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Album:Nemesis
Genre:Power Metal
Label:Edel Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:22.02.13
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"Grobe Kelle"

Als ihr langjähriger Schlagzeuger Jörg Michael die Band verlies, sahen sich die Finnen nicht nur mit der Aufgabe konfrontiert, einen adäquaten Nachfolger zu finden, sondern organisierten auch gleich noch eine Abschiedstour und veröffentlichten einen Live-Mitschnitt. Trotz all dieser Verpflichtungen kam das Songwriting offenbar nie zum Stillstand, denn mit „Nemesis“ haben die Herren auch gleich noch eine neue Platte im Angebot.

Eine „Nemesis“, zu Deutsch ein „Erzfeind“, ist nicht gerade etwas Angenehmes und entsprechend ruppig geht es auf dem neuen STRATOVARIUS-Album auch zu: Klar, die eingängigen Strophen und Refrains und das oft dezente Keyboard sind natürlich geblieben, aber schon das Mainriff des Openers „Abadon“ treibt mehr, als alles, was es auf „Elysium“ zu hören gab. Überhaupt fahren die Finnen auf ihrer neuen Platte durchweg fettes, wuchtiges Riffing auf, das dank der entsprechen hochwertigen Produktion auch entsprechend zur Geltung kommt. Bestes Beispiel für die Richtung, die STRATOVARIUS auf ihrem neuen Album einschlagen, sind „Halcyon Days“ und „Out Of The Fog“: Die Songs leben von Riffs, die in jeder Hinsicht die Bezeichnung „thrashig“ verdient haben, und doch sind alle für den Sound der Finnen charakteristischen Elemente wie die erwähnt groß angelegten Refrains, die auf „Nemesis“ in schönen Kontrast zur etwas härteren Gangart stehen, auch hier zu finden. Entsprechend sind die leicht progressiven Elemente, die es auf „Elysium“ verstärkt zu hören gab, zwar in Nummern wie „Stand My Ground“ oder dem Titeltrack noch zu finden, treten auf diesem Album allerdings weitgehend in den Hintergrund. Stattdessen gibt es auf „Nemesis“ über weite Strecken gradlinigere und nicht selten im höheren Tempobereich angesiedelte Power Metal-Brecher wie etwa „Dragons“, die zum Teil gar an das frühere Schaffen der Band erinnern. Und dass mit „If The Story Is Over“ auch die Genre-typische Ballade nicht fehlen darf, sollte ohnehin jedem Fan der Finnen klar sein. Obendrein frickelt Gitarrist Matias Kupiainen um ein Vielfaches ungehemmter als auf „Polaris“ und „Elysium“ und liefert sich das ein oder andere fulminante Duell mit Keyboarder Jens Johansson. „Nemesis“ ist also ein weitaus kompakteres und vor allem technischeres Album als sein Vorgänger geworden, was durchaus zu begrüßen ist. Letztlich sollte noch erwähnt werden, dass Neuzugang Rolf Pilve die Lücke, welche der Abgang von Langzeit-Schlagzeuger Jörg Michael hinterlassen hat, offenbar voll ausfüllen kann, denn das Drumming auf „Nemesis“ steht dem der vorangegangenen Alben in nichts nach. Sehr schön!

Besetzungswechsel konnten STRATOVARIUS auch in der Vergangenheit nichts anhaben und so war es abzusehen, dass die Truppe auch den Ausstieg von Jörg Michael überstehen würde. Allerdings sind die Finnen nicht nur einfach wieder da, sondern präsentieren sich auf „Nemesis“ als ebenso erfahren wie frisch und unverbraucht. Power Metal klingt selten so gut wie auf dem neuen Album aus dem Hause STRATOVARIUS.

Trackliste:
01. Abandon
02. Unbreakable
03. Stand My Ground
04. Halcyon Days
05. Fantasy
06. Out Of The Fog
07. Castles In The Air
08. Dragons
09. One Must Fall
10. If The Story Is Over
11. Nemesis
Spielzeit: 00:58:12

Line-Up:
Timo Kotipelto - Vocals
Matias Kupiainen - Guitar
Lauri Porra - Bass
Jens Johansson - Keyboard
Rolf Pilve - Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
07.04.2013 | 00:03
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