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Album:My Dear Emptiness
Genre:Melodic Speed Metal
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:20.01.05
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"...klingen ob ihrer Herkunft in so mancher Melodieführung sehr interessant."

Um sich als Metalband in Russland zu etablieren, gehört schon eine gewisse Portion Talent und das Glück, von einem der wenigen lokalen Labels entdeckt zu werden, dazu. THE LUST hatten beides und konnten so im Jahre 2004 ihr Debut „Tangled“ veröffentlichen. Nun steht also ihr Zweitwerk „My Dear Emptiness“ in den Regalen und wartet auf europaweit große Kundschaft.

Und die Zielgruppe der Band dürfte auch eine breite sein, denn THE LUST schlagen den Weg der kommerziell sehr erfolgreichen EVANESCENCE ein. Eines sei aber gleich vorweggenommen: es handelt sich hierbei nicht um eine stumpfe Kopie der Musik von Amy Lee und Co.. Die fünf Russen zeigen sich nämlich von einer viel metallischeren Seite als ihr Pendant aus den Staaten und klingen ob ihrer Herkunft in so mancher Melodieführung auf anderem Wege sehr interessant.

Los geht’s mit einem epischen Intro, das gleich zu Beginn die richtige Stimmung für das treibende „Revenge“ zaubert. Ein toller Einstieg! Sofort fällt der angenehm entspannte Gesang von Frontfrau Mirla auf, die sich unter keinen Umständen dazu verleiten lässt, sich in zu hohe Stimmlagen zu bewegen. Das könnte sich nämlich auf Dauer als sehr nervtötend herausstellen, wird aber trotzdem von einigen vergleichbaren Formationen so gehandhabt. Danach geht es etwas gemäßigter zur Sache und bis zum Titeltrack passiert nichts wirklich aufregendes, es herrscht der nette, gut verpackte und sauber gespielte Gothic-Metal. „My Dear Emptiness“ hat es aber dann in sich, songschreiberisch zu den Höhepunkten zählend, bleibt der Refrain dieses Songs gleich beim ersten Hördurchlauf im Gedächtnis hängen. Repeat-Button Alarm! So soll es sein. Einen sehr verträumten Track, bei dem man auch mal wunderbar abschalten kann, stellt „Half-Remembered“ dar. Erstaunlich ist gerade in solchen Momenten, dass man als Hörer zu keiner Zeit das Gefühl hat, diesen oder jenen Part irgendwo schon einmal gehört zu haben. Dieses Niveau können die darauf folgenden Nummern aber leider nicht mehr ganz halten, da hilft auch eine oft eingesetzte Doublebass nichts. Versöhnlich stimmen kann in letzter Sekunde gerade noch das Outro, das den Hörer sanft wieder in die Realität zurückführt.

Auf ihrem zweiten Album setzen die Russen rund um die 16jährige Sängerin Mirla auf starke Metaltracks, die mit ihrer sehr angenehmen Stimme verfeinert werden und so auch ein gewisses kommerzielles Potential offenbaren. Musikalisch ist die gesamte Band ausnahmslos gut und wirkt auch bei ihren Arrangements sehr professionell. Wer eine etwas andere Gothic-Metal-Truppe sucht, ist bei THE LUST gut aufgehoben, denn die sind vor allem eines – eigenständig. Und das findet man recht selten in diesem Genre.


Trackliste:
01. The Seal (Intro)
02. Revenge
03. Whatever
04. Days In Black
05. My Dear Emptiness
06. Half-Remembered
07. Open
08. Revelation
09. For A While
10. A Tribute To The Future (Outro)


Georg Schillay [Cryxx]
06.03.2005 | 13:27
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