metalnews nach 'Soul Stealer' durchsuchenSoul Stealer
Album:Soul Stealer
Genre:Heavy Metal, Melodic Metal, Power Metal
Label:Ledo Takas Records
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:05.05.08
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"Feuriger Wind aus Litauen"

Das litauische Label Ledo Takas legt, was Veröffentlichungen betrifft, ganz gut vor: nächstes Eisen im Feuer sind SOUL STEALER aus Wilna mit ihrem gleichnamigen, bereits im Frühjahr 2008 erschienenen Debut.
Pikantes Detail am Rande: Sänger Jeronimas Milius hatte bereits die zweifelhafte Ehre, seine Heimatnation beim Eurovision Song Contest im Mai letzten Jahres in Serbien zu repräsentieren.

Deshalb zocken diese Herren natürlich noch lange keinen Eurovisions-Popwanzenrock, sondern vielmehr ihre sehr eigene Version von eher klassisch orientiertem, keyboardlastigem, melodischem Power Metal.
Wen diese Beschreibung nun unweigerlich an FIREWIND erinnert, der liegt damit nicht gänzlich falsch, denn der Schatten der Hellenen auf „Soul Stealer“ ist nahezu allgegenwärtig.
Los geht’s mit dem dynamisch-hymnischen „Viskas, Kas Turi Pradžià...“, wo gleich mal sämtliche Mitwirkenden gekonnt demonstrieren, was sie so drauf haben: Gitarrist Enrikas soliert und rifft à la Gus G., Frontmann Jeronimas gibt die stimmgewaltige Nachtigall wie Michael Kiske mit HELLOWEEN zu seligen „Keeper...“-Zeiten und die Keyboards gniedeln wie eine zweite Gitarre.
Hat man sich an die übermächtigen Keyboardläufe und die litauische Sprache erstmal gewöhnt, gewinnen die Songs tatsächlich an Reiz, denn Gitarrenarbeit und Soli sind durchaus solide, die Vocals kraftvoll und inbrünstig und mal ehrlich, etwas Pathos und Schmalz haben bei diesem Genre schließlich noch nie geschadet...
„The Reaper“ ist so ein Paradebeispiel: Keyboards galore, fast will man sich fremdschämen wegen der eigentlich schon grenzwertig peinlich-melodramatischen Texte und Momente, aber die satte Gitarrenarbeit rettet hier über so manche Länge.
„Vampire Woman“ beginnt als klassische Heavy Rock-Ballade, beschleunigt dann aber noch mit einem IRON MAIDEN-Gedächtnis-Part, mächtigen DEEP PURPLE-Keyboards und THE DARKNESS-Eunuchengesang.
„Dar Nevėlu“ erinnert leicht an gemäßigte ICED EARTH, allerdings ohne deren erdige Heaviness wirklich zu erreichen, bei „Be Sparnu“ nimmt einen erneut das Keyboard an die Hand und führt durch den Song.
Mit „Liūdesio Miestas“ dagegen ist SOUL STEALER dann mal eine richtig schöne, unpeinliche [Halb-]Ballade, mitsamt Akustikgitarre, Piano-Geklimper [erinnert ein bisschen an die guten, alten GREAT WHITE] und Co. gelungen, die im Refrain noch schön Fahrt aufnimmt.
Auch „Plaštakė“ und v.a. der Rausschmeißer „Too Heavy“ können mit melodisch-flottem Riffing, prägnanten Melodien und stampfenden Drums überzeugen.
Ein Manko ist dagegen die kratzige, drucklose Produktion und z.T. die Langatmigkeit der einzelnen Lieder, die häufig noch zu extensiv vor sich hinfiedeln, ohne so richtig auf den Punkt zu kommen und das - erwartungsgemäß - eher holprige Englisch der spärlich gesäten, englischsprachigen Tracks.

„Soul Stealer“ dürfte sich wegen o.g. Makel im internationalen Vergleich mit Hochkarätern wie z.B. FIREWIND noch etwas schwer tun, denn wer bislang seine Seele noch nicht dem Rock'n'Roll verschrieben hatte, wird es trotz des Bandnamens wohl auch nicht unbedingt wegen SOUL STEALER tun.
Allerdings dürften hiermit die Zeichen in Sachen Melodic Power Metal auch in Litauen nunmehr auf Sturm stehen.

Trackliste:
01. Viskas, Kas Turi Pradžià...
02. Padėk Išnykti...
03. The Reaper
04. Brolis Už Brolį
05. Vampire Woman
06. Dar Nevėlu
07. Be Sparnų
08. Liūdesio Miestas
09. Plaštakė
10. Too Heavy
Spielzeit: 00:56:51

Line-Up:
Jeronimas Milius – Vocals
Enrikas Slavinskis – Guitars
Kestutis Zige – Bass
Vytautas Diskevicius – Keyboards
Sarunas Venckus - Drums
Dirk Konz [dkay]
19.01.2009 | 22:03
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