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Album:Slave To The Empire
Genre:AOR, Hard Rock, Heavy Metal
Label:Edel Records
Bewertung:3.5 von 7
Releasedatum:19.10.12
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"Schuss in den Ofen"

Der ehemalige DOKKEN-Gitarrist Geroge Lynch und der noch immer aktive Frontmann Don Dokken unterhalten sich mittlerweile hauptsächlich über ihre Anwälte bzw. teilen sich die Meinung über den jeweils anderen vornehmlich über voneinander unabhängige Interviews mit – eine Reunion der klassischen Besetzung besagter Heavy Metal-Band ist also ausgeschlossen. Da könnten T & N für Fans der Truppe durchaus von Interesse sein, denn hier macht Mr. Lynch zumindest mit seinen ehemaligen Mitstreitern Jeff Pilson und Mick Brown einmal mehr gemeinsame Sache.

Für ihre neuerliche Zusammenarbeit haben sich die Herren dabei fünf altbekannte DOKKEN-Songs erneut vorgenommen und obendrein sieben neue Nummern geschrieben, allerdings ist „Slave To The Empire“ leider nicht das spektakuläre Album geworden, das man sich von der Zusammenarbeit der beteiligten Größen erhoffen möchte, sondern lediglich – die Wertung lässt es erahnen – ein arg durchschnittliches Stück Musik. Erinnert das Mainriff des eröffnenden Titeltracks noch stark an klassisches DOKKEN-Material, so erreicht die Platte bereits mit „Sweet Unknown“ ihren Tiefpunkt und der liegt in der Tat recht weit unten: Mit schleppenden Modern Rock-Riffs und zwanghaft bedeutungsschwangeren Vocals kann sich die Nummer nicht recht entscheiden, ob sie denn nun lieber in Richtung alte Schule oder doch Moderne schielen will und wirkt dadurch reichlich unentschlossen und lustlos. Mit „Tooth And Nail“ geht es dann erstmal zurück in die Glanztage der Mitwirkenden, denn hier wird einer der vermutlich besten DOKKEN-Songs aller Zeiten neu interpretiert – allerdings nicht ganz ohne Nebenwirkungen. Während die Nummer nach wie vor mit altbekannten Merkmalen wie Mr. Lynchs explosivem Gitarrensolo punkten kann, war die Truppe lobenswerterweise bemüht, sich nicht bloß schnöde selbst zu covern, allerdings ging dieser Schuss nach hinten los, denn der Song wurde um einen ziemlich unpassenden Mittelteil erweitert. Schade. Allerdings gibt es da na noch die Nummern „It’s Not Love“ – gesungen von WARRANT-Fronter Robert Mason – das vom ehemaligen SKID ROW-Frontmann Sebastian Bach grandios interpretierte „Alone Again“ und ein von Tim „Ripper“ Owens vorgetragenes „Kiss Of Death“, die allesamt einen Heidenspaß machen. Der Umstand, dass hier nicht wie in den Neukompositionen Jeff Pilson sondern die entsprechenden Gaststimmen zu hören sind, ist dabei nur zu begrüßen, denn die Stimme des erstgenannten ist alles andere als aufregend und offenbart im Laufe von „Slave To The Empire“ ein ums andere Mal ihre Grenzen. Beim Genuss dieser Platte tut sich also eine beachtliche Kluft zwischen den Neuinterpretationen klassischer DOKKEN-Songs und dem frischen Material der Truppe auf. Letzteres ist nämlich lange nicht so stark wie die vertretenen Klassiker und lässt schlicht keine klare Linie erahnen. Nummern wie „Rythm Of The Soul“, „Mind Control“ und „Access Denied“ warten zwar mit dem ein oder andern ganz netten Riff und einem Mindestmaß an Drive auf, plätschern aber insgesamt zu eingeschlafen aus den Boxen um ernsthaft zu zünden geschweige denn hängen zu bleiben. Wie gesagt: Schade.

Die an T & N beteiligen Musiker haben sich allesamt schon vor Jahrzehnten ihren jeweiligen Platz in der Ruhmeshalle des Heavy Metal verdient und auch das Mitwirken von prominenten Gästen wie Sebastian Bach und Tim „Ripper“ Owens kann durchaus als Pluspunkt angesehen werden. Insgesamt bietet „Slave To The Empire“ aber vor allem aufgrund der vergleichsweise Schwachen T & N-Originale, die allerdings den Großteil der enthaltenen Songs ausmachen, nur wenig Anreiz für mehrmaliges Hören, weshalb die Platte dringend zuerst im Laden angetestet werden sollte.

Trackliste:
01. Slave To The Empire
02. Sweet Unknown
03. Tooth And Nail
04. It's Not Love
05. Rythm Of The Soul
06. When Eagles Die
07. Into The Fire
08. Alone Again
09. Mind Control
10. Kiss Of Death
11. Jesus Train
12. Access Denied
Spielzeit: 01:06:06

Line-Up:
Jeff Pilson - Vocals, Bass
George Lynch - Guitar
Mick Brown - Drums

Gastmusiker:

Sebastian Bach - Vocals
Tim "Ripper" Owens - Vocals
Doug Pinnick - Vocals
Robert Mason - Vocals
Brian Tichy - Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
06.11.2012 | 01:25
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