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The Pirate Ship Quintet
Rope For No-Hopers
Experimental, Instrumental, Post Rock
5.5 von 7 Punkten
"Die Hoffnung stirbt zuletzt"
King Fear
King Fear [ EP ]
Black Metal, Black/Death Metal
4.5 von 7 Punkten
"Schwarzmetall von der Waterkant"
The Murder Of My Sweet
Bye Bye Lullabye
Female Fronted, Gothic Rock, Pop
3.5 von 7 Punkten
"Zucker bei die Fische!"
Kill Devil Hill
Kill Devil Hill
Doom Metal, Heavy Metal, Stoner Rock
5.5 von 7 Punkten bzw. 4 von 7 Punkten
"Vertonter Generationenvertrag / Solide bei kurzer Halbwertszeit"
.: NICHT EINGELOGGT
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"Über das Ziel hinaus" | ||||||||||||||||||
| Dass die Schuster von NOVEMBER’S DOOM auch mal neue Leisten ausprobieren würden, dürfte sich seit dem 2005er „The Pale Haunt Departure“, spätestens aber seit seinem Nachfolger „The Novella Reservoir“ als unvermeidlich abgezeichnet haben. Nicht nur „Drown The Inland Mere“ und „The Voice Of Failure“ erweckten seinerzeit den Eindruck, als wollten die Ami-Doomster eine deutliche Kurskorrektur herbeiführen. Nachdem das diesjährige „Into Night’s Requiem Infernal“ sowohl wieder etwas sanftere Töne anschlägt als auch die unterstellte nächste Evolutionsstufe von Schwermut zu Todesblei verschweigt, bleibt die logische Alternative: Seitenprojekt. Das hört auf den Namen THESE ARE THEY und vereint unter anderen NOVEMBER’S DOOM Gründungsmitglied Paul Kuhr, ihren aktuellen Drummer Sasha Horn und den Ur-Gitarristen des Debuts „Amid It’s Hollow Mirth“ Stephen Nicholson. Alt-Fans der Doomster seien jedoch gewarnt, das Name-Dropping der Mini-Reunion verheisst nicht die Rückbesinnung auf alte Werte unter neuer Flagge. Jedenfalls nicht auf solche aus dem frühzeitlichen NOVEMBER’s DOOM-Kanon. Das Ziel der Vereinigung alter und neuer Mitglieder findet seine Entsprechung und Erklärung in Bandname und Albumtitel, die voneinander losgelöst betrachtet lediglich semantisch neblige Phrasen bleiben. „Jene, die fortbestehen“, so die sinnstiftende Symbiose, sind jene, die den alten Göttern ihren Fortbestand retten. Oder es zumindest versuchen. Dort, wo OBITUARY mittlerweile nicht viel mehr als ein Schatten ihrer selbst sind, ENTOMBED sich neuerdings gerade wieder erst berappen und BOLT THROWER glücklicherweise genug gesunde Selbsteinschätzung an den Tag legen, an „Those Once Loyal“ nicht heranreichendes neues Material aus Respekt vor Fans und dem eigenen Werk konsequenterweise auch nicht zu veröffentlichen, treten THESE ARE THEY an, um die Unzulänglichkeiten bzw. selbst verordnete Enthaltsamkeit der Genre-Speerspitzen zu kaschieren. Dabei spannt die quasi All-Star-Combo anfänglich auf die Folter. Nach dem kaum anders als überflüssig zu benennenden Intro „Ascension“ ertönen bei „When The Voices Sound Deadly“ einleitend atmosphärische Klänge, die zunächst vermuten lassen, einem NOVEMBER’S DOOM Nebenprojekt identischer Ausrichtung aufgesessen sein. Bis das Quintett nicht länger mit seinen Absichten hinter dem Berg hält und den Song in bester Schwedendeath-Manier nach vorne tritt. Vielleicht wären auch UNANIMATED ein wenig stolz gewesen, ein so traditionelles wie klebriges Bridge-Riff ihr Eigen zu nennen. Mit den folgenden „Upon The Doors Of Oblivion“ als auch „In The Halls Of Waverly“ knüpfen THESE ARE THEY gekonnt Verbindungen zwischen Insel- und Elchtod: typisches