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Cover von The Tangent -- A Place In The Queue
Band: The Tangent Homepage  Metalnews nach 'The Tangent' durchsuchenThe Tangent
Album:A Place In The Queue
Genre:Progressive
Label:InsideOut
Bewertung:5 von 7
Releasedatum:03.02.06
CD kaufen:'The Tangent - A Place In The Queue' bei amazon.de kaufen
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"Schmackhafte Schonkost-Rebellion"

Ursprünglich als Projekt von drei FLOWER KINGS Mitgliedern gegründet, stehen die Mannen um Andy Tillison mit ihrem bereits dritten Album nun vor der Aufgabe, den Weggang von Roine Stolt, der sich lieber verstärkt auf seine anderen Eisen konzentrieren wollte, zu kompensieren.

„A Place In The Queue“ ist zwar keine Konzeptscheibe, allerdings handeln alle Songs von einem Hauptthema – der gegenwärtigen Warteschlangengesellschaft, die unsere moderne Kultur auszeichnet. Musikalisch vermischt man dabei meist klassischen Prog mit ein bißchen Jazz und ein paar moderneren Tönen. Der Opener „In Earnest“ stellt bereits ein erstes Highlight auf der Scheibe dar, bei dem sich sanfte Akustik- und Pianoparts mit melodischen Frickeleien und Soli abwechseln. Am bestechendsten ist ein schön emotionales Gitarrensolo, das einen Hauch SPOCK’S BEARD verströmt und von einem ebenso strömenden Orgelpart abgelöst wird. Die Gesangsstimme von Andy Tillison ist zwar wenig flexibel und hat auch selten wirkliche Glanzpunkte, paßt dennoch hervorragend zur gebotenen Musik. „Lost In London“ zeichnet sich durch softe Drumbeats, verspielte Flötentöne, sowie ein stellenweise schwer dominierendes Keyboard aus und würde sich, abgesehen von einigen aggressiveren Stellen, sicher gut als ironische Lounge (sprich : Lauunsch)-Musik machen. "GPS Culture" kultiviert Orgelspielereien à la YES und zitiert für einen Moment frech aus KANSAS' "Carry On, My Wayward Son". Musical-artige Töne werden bei „Follow Your Leaders“ angeschlagen und mit „The Sun In My Eyes“ bekommt man sogar einen Song aufgetischt, der wie ein 70er Jahre Discofeger klingt. Während ich vor meinem geistigen Auge irgendwo einen John Travolta zu Lyrics wie „.. i got my head kicked in for liking YES, instead of SUZIE QUATTRO or THE RUBETTES …” vorbeitanzen sehe, kann mich der leicht angestaubte Sonnenscheinsound nur bedingt überzeugen. Das abschließende Titelstück versöhnt hingegen wieder, da es ein herrliches "Gitarre vs. Saxophon"-Solo und einige weitere Hinhörstellen bietet, obwohl es mit seinen 25 Minuten Spielzeit etwas langezogen wirkt, weil insgesamt zu wenig passiert.

Der Platz in der Warteschlange ist ein schön gemachtes, leichtes, wenn auch etwas altbacken geratenes Stück Prog geworden, das in erster Linie Leute ansprechen sollte, die es nicht zu soft aber auch nicht zu stressig mögen. Echten Tiefgang und ein bißchen mehr Schmiß läßt die Scheibe zwar vermissen, kann dafür aber in anderen Bereichen punkten. Wer also nicht permanent mit seiner Musik bluten muß und auch mal ein paar leichtfüßigere Töne liebgewinnen kann, findet mit „A Place In The Queue“ eine vielseitige und attraktive Progrockinszinierung, die man gerne immer wieder mal hervorkramt.

Trackliste:
1. In Earnest
2. Lost In London
3. DIY Surgery
4. GPS Culture
5. Follow Your Leaders
6. The Sun In My Eyes
7. A Place In The Queue


Werner Heinz [sOULiON]
05.04.2006 | 22:38
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