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Band: The Haunted Homepage  Metalnews nach 'The Haunted' durchsuchenThe Haunted
Album:The Dead Eye
Genre:Neo-Thrash
Label:Century Media
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:30.10.06
CD kaufen:'The Haunted - The Dead Eye' bei amazon.de kaufen
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"Thrash für sensible Gemüter"

Bei THE HAUNTED kündigt sich die musikalische Wende an. Weg vom brachialen Neo Thrash, hin zu METALLICA-inspirierten Klängen. Passend dazu singt Peter Dolving in beinahe allen Songs Passagen, die eher an ALICE IN CHAINS, denn an THE HAUNTED erinnern. Der Metalcore- und Moneteneinfluss macht eben vor nahezu keiner Extrem-Band mehr halt.

Aber keine Sorge: So schlimm wie sich das zunächst anhört, stellt es sich am Ende gar nicht dar. Im Gegenteil: „The Flood“ und „The Medication“ leiten das Album nach einem kurzen Intro sehr gut ein. Beide Songs sind Thrasher aller erster Güte, ausgestattet mit bärenstarken Riffs und der richtigen Ausgewogenheit zwischen Technik und Eingängigkeit. Das Kotzen bekomme ich allerdings bei „The Drowning“, einem furchtbaren Post-Grunge-Stück, das von Dolvings Gejammere dominiert wird und ganz klar auf den MTVIVA-Gucker zugeschnitten ist. „The Reflection“ ist da schon besser gelungen. Zwar versucht unser Stimmwunder dort ab und an so kaputt wie Robert Smith von THE CURE zu klingen (was ihm leider auch gelingt), spart sich aber genug Power auf, um bei den aggressiven Parts das zu geben, was ihn ausmacht: Wütendes, schmerzverzerrtes Gebrüll, das dennoch über genug charismatische und melodische Nuancen verfügt, um nicht in der Belanglosigkeit zu verkümmern. Trotzdem geht mir der hart/weich-Wechsel, der in den meisten Nummern vorherrscht, aufgrund seiner Vorhersehbarkeit schon jetzt mächtig auf den Zeiger.

„The Prosecution“ ist das musikalische und dynamische Highlight des Albums. Die Nummer sprengt endlich vor lauter entfesselter Wut Ketten, wetten? Mit „The Medusa“ entert man BLACK SABBATH-Territorium. Der angenölte Gesang nervt zunächst, aber irgendwann gewöhnt man sich daran und zumindest groovt die Nummer gut. Das Grande Finale stellt das genial nach METALLICAS Mitachtziger-Phase klingende „The Guilt Trip“ dar, das mit seinen Dauerstakkati und seiner unglaublichen Intensität alle Schädel zum Bangen bringen wird.

Fazit: Wegen einiger wirklich überragender Nummern schafft die Platte es knapp in den 5’er-Bereich. Ob die vielen 08/15 Alternative-Parts die Zukunft der Band versüßen werden, ist noch nicht abzusehen, aber wahrscheinlich. Ich würde mir jedenfalls eine wirkliche Weiterentwicklung eher wünschen als das Verwenden ausgelutschter Klischees.

Trackliste:
01. The Premonition
02. The Flood
03. The Medication
04. The Drowning
05. The Reflection
06. The Prosecution
07. The Fallout
08. The Medusa
09. The Shifter
10. The Cynic
11. The Failure
12. The Stain
13. The Guilt Trip


Marcus Italiani [Mattaru]
29.10.2006 | 11:00
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