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Album:Rise
Genre:Sludge, Stoner Rock
Label:Rising Magma Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:16.08.11
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"Der Atemzug der verwunschenen Büste"

Musste man noch vor nicht allzu langer Zeit jeden Stein nach einer ausnahmsweise interessanten Combo umdrehen, so kommt man heute kaum mehr zur Ruhe. Alle paar Meter springen gefühlte zehn neue, die Leidenschaft mit Baggerschaufeln gefressene Bands aus dem Dickicht, denen viele Ehrenrunden zuteil werden. So auch TANK86, deren erste abendfüllende Platte in der deutschen Presse herumging und viel Lob einstreichen konnte, was für eine rein instrumental vorgehende Stoner-Metal-Bande beachtenswert ist.

Quasi vom ersten angeschlagenen Akkord an lässt sich dieser Kollektiv-Enthusiasmus nachvollziehen: Fett, rasselnd und mächtig dröhnend, dabei aber differenziert werfen Dir die Niederländer ihre Stücke wie Eisenkugeln ins Gesicht und erwarten Deine bedingungslose Hingabe. Dieses heiße Gemisch, in dem die besten Bestandteile von selbst herausgesuchten Vorlagen wie CAPRICORNS, MASTODON und DOZER [deren Gitarrero Tommi Holappa auf dem vorliegenden Werk mitwirkte] brodeln, stellt die Sensation des zupackenden Riffs in den Vordergrund. Auf "Rise" lärmen acht herausragende Stücke um die Wette, denen allesamt jenes Fünkchen Schmackes, das Standardware von den wirklichen Hämmern unterscheidet und zum Beispiel im elegischen letzten Drittel von "Black Lake" zum Vorschein kommt, innewohnt. Gelegentliche Ausflüge in die Gebiete des dreckigen Sludge ["Dying Mountain"] wie auch niederschmetternde Groove-Metal-Angelegenheiten, deren eiskaltes Gewicht fast über die gesamte Spieldauer auf dem Hörer lastet, ihn indessen eher zum enthusiastischen Fäusterecken animieren. Gerade wenn der Härte-Regel wie in "Axe" auf die höchste Stufe gestellt und aus der Verankerung gerissen wird, befinden sich TANK86 in ihrem ureigenen Element, dessen nach allen Seiten ausstrahlende Energie ansteckt, vor allem aber lange anhält.

Während gestandenen Stoner-Verehrer vielleicht der Fuzz abgeht, erfreut sich der Rest der Welt an einer großartigen Platte, die selbst an emsigen Verfolgern der Metal-Schlager-Szene nicht komplett ungehört vorbeirauschen dürfte. Es wäre nett, wenn die Apokalypse der Maya nicht vor Erscheinen des Nachfolgers eintreten würde, da uns sonst ein potenzieller Kandidat für den perfekten Soundtrack hierzu abgehen könnte.

Trackliste:
01 - Barrosphere
02 - Axe
03 - Saint Piran
04 - Apparat
05 - Gottes Krieger
06 - Black Lake
07 - Infidel
08 - Dying Mountain
Spielzeit: 00:48:01

Line-Up:
Harold Aling - Gitarre
Joost Kruiswijk - Gitarre
Jochum van Weert - Bass
Rogier Berben - Schlagzeug
Michael Bambas [Micha]
01.01.2012 | 14:52
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