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"Zahnloses Abziehbild ihrer Idole" | ||||||||||||||||||
| In den Vereinigten Staaten hatten THE LAST VEGAS [man beachte das "einfallsreiche" Wortspiel], die eigentlich gar nicht aus der sündigen Stadt sondern aus Chicago stammen, schon einige nennenswerte Erfolge zu verbuchen. In einem Bandwettbewerb um einen Plattendeal und einen Platz auf der 2009er MÖTLEY CRÜE Tour setzte man sich gegen rund 8000 weitere Bewerber durch. Auf der Tour wurde das Quintett dann von MÖTLEY CRÜE Bassist Nikki Sixx unter dessen Fittiche genommen, der daraufhin weitere Aufnahmen mit THE LAST VEGAS produzierte. Mit ihrem vierten Langspieler "Bad Decisions" versuchen die Sleaze-Rocker jetzt auch diesseits des großen Teichs Fuß zu fassen. Doch was verbirgt sich hinter dem auffälligen Plattencover, dem kleinen Jungen mit der Heckenschere in Ami-Flaggen-Shorts? Wenn man sich die Promofotos der Band so ansieht könnte man glatt meinen, dass die Jungs von GUNS'N'ROSES oder AEROSMITH noch mal in ihren Zwanzigern sind. Vor allem Sänger Chad Cherry sieht auf dem ein oder anderen Bild schon ein wenig wie ein junger Steven Tyler aus, auch wenn er die Klappe vielleicht nicht ganz so weit aufreißen kann. Und – wer hätte es gedacht – genau da sind THE LAST VEGAS auch musikalisch zu Hause, im Hard- bzw. Sleaze-Rock der 70er und 80er Jahre. Aber genau da liegt dann auch schon der Hund begraben. Vieles ist nur ein seelenloser Abklatsch der Klischees und immergleichen Muster, die einen schon bei den populären Bands des Genres irgendwann zwangsläufig angefangen haben einfach zu langweilen. Leider tritt dieses Problem im Besonderen bereits bei den ersten Titeln auf, sodass man schon ein bisschen die Lust verliert bevor die CD im Player richtig warmgelaufen ist. Lichte Momente gibt es aber natürlich auch, denn Songs wie "Evil Eyes" oder "Other Side" sind schon ganz gute Stampfer die unweigerlich direkt in die Bein- und Nackenmuskulatur gehen und auch das Potenzial dazu haben einen Ohrwurm im Gehörgan zu platzieren. Am Ende des Tages ist jedoch viel zu viel belanglos und austauschbar oder schlicht eine zweitklassige Kopie großer Sleaze-Rock-Legenden. Erschwerend hinzu kommt, dass THE LAST VEGAS insgesamt einfach viel zu brav rüberkommen. Anstatt den lieben Schwiegersohn zu mimen dürften die Jungs schon das ein oder andere mal öfter den rebellischen Rockstar mit ein bisschen Drecksack-Attitüde raushängen lassen. Auf den beiden zuvor erwähnten Titeln ["Evil Eyes", "Other Side"] gelingt Frontmann Chad Cherry das ja auch ganz gut. Bis zum echten, eigenen Rockstar-Image ist es aber wohl noch ein langer und steiniger Weg für THE LAST VEGAS. Vorerst bleiben sie wohl nur ein harmloses Abziehbild ihrer Idole. [Nachtrag: Tim hat gut aufgepasst und mir ist zu Nachtschlafender Zeit da wohl tatsächlich ein kleiner Fehler unterlaufen... Obwohl die Aussage an sich ja dennoch nicht falsch ist. Trotzdem schön zu wissen, dass das hier auch aufmerksam gelesen wird. Vielen Dank.] | ||||||||||||||||||
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