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Cover von The Order -- 1986
Band: The Order Homepage The Order bei Facebook Metalnews nach 'The Order' durchsuchenThe Order
Album:1986
Genre:Hard Rock, Heavy Metal
Label:Massacre Records
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:27.07.12
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"Der Name ist Programm"

Zugegeben, was die Wahl ihrer Cover-Motive angeht haben sich die Schweizer THE ORDER in der Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert, doch das soll sich nun ändern, denn für „1986“ haben die Mannen ein Artwork gefunden, bei dem Titel und Abgebildetes schlicht perfekt zusammenpassen: Eine 80er-Schönheit mit Tina Turner-Gedächtnisfrisur hockt in zeitgenössischer Reizwäsche auf ihrem schmerzhaft geschmacklos bezogenen Bett und hört die größten Alben der Zeit, darunter „Live After Death“ und „Night Songs“ – ein Fest!

Nun haben die Herren THE ORDER auf ihrem neuesten Werk nicht besonders viel zu bieten, was man nicht anderswo auch schon mal gehört hätte, aber wer bereits das Artwork mit den genannten Details versieht, der darf auch entsprechend klingen: So hört man auf „1986“ metallenen Hard Rock, wie er – wer hätte es angesichts des kryptischen Titels für möglich gehalten – tiefer in den goldenen 80ern verwurzelt nicht sein könnte. Ab dem schmissigen „The Power Of Love“ werden sich Fans von WHITESNAKE, CINDERELLA, XYZ und hier und da auch DIO also bestens aufgehoben fühlen, denn THE ORDER mögen das Rad zwar keineswegs neu erfinden, haben das Regelwerk des traditionellen 80er-Hard Rocks aber dafür in seiner Vollständigkeit verinnerlicht – ähnlich dem bereits erwähnten Covermotiv stimmen hier schlicht die Details. Sänger Gianni Pontillo hat sicherlich nicht die auffälligste aller Stimmen, passt dafür aber wie die Faust aufs sprichwörtliche Auge zum Whiskey-getränkten Riffing des Quartetts. Hinzu kommt, dass Gitarrist Bruno Spring sein Instrument in wahrlich jeder Hinsicht beherrscht und mit allerhand wirklich schicken Leadgitarren auftrumpfen kann – so insbesondere im abschließenden „Stop Lying In The Name Of Love“, welches sich im Live-Betrieb sicherlich als kleine Hymne etablieren lassen wird. Songtitel wie „Long Live Rock ’n’ Roll“ [kein DIO-Cover], „Damn Hot Chick“, „Fire It Up“ und „Heartbreaking Rebel Blood“ offenbaren dabei schnell, dass lyrische Ergüsse nicht unbedingt die größte Stärke der Schweizer sind und so erweisen sich die zugehörigen Texte nicht selten als geradezu zum Fremdschämen dämlich, allerdings waren profunde Erkenntnisse auch 1986 nicht unbedingt das wichtigste Kriterium für gut gemachte Hard Rock-Songs. Mit „A Kiss Under The Rain“ gibt’s dann auch auf dieser Platte die obligatorische Ballade – das kann man mögen, oder eben auch nicht, schlechter als bei den Genre-Kollegen fällt die Nummer aber auch nicht aus. Übrigens: Wer genau hinguckt, dem wird auffallen, dass dem Cover-Künslter dann doch ein Fehler unterlaufen ist, denn das spitzbübisch unter ein Kissen hervorblitzende WHITESNAKE-Album ist gemäß seinem Titel erst – na? Richtig, 1987 erschienen. Aber man ist ja nicht päpstlicher als der Nietenpapst…

Hard Rock und die Schweiz, das gehört offenbar zusammen: Zwar hat man im Eidgenössischen weder einen Sunset Strip noch sind die schmuddeligen Gassen von London in der näheren Nachbarschaft, doch weiß man spätestens seit KROKUS und GOTTHARD, dass besagtes Genre im Land der Käsesorten einen guten Stand hat. THE ORDER erreichen zwar auch mit „1986“ nicht ganz das hohe Niveau der letztgenannten, aber all jene, die noch immer hoffen, dass etwa XYZ mal wieder ein Album machen könnten, werden die Schweizer rasch ins Herz schließen.

Trackliste:
01. The Power Of Love
02. Long Live Rock 'n' Roll
03. Generation White Line
04. Lonely Nights
05. Fire It Up
06. A Kiss Under The Rain
07. Damn Hot Chick
08. Heartbreaking Rebel Blood
09. Why Dreaming Hollywood
10. Stop Lying In The Name Of Love
Spielzeit: 00:44:03

Line-Up:
Gianni Pontillo - Vocals
Bruno Spring - Guitar
Andrej Ablanalp - Bass
Mauro "Tschibu" Casciero - Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
20.07.2012 | 12:11
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