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Album:We Rise
Genre:Deathcore, Metalcore
Label:Rising Records
Bewertung:3.5 von 7
Releasedatum:23.10.09
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"Nichts für Core-Phobiker!"

Ich versuche gerade die Gedanken in Worte zu fassen, die mir durch den Kopf gingen, als ich das Coverartwork von „We Rise“ zum ersten Mal gesehen habe, doch es will mir einfach nicht gelingen. Da kommen einem Sachen in den Kopf wie TOKIO HOTEL [muss ich das wirklich groß schreiben?], Emo, Fremdschämen oder „Was zum Teufel?“. Die Jungs von THE DEAD LAY WAITING passen nämlich rein optisch perfekt in sämtliche Emo-Metalcore Klischees und Sänger Luke mag es wohl skurril überspitzt, wie sein deutscher Kollege dieser Band, die ich nicht schon wieder nennen möchte.

Schwierig mit solchen Eindrücken im Kopf die Musik der fünf Engländer objektiv zu bewerten. Aber ich werde mich daran versuchen. „We Rise“ beginnt mit dem für das Genre allzu typischen Double-Bass-plus-Metalcore-Riffing-Schema. An sich nichts daran auszusetzen, der Sound passt die Riffs gehen ins Ohr, der Sänger versteht sein Handwerk. Dann jedoch trifft es mich komplett unvorbereitet. Ein popiger Clean-Refrain der unwillkürlich das Coverbild ins Bewusstsein ruft. Die Emo-Note ist – auch textlich – nicht zu verstecken. Aber im Gegensatz zu vielen Genrekollegen passen die Gesangslinien schon fast zu gut und bleiben definitiv im Gedächtnis.
Dass man auch härter kann wird sofort im Anschluss bewiesen. „50S“ ist ein düsterer Deathcore-Song zu dem so mancher Moshpit toben könnte. Auf Platte ist er jedoch zu unauffällig. Besser macht es da „You Look Better When Your Dead“, gelungene Melodien treffen auf Gangshouts und Mathcore-Frickel-Elemente. Einer der stärkeren Songs.
In „What We've Done“ kommen wieder die cleanen Vocals zum Einsatz, wiederum sehr gelungen. Schade, dass der Rest des Songs nur durchschnittlich ausfällt und die Gitarrenfraktion sich bei vermeintlichen Frickel-Parts nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
Und so geht es weiter. Song für Song wird im Grunde solider Deathcore der eher melodischen Spielweise geboten, was aber im Einheitsbrei versinkt, an dem ein Großteil des Genres krankt. Manchmal horcht man wieder interessiert auf, um dann festzustellen, dass das Riff doch irgendwie bekannt klingt und der anschließende Breakdown auch von jeder anderen Band sein könnte.
Lediglich „We Stand As One“ sticht noch aus der gleichförmigen Masse heraus. Als damals ALL SHALL PERISH in „Black Gold Reign“ zweimal einen, ich nenne es mal Power-Metal-Schrei, eingebaut haben, war mir klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es erste Nachahmer gibt. Hiermit wurde meine These bestätigt. Aber genau das tut dem Song gut, bringt es doch etwas Frische auf das Album.

Die Platte ist insgesamt recht anständiger Durchschnitt, wird aber doch zu schnell langweilig. Im Endeffekt bleibt eigentlich nur Opener „Anxiety“ inklusive Emorefrain und „We Stand As One“ mit seinem Power-Metal-Schrei hängen. In den ruhigeren Cleanpassagen und in den melodischen Momenten liegt meiner Meinung nach die Stärke der fünf Jungs. Wer auf melodischen Deathcore und Metalcore steht kann getrost mal reinhören. Manche haben Songs ihre tollen Momente und wer sich vom farblosen Drumherum nicht stören lässt, wird seine Freude mit der Scheibe haben.

Trackliste:
1. Anxiety
2. 50S
3. I'll Hunt You Down
4. Set Me Free
5. What We've Done
6. Set Me Free
7. We Rise
8. Just in Time
9. We Stand As One
10. The Last Stand
11. I Will Return
12. Show Your Worth
Spielzeit: 00:44:11

Line-Up:
Luke Apocalypse - Vocals
James MacKellar-Still - Guitar, Vocals
Justin Wilkinson - Guitar
Azz Inferno - Bass
Tom Shimpton - Drums
Samuel Stelzer [Sammy]
22.12.2009 | 02:39
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