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Album:Darker Days
Genre:Gothic Metal, Symphonic / Epic Metal
Label:Napalm Records
Bewertung:4 von 7
Releasedatum:24.06.11
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"Im grauen Mittelmaß angekommen"

Als AYREON-Mastermind Arjen Lucassen 2005 mit seinem gefühlt 48. Projekt STREAM OF PASSION auf der Bildfläche erschien, staunte manch einer nicht schlecht über die gelungene Verquickung der Lucassenschen Prog-Klänge mit Zutaten aus dem Gothic- & Symphonic-Bereich. „Embrace The Storm“ war nicht einfach nur ein Debütalbum, es war vielmehr ein Statement. Nach der geschafften Initialzündung verabschiedete sich Lucassen recht schnell wieder aus der Band, aber auch wenn seine Prog-Komponente beim zweiten Album „The Flame Within“ merklich fehlte, gelang der niederländisch-mexikanischen Formation auch damit eine mehr als ordentliche Platte, die optimistisch stimmte, dass sich STREAM OF PASSION in naher Zukunft völlig aus dem langen Schatten ihres einstmaligen Chefs würden lösen können. Womit man hingegen nicht unbedingt rechnen musste, war das Versinken der Band im grauen Mittelmaß der unzähligen Gothic Metal-Bands, aber genau das ist mit Album Nummer drei „Darker Days“ eingetreten.

So schnell kann es manchmal gehen. Was einst als heiße und leidenschaftliche Liebe seinen Anfang nahm, ist bereits beim dritten Aufeinandertreffen völlig abgekühlt. Die Magie, das besondere Etwas, sie sind einfach weg. Von Anfang an verfolgt „Darker Days“ scheinbar lediglich den Anspruch, sich an den völlig überfüllten Markt von Gothic Metal-Combos mit Frontfrau anzupassen. Das Besondere und Individuelle, was die Musik von STREAM OF PASSION einst auszeichnete, es ist nicht mehr da. Hin und wieder blitzt noch mal eine ganz nette Idee auf, es gibt allerdings auf dem ganzen Album nicht einen einzigen Song, der von Anfang bis Ende zu begeistern vermag. Auch die großen Refrains, die immer eine verlässliche Stärke der Band waren, sind fast gar nicht mehr da. Vorhersehbar, brav und angepasst, das sind die Vokabeln, die STREAM OF PASSION im Jahre 2011 evozieren. Da wo sie sich bislang immer positiv aus der Masse abzuheben wussten, ordnen sie sich dieses Mal einfach unter, was sehr schade, aber eben vor allen Dingen auch etwas langweilig ist.

„Darker Days“ ist beileibe kein schlechtes Album geworden und es gibt im Gothic Metal-Bereich unzählige Bands, die ihre Seele für ein solches Album ohne zu Zögern herschenken würden, dennoch ist es eine Enttäuschung. Eine Band, die zu Beginn ihrer Karriere einem vor sich hin darbenden Genre neue Impulse verleihen konnte und nun – mit Ausnahme der immer noch tollen Stimme Marcela Bovio's – fast alles über Bord wirft, was sie einst auszeichnete, um mit dem breiten Strom zu schwimmen, ist nicht wirklich bewundernswert. Bleibt nur die Hoffnung, dass man sich bei Album Nummer vier entweder darauf besinnt, hin und wieder die Prog-Karte auszuspielen oder zumindest wieder eine höhere Trefferquote bei den Refrains vorweisen kann.

Trackliste:
01. Lost
02. Reborn
03. Collide
04. The Scarlet Mark
05. Spark
06. Our Cause
07. Darker Days
08. Broken
09. This Moment
10. Closer
11. The Mirror
12. Nadie Lo Ve
13. The World Is Ours
Spielzeit: 00:53:50

Line-Up:
Marcela Bovio - Vocals, Violins
Eric Hazebroek - Guitars
Stephan Schultz - Guitars
Johan van Stratum - Bass
Jeffrey Revet - Keyboards, Piano
Martijn Peters - Drums
Timo Beisel [kaamos]
17.07.2011 | 01:21
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