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Album:The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble [Re-Release]
Genre:Ambient, Experimental, Instrumental
Label:Denovali Records
Bewertung:Keine Wertung
Releasedatum:18.02.11
CD kaufen:'The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble - The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble [Re-Release]' bei amazon.de kaufen
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"Der Berg ruft"

Den Bandnamen THE KILIMANJARO DARKJAZZ ENSEMBLE als sperrig zu bezeichnen, wäre immer noch ein mittelschwerer Euphemismus. Glücklicherweise hat das hauptsächlich holländische Kollektiv mit dem inzwischen legendären Debütalbum 2006 eher eine Wohlfühl- als eine Kopfplatte veröffentlicht, die nun dank des feinen Denovali Labels wieder in die Regale gewuchtet wird. Zum einen in sehr schicker CD-Verpackung, zum anderen das erste Mal auf Vinyl. Um es mit den Worten der Internetgeneration zu sagen: Sternchen, freu, Sternchen.

THE KILIMANJARO DARKJAZZ ENSEMBLE betreiben astreine Fusion, lassen die Computer pluckern und oszillieren, geben aber gleichzeitig Gitarre, Bass, Cello und Posaune Raum, sich zu entfalten. Demgemäß nutzt das Ensemble um die beiden ehemaligen Kunststudenten Jason Köhnen und Gideon Kiers [die sich eigentlich zusammengefunden hatten, um Filme wie „Metropolis” [von Fritz Lang, 1927] und „Nosferatu” [von Friedich Wilhelm Murnau, 1922] audiovisuell zu reinterpretieren] auch ein sehr weites Spektrum: Ambient, dunkler Mitternachtsjazz, Electronica, ein Hauch Post Rock, Welt- und Kammermusik. Alles da, alles gut. Das rückt das Ganze klanglich in die Nähe einer abgefuckten, abgrundtief dunklen Jamsession von BURIAL, dem KRONOS QUARTET samt CLINT MANSELL, BOHREN & DER CLUB OF GORE und AMON TOBIN – stilecht findet die Sause in einem Film Noir-typischen Backsteinkeller statt. Bei „Pearls For Swine” schauen noch APHEX TWIN und SQUAREPUSHER rein, um das Gemäuer zu zerstören. GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR sind auch da, greifen aber nur selten ein. Warum sollten sie auch? Gerade weil so viele Komponenten im Sound wiederzufinden sind, wirken THE KILIMANJARO DARKJAZZ ENSEMBLE auch noch eindeutig eigenständig. Und sie machen natürlich süchtig, denn „The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble” ist ein unfassbar gutes Album. Es ist wirklich schwierig, mehr Atmosphäre auf eine Scheibe zu pressen, ohne gleich ganz auf das Medium Film zurückzugreifen. Das Audioerlebnis entkitzelt dem Hirn die visuelle Seite, die je nach Phantasie natürlich unterschiedlich aussieht, aber jeweils unfassbar viele Facetten und Abstufungen von Schwarz beinhalten dürfte. Nach 10 Songs und in knapp 50 Minuten meint man den Nebel gelichtet zu haben, doch da drehen THE KILIMANJARO DARKJAZZ ENSEMBLE erst richtig auf: „March Of The Swine”, nette 17 Minuten lang, katapultiert endgültig in andere Welten, in denen nicht nur Hüte nicht albern wirken.

„The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble” ist wahrhaftig ein [moderner] Klassiker und demnach auch als solcher zu behandeln: Kaufen, umsorgen, pflegen, gut füttern und natürlich zuhören. Ganz viel zuhören, denn nur so wird aus dem weißen Schwan ein schwarzer.

Trackliste:
01. The Nothing Changes
02. Lobby
03. Pearls For Swine
04. Adaptation Of The Koto Song
05. Parallel Corners
06. Rivers Of Congo
07. Solomon's Curse
08. Amygdhala
09. Guernican Perspectives
10. Vegas
11. March Of The Swine
Spielzeit: 01:08:59

Line-Up:
2006:
Jason Köhnen – Programming, Bass, Guitar
Gideon Kiers – Programming, MAX/MSP
Hilary Jeffrey – Trombone
Nina Hitz – Cello
Michael Siegl [nnnon]
11.02.2011 | 22:58
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