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Cover von The Flower Kings -- Paradox Hotel
Band: The Flower Kings Homepage  Metalnews nach 'The Flower Kings' durchsuchenThe Flower Kings
Album:Paradox Hotel
Genre:Progressive
Label:InsideOut
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:24.03.06
CD kaufen:'The Flower Kings - Paradox Hotel' bei amazon.de kaufen
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"Ein lauer Sommerwind"

Irgendein Abend in irgendeinem Sommer an irgendeinem Strand in Südeuropa. Das süße Ding neben dir reicht dir gerade eine frische Sportzigarette. Ihr schaut in Richtung Sternenhimmel und denkt über die vergangenen zwei Stunden nach. Am Anfang hattest du noch deine Akustik-Klampfe im Arm, doch dieser Ort sollte bald anderen Zwecken dienen. Also weg mit dem lästigen Sechssaiter. Nach anderthalb Stunden „Stairway To Heaven“ ist die Magie eh langsam im Kübel. Zum Glück hat man als Hippie im 21. Jahrhundert trotzdem seinen portablen CD-Spieler immer dabei und legt flugs die neue FLOWER KINGS ein.

Zwanzig Schluck Rotwein und die erste von vielen Sportzigaretten später grinst man selig, verirrt sich in den Windungen scheinbar sinnloser Prog-Opern wie „Monsters&Men“, lauscht den Blackmore-mäßigen Leads, dem Bonham-mäßigen Drumming und den PINK FLOYD-mäßigen Songstrukturen. Während sich die kunterbunte Spirale des 70’s Drogenrock immer weiter dreht und man sich einbildet, die Kassiopeia bestiege gerade den großen Wagen, lacht man blöde und verspürt die Gewissheit, dem Kern der Dinge langsam auf den Grund zu kommen. Stöhnen – Blitze – Sternenkollisionen – Ruhe – Milchstraße – Ausgeglichenheit – Friede.

Das Schöne an „Paradox Hotel“ ist, dass man den Händen im gerade beschriebenen Zustand trauter Zweisamkeit wirklich viel Raum und Zeit für Entdeckungsfahrten durch Hügel, Täler Wälder, Meere und Wüsten lassen kann. Das Blöde daran ist, dass solche Situationen nicht jedermann automatisch ereilen, wenn das Verlangen nach Rockmusik sich nicht mehr zügeln lässt. Knuffige Balladen wie „Lucy Had A Dream“ oder „Selfconsuming Fire“ fallen noch unter das Etikett „nachdenklich-zerfahren und manchmal düster, aber dennoch irgendwie verdaulich“. Durch Stücke wie „Minor Giant Steps“ oder das erwähnte „Monsters & Men“ kann man sich nüchtern aber so gut wie gar nicht mehr finden.

Fazit: ein feines Doppelalbum für Leute, die sich schon immer eine Fusion von PINK FLOYD und den EAGLES in authentischem Siebziger-Sound gewünscht haben. Pfiffig und mega-halluzinogen umgesetzte, überlange Prog-Rock-Nummern, die allerdings nix, aber auch wirklich null netto mit Metal zu tun haben. Daher muss ich leider Folgendes gestehen: Nüchtern und allein ist mir die Mucke über weite Strecken schlicht zu langweilig, egal wie gut sie gespielt ist. Das Gedudel nervt auf Dauer. Deshalb kann ich dem Ding nicht mehr als dreieinhalb Punkte geben. Das werden Prog-Profis anders sehen und bewerten – mein Gewissen und mein Musikverständnis sagen mir: irgendwas im guten Fünfer-Bereich. Daher gibt’s versöhnliche viereinhalb Zähler von mir und die Hoffnung auf den nächsten Sommer-Urlaub, in dem ich „Paradox Hotel“ mal öfters laufen lassen werde.

Trackliste:
Disc 1
01.Check In
02.Monsters & Men
03.Jealousy
04.Hit Me With A Hit
05.Pioneers Of Aviation
06.Lucy Had A Dream
07.Bavarian Skies
08.Selfconsuming Fire
09.Mommy Leave The Light On
10.End On A High Note

Disc 2
01.Minor Giant Steps
02.Touch My Heaven
03.The Unorthodox Dancinglesson
04.Man Of The Word
05.Life Will Kill You
06.The Way The Waters Are Moving
07.What If God Is Alone
08.Paradox Hotel
09.Blue Planet


Marcus Italiani [Mattaru]
09.05.2006 | 21:29
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