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Cover von Steven Wilson -- Hand. Cannot. Erase.
Band: Steven Wilson Homepage  Metalnews nach 'Steven Wilson' durchsuchenSteven Wilson
Album:Hand. Cannot. Erase.
Genre:Progressive, Rock
Label:KScope Music
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:27.02.15
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"Wunderbar anders"

Als Steven Wilson seine bisherige Hauptband PORCUPINE TREE vor wenigen Jahren auf dem Höhepunkt des kommerziellen Erfolgs auf Eis legte, um sich komplett auf seine Solo-Karriere zu konzentrieren, erklärten einige den quirligen Briten vorschnell für verrückt. Inzwischen wissen wir alle: Das Risiko hat sich gelohnt, denn unter seinem eigenen Namen überflügelte Steven erfolgstechnisch nicht nur PORCUPINE TREE, sondern steht sogar kurz davor, sich im Mainstream zu etablieren. Und das wohlgemerkt ohne musikalische Kompromisse einzugehen – schließlich schaffte es das kopflastige Retro-Prog-Wunderwerk „The Raven That Refused To Sing [And Other Stories]“ von 2013 hierzulande auf den dritten Platz der Albumcharts.

Dessen Nachfolger präsentiert Steven jetzt mit nahezu unveränderter Backing-Mannschaft – lediglich ergänzt um die israelische Sängerin Ninet Tayeb – in Form von „Hand. Cannot. Erase.“. Den Umstand des fast identischen Line-Ups als Hinweis auf die Stilistik des Werks zu deuten, ist komplett falsch. Auch für sein viertes Solo-Album hat sich Steven immer noch keine stilistische Komfortzone konstruiert. Klar, manches erinnert hier an die drei Vorgänger, manches an PORCUPINE TREE und sogar NO-MAN, aber im Großen und Ganzen gibt es hier wieder etwas Neues, das aber natürlich unverkennbar nach STEVEN WILSON klingt. Als Story liegt dem Album die Geschichte der jungen Britin Joyce Carol Vincent [1965-2003] zu Grunde, die trotz eines intakten Privatlebens über zwei Jahre tot in ihrer Wohnung in London lag, ohne wirklich vermisst zu werden. Musikalisch nähert sich Wilson dem Thema durch größte Vielfalt: Neben dem zu erwartenden Prog, sowohl moderner als auch klassischer Prägung, sind hier auch ungewohnt metallische Riffs, viele elektronische Einflüsse und sogar astreiner Pop erlaubt – gerne auch in einem einzigen Stück. Gerade die Longtracks könnten kaum abwechslungsreicher sein: Der Opener „First Regret/3 Years Older“ klingt in seinen energischen, vertrackten Momenten nach RUSH, der elegische Refrain erinnert an PORCUPINE TREE, während das Grundgerüst auch von THE WHOs „Tommy“-Konzeptdreher [1969] stammen könnte – wäre da nicht der moderne Ambient-Teppich mit allerlei Soundeffekten, die den Song eindeutig in der Neuzeit verankern. Ähnlich dynamisch präsentiert sich auch „Ancestral“: Brodelnde Electronica samt Klangteppichen, die sich später in klassischem STEVEN WILSON-Prog auflösen, um dann in einen brettharten, von einem RAMMSTEIN-Riff getragenen Schluss zu münden. Und dann gibt es da noch den poppigen Titeltrack samt Wunderrefrain, der jedem Traditionalisten die Schamesröte ins Gesicht treiben wird. Noch schlimmer für Scheuklappenträger wird es mit „Perfect Life“: Viel Atmosphäre, wenig Struktur, dafür Elektro-Beats und verfremdete Gitarren. Hier muss man selbst den Rock mit der Lupe suchen. Auch erwähnenswert: Die schönste Gesangsmelodie der Scheibe hat sich Steven für das Interlude „Transience“ aufgehoben, während Gitarrist Guthrie Govan mit seinem bluesigen, entfesselten und unfassbar tollen Solo in „Regret #9“ eindrucksvoll beweist, warum er momentan als einer der talentiertesten und besten Gitarristen der Welt gehandelt wird.

„Hand. Cannot. Erase.“ ist anders, unberechenbar und schlicht wunderbar. An manchen Tagen mehr, an manchen etwas weniger, aber es steht außer Frage, dass Steven Wilson hier alles bis ins letzte Detail richtig gemacht hat, sich selbst treu geblieben ist und mit diesem Werk dann hoffentlich endlich und endgültig in den Rock-Olymp aufsteigen wird.

Trackliste:
01. First Regret/3 Years Older
02. Hand. Cannot. Erase.
03. Perfect Life
04. Routine
05. Home Invasion/Regret #9
06. Transience
07. Ancestral
08. Happy Returns/Ascendant Here On
Spielzeit: 01:05:57

Line-Up:
Steven Wilson – Vocals, Guitar, Bass, Mellotron, Keyboard
Ninet Tayeb - Vocals
Guthrie Govan – Guitar
Nick Beggs – Bass, Chapman Stick
Adam Holzman – Keyboard, Piano
Theo Travis – Flute, Saxophone,
Marco Minnemann – Drums, Percussion
Michael Siegl [nnnon]
21.02.2015 | 17:23
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