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Cover von Steven Wilson -- The Raven That Refused To Sing [And Other Stories]
Band: Steven Wilson Homepage  Metalnews nach 'Steven Wilson' durchsuchenSteven Wilson
Album:The Raven That Refused To Sing [And Other Stories]
Genre:Progressive, Rock
Label:KScope Music
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:01.03.13
CD kaufen:'Steven Wilson - The Raven That Refused To Sing [And Other Stories]' bei amazon.de kaufen
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"Vorwärts in die Vergangenheit"

Man kann momentan gar nicht genug lobende Worte für Steven Wilson finden. Der schmächtig wirkende, stets quirlige Engländer wird endlich – wohlgemerkt ist Wilson bereits seit 1983 aktiv – immer mehr als der große Künstler angesehen, der er zweifelsohne ist. Sei es durch PORCUPINE TREE, STORM CORROSION, seine Soloalben, neue Mixe für betagte Klassiker von Bands wie KING CRIMSON, CARAVAN, JETHRO TULL und EMERSON, LAKE & PALMER oder als Produzent [z.B. OPETH]. Dass er sein kommerziell bisher erfolgreichtes Projekt, PORCUPINE TREE, auf dem Höhepunkt der öffentlichen Wahrnehmung auf Eis legte, um sich seiner Solokarriere zu widmen, zeigt überdeutlich, dass es Wilson um kreative Verwirklichung und nichts anderes geht.

Nach der sperrigen, modernen Selbstfindungs-Platte „Insurgentes” [2009] und dem kreativen Rundumschlag in Form des Doppelalbums „Grace For Drowning” [2011], liefert Wilson mit seinem dritten Soloalbum „The Raven That Refused To Sing [And Other Stories]” ein sehr stringentes Werk ab, das in jeglicher Hinsicht die logische Verschmelzung seiner Projekte ab 2011 ist. Man hört fast jeder Sekunde des Albums an, wie sehr sich Wilson von den von ihm bearbeiteten Alben der oben genannten Prog-Größen, allen voran KING CRIMSON und JETHRO TULL, beeinflussen ließ, denn so sehr in der Vergangenheit, konkret irgendwas zwischen 1968 und 1973, verwurzelt tönte Steven Wilson tatsächlich noch nie. Dazu kommt ein in dieser Konsequenz durchaus überraschender Jazz-/Fusion-Einschlag, durch den vor allem Theo Travis oft in den Mittelpunkt von „The Raven That Refused To Sing [And Other Stories]” rückt – sei es bei seinen JETHRO TULL-artigen Querflöten-Einsätzen oder den WAYNE SHORTER nachempfundenen Saxophon-Parts. Dazu passt natürlich der Umstand, dass das Album von Mischpult-Legende Alan Parsons [PINK FLOYD, THE ALAN PARSONS PROJECT] aufgenommen wurde, mehr als perfekt.
Die lyrische Seite von „The Raven That Refused To Sing [And Other Stories]” ist ebenfalls sehr interessant geraten: Jeder Song erzählt eine übernatürliche Geschichte, wobei nicht nur der Albumtitel an Altmeister Edgar Allen Poe denken lässt. Das schlägt sich auch in der Musik nieder, denn neben der für Wilson typischen Melancholie findet man auch durchaus dissonante, verunsichernde Passagen, die allerdings längst nicht so krass wie auf „Insurgentes” oder „Grace For Drowning” ausgefallen sind. Überhaupt ist „The Raven That Refused To Sing [And Other Stories]” das leiseste Werk von Steven Wilson seit Langem. Lediglich in den letzten Akkorden des 12-Minüters „The Watchmaker” vergessen sich Wilson samt Begleitband zeitweise. Dem gegenüber steht der Ausklang des Albums in Form des ruhigen, tiefen und wunderschönen Titeltracks, der vor allem gegen Ende hin gar die Grenze zum modernen Shoegaze übertritt. Der überlange, energische, ruhelose und fragmentarisch wirkende Opener „Luminol” ist bereits von der Live-DVD „Get All You Deserve” bekannt, „Drive Home” erinnert noch am ehesten an PORCUPINE TREE und das kurze, packende „The Pin Drop” dürfte für die meisten Hörer der erste Anker in der neuen Welt von „The Raven That Refused To Sing [And Other Stories]” darstellen. Bleibt noch „The Holy Drinker”, der schwerste Song des Albums, der Steven Wilsons Absichten im Jahre 2013 wohl am treffendsten auf den Punkt bringt: Warme Orgelsounds, pumpender Bass, jazzige Drums, dezente Gitarrenteppiche, komplexe Songstrukturen samt verfrickelten Entgleisungen in einem bombensicheren Arrangement, eine umwerfende Atmosphäre und den unbedingten Drang zur versteckten Melodie.

„The Raven That Refused To Sing [And Other Stories]” ruft eindrucksvoll ins Gedächtnis, wie viel Vergangenheit in der Gegenwart stecken muss, um in eine spannende Zukunft blicken zu können. Dieses Album ist jedenfalls der nächste mutige Schritt in der Diskografie von Steven Wilson, keine Wiederholung, kein Ausharren in der eigenen Komfortzone. Und spätestens jetzt sollte auch klar sein, dass es dieses Ausharren niemals geben wird, nicht von Steven Wilson.

Trackliste:
01. Luminol
02. Drive Home
03. The Holy Drinker
04. The Pin Drop
05. The Watchmaker
06. The Raven That Refused To Sing
Spielzeit: 00:54:52

Line-Up:
Steven Wilson – Vocals, Guitar, Bass, Piano, Mellotron, Keyboard
Guthrie Govan – Guitar
Nick Beggs – Bass, Chapman Stick, Backing Vocals
Adam Holzman – Keyboard, Fender Rhodes, Hammond Organ, Piano, Minimoog
Theo Travis – Flute, Saxophone, Clarinet
Marco Minnemann – Drums, Percussion
Michael Siegl [nnnon]
22.02.2013 | 14:17
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