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Band: The Night Flight Orchestra bei Facebook Metalnews nach 'The Night Flight Orchestra' durchsuchenThe Night Flight Orchestra
Album:Amber Galactic
Genre:Classic Rock, Pop
Label:Nuclear Blast
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:19.05.17
CD kaufen:'The Night Flight Orchestra - Amber Galactic' bei amazon.de kaufen
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"Color In Technicolor"

Hinter THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA verbergen sich u.a. SOILWORK-Stimme Björn Strid und ARCH ENEMY-Bassist Sharlee D'Angelo. Die kommen beide aus einer recht ähnlichen musikalische Ecke. Ist nun also zu erwarten, dass sich mit THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA nicht viel mehr als eine unorthodox benannte Melodic Death Metal-“Supergroup“ gegründet hat? Mitnichten! Auf ihrem neuen Album „Amber Galactic“ gehen die Herren nun schon zum dritten Mal ein kreatives Wagnis ein, das manch einer den Beteiligten so vermutlich nicht zugetraut hätte.

Von Melodic Death Metal findet sich auf „Amber Galactic“ nämlich nicht die geringste Spur. Stattdessen begeben sich THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA hier auf eine musikalische Reise in den Chart-tauglichen Rock sowie Pop der späten 70er und frühen 80er, die an Atmosphäre kaum zu überbieten ist und somit mit maximalem Gänsehaut-Faktor aufwartet. Ab dem schmissigen Opener „Midnight Flyer“ fahren die Herren dezent angezerrte Gitarrenriffs und vor allem massenhaft zuckersüße Synthies direkt aus dem Technicolor-Paradies auf und verbreiten somit eine knappe Stunde lang Retro-Flair mit infektiöser Feelgood-Atmosphäre – wer hier nicht an weiße Schlaghosen, pastellfarbene Hemden und das glitzernde Meerwasser von Miami Beach denkt, kommt aus einer anderen Galaxie. Musikalisch bewegen sich THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA dabei irgendwo zwischen den Soundtracks stilbildender TV-Serien der genannten Epoche und so ziemlich allen größeren Bands eben jener Zeit. Die Vorbilder sind dabei stets recht offensichtlich, aber erstens kann ein Album wie „Amber Galactic“ nur als Hommage an vergangene Zeiten verstanden werden und zweitens tut das der Abwechslung nur gut und dem Hörvergnügen obendrein keinerlei Abbruch. So meint man in rockigeren Momenten wie „Star Of Rio“ JUDAS PRIEST zu „Sin After Sin“-Zeiten und etwa in „Space Whisperer“ THIN LIZZY herauszuhören, was auch daran liegen mag, dass Frontmann Björn Strid verdammt nach deren verstorbenem Frontmann Phil Lynott klingt. Dieser Umstand ist übrigens ein weiterer Punkt, der THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA so interessant macht, denn es hätte vermutlich niemand für möglich gehalten, dass Mr. Strid eine solche Gesangsleistung abliefern könnte und doch macht der Mann auf „Amber Galactic“ durchweg einen geradezu phänomenalen Job. Die angesprochene stilistische Melange dieser Platte wird dann noch um poppige ELTON JOHN-Reminiszenzen wie etwa im tanzbaren „Sad State Of Affairs“ erweitert, in Songs wie „Jennie“ oder „Josephine“ zitiert die Truppe FOREIGNER und das arschcoole „Gemini“ verbreitet fetzige Disco-Atmosphäre wie gemacht für Herren in pastellfarbenen Anzügen und Kellnerinnen auf Rollschuhen. In Sachen Produktion können THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA natürlich nicht ganz verbergen, dass nicht mehr 1978 sondern eben 2017 herrscht, weshalb „Amber Galactic“ reichlich poliert daherkommt, allerdings unterstreicht das nur die Qualität der enthaltenen Songs und überhaupt kommt das neue Album von THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA dank viel Spielfreude und absolut authentischem Songwriting als in jeder Hinsicht glaubhafte Huldigung der angesprochenen musikalischen Epoche um die Ecke.

THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA sind das vermutlich sinnvollste Nebenprojekt, das die harte Musik seit langem gesehen hat. Anstatt in veränderter Konstellation das Gleiche wie ihre Hauptbands abzuliefern, befreien sich die Beteiligten hier von jeglichen stilistischen Scheuklappen und liefern mit „Amber Galactic“ ein herrlich frisches und vollkommen unerwartetes Album ab. Irgendwo zwischen „Miami Vice“, THIN LIZZY und den PET SHOP BOYS sorgen THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA für maximal gute Laune und haben mit „Amber Galactic“ mal eben den Soundtrack zum Sommer geschrieben – Respekt und Party on!

Trackliste:
01. Midnight Flyer
02. Star Of Rio
03. Gemini
04. Sad State Of Affairs
05. Jennie
06. Domino
07. Josephine
08. Space Whisperer
09. Something Mysterious
10. Saturn In Velvet
Spielzeit: 00:50:15

Line-Up:
Björn Strid - Vocals
David Andersson - Guitar
Sebastian Forslund - Guitar, Percussion
Sharlee D’Angelo - Bass
Richard Larsson - Keyboard
Jonas Källsbäck - Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
17.05.2017 | 12:36
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