BOLT THROWER-Riffing im Midtempo treibt einen walzenden Groove nach vorne, der noch von den besten Tagen ENTOMBEDs im Ohr schwingt. An dieser Rezeptur ändert sich im Verlauf des Albums nicht viel. Das Songwriting orientiert sich stets an größtmöglicher Durchschlagskraft und bleibt so komplex wie möglich und einfach wie nötig. Die Eckpunkte eines skandinavisch-englisch-amerikanischen Dreiecks werden abwechslungsreich bedient. Mahlende Blastteppiche und stumpf-tödliches Gebolze im 4/4-Takt bahnen sich geradlinig den Weg und werden durch eine fette, doch nicht zu aufpolierte Produktion im Sinne der ursprünglichen Wucht des Death Metal transportiert. In dieser Weise hätte „Who Linger“ durchaus ein vollwertiges und überzeugendes Death Metal Album werden können…wenn da nicht Fluch und Segen Paul Kuhr‘s Hauptband wären. Es erscheint schon fast paradox, dass der begnadete Songwriter und Growler mit Wiedererkennungswert eigens ein Nebenprojekt für seine bislang nur unter dem Deckmantel einer Doomkapelle ausgelebte Death Metal Affinität gründet – und dieses dann nach seinen Hauptbetätigungsfeld klingt. Wo Kuhr seine Leidenschaft nun über weite Strecken gewinnbringend einsetzen kann, wird sie ihm unterwegs zum Stolperstein. Manches Riff gemahnt mehr als deutlich an die todesbleiernen Versatzstücke der letzten zwei NOVEMBER’S DOOM Alben: „The Indweller“ lässt deutlich das Strophenriff von „Rain“ vor dem geistigen Ohr erscheinen, die Gitarrenharmonien für „The Midnight Hour“ können als Ausschussware eines typischen NOVEMBER’S DOOM Midtempo-Brummers durchgehen. Was hier als inhärenter Teil der Songwriter-Natur gelten muss und somit nicht zum Nachteil ausgelegt werden kann, wiegt anderswo schwerer. Wenn THESE ARE THEY Verschnaufpausen einlegen, so geschieht es fortwährend in Form von Clean-Parts und elegischen Melodien im Down-Tempo, untermalt von Kuhrs unverwechselbarem Clean-Gesang. Es scheint dann, als sinniere er im Stillen über Ideen [wohlgemerkt: Ideen!] für das nächste NOVEMBER’S DOOM Album. Solche Inseln der Ruhe stören zwar den Hörfluß nicht nachhaltig, werden der Qualität der reinen Death Parts aber nicht gerecht und heben „Who Linger“ deutlich aus dem ursprünglichen Bestimmungszweck als Hommage an die alte Death Metal Riege heraus. In diesem Zusammenhang wirkt die Wahl des Soundgarden-Covers „4th Of July“ seltsam wenn nicht fragwürdig. Der experimentelle, leicht psychedelische Touch und die schleppend-mitschwingende Lethargie des Originals bleiben nicht nur erhalten – sie werden durch die Abstinenz jeglicher Growls forciert. Was bleibt, ist ein etwas fetterer Sound. In den Momenten, in denen THESE ARE THEY keinen Hehl aus ihrer Motivation machen und in bester, althergebrachter Tradition todesmetallisch als Tribut an alte Helden auf die Kacke hauen, liefern sie sogleich die Daseinsberechtigung für „Who Linger“. Fürwahr mag die Korinthenkackerei einer Genreklassifikation völlig überflüssig sein. Die Etiketten Death, Doom, Death-Doom oder Doom-Death sind eben nur Etiketten – solange die Musik stimmt. Und die kann auf „Who Linger“ nicht konstant fesselnd gehalten werden, wenn THESE ARE THEY übers Ziel hinausschießen und Riffs, Melodien und Arrangements einflechten, die qualitativ auch auf einem NOVEMBER’S DOOM-Album keinen Platz gefunden hätten. | ||||||||||||||||||
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