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Album:Deathless
Genre:Metalcore, Neo-Thrash, Thrash Metal
Label:Nuclear Blast
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:08.01.10
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"Respekt über den Tod hinaus"

Satte zehn Jahre nach „Reinventing The Steel“ gibt es endlich Futter für alle ausgehungerten PANTERA-Fans, wenn auch lediglich in Form eines neuen THROWDOWN-Albums.

Dabei ist das Quartett aus Orange County seinem, bereits auf dem 2007er-Werk „Venom & Tears“ eingeschlagenen, Weg bzw. Sound weitgehend treu geblieben, es herrscht also nach wie vor PANTERA-Neo Thrash-Feeling überall, auf „Deathless“ nunmehr allerdings noch durch eine subdepressive, komfortable Southern-Note Marke ALICE IN CHAINS, DOWN und eine gewisse KILLSWITCH ENGAGE-Eingängigkeit ergänzt.
Sänger Dave Peters zumindest gelingt es auf „Deathless“ weiterhin, 1:1 wie Philip Anselmo zu klingen, so dass sich niemand sonderlich zu wundern bräuchte, ließe er sich das prollige „Unscarred“-Tattoo seines stimmlichen Vorbilds bzw. Alter Egos auf den Bauch stechen.
„The Scythe“ liefert vorneweg ordnungsgemäß, d.h. alles umsensend, ab und bietet gleich noch die ersten, cleanen Harmony-Vocals der Platte.
Richtig ins Laufen kommt die PANTERA-Groove- und Riffmaschine aber erst mit dem folgenden „The Continuum“: schieres Dimebag-Riffing, Phil Anselmo-Schreien/-Gesang vom Feinsten und wuchtig-reduziertes Drumming.
„Tombs“ flicht in den texanischen Power-Groove der Kalifornier erstmals besagte, melancholische ALICE IN CHAINS-meets-DOWN-Gesangs- und Melodielinien ein, während Dave Peters auch bei den gesprochenen Parts PANTERA-Phil exakt zu kopieren weiss, dann noch ein astreines Dimebag-Solo obendrauf, fertig.
„The Blinding Light“ beginnt zwar zunächst ungewöhnlich, die charakteristischen Stakkato-Riffs lassen aber nicht lange auf sich warten, so dass dieser Track letzlich auch auf „Reinventing The Steel“ seinen verdienten Platz hätte finden können, auch wenn hier erneut ALICE IN CHAINS-Depressivität und sogar etwas BLACK LABEL SOCIETY-Flavor hörbar sind.
„Widowed“ dagegen klingt ähnlich einer Kombination aus PANTERAs Coverversion des BLACK SABBATH-Klassikers „Planet Caravan“ und DOWN, bevor es bei „Headed South“ wieder die volle Breitseite PANTERA-/DOWN-Riffs galore und stampfende Vinnie Paul-Beats gibt.
„Serpent Noose“, „Ouroboros Rising“ und auch „Skeleton Vanguard“ reihen sich wiederum ziemlich nahtlos in die PANTERA-/DOWN-/AIC-/BLS-Schiene ein. „Pyre & Procession“ ist purer PANTERA-Groove kombiniert mit THROWDOWNs Hardcore-Wurzeln und KILLSWITCH ENGAGE-Singalong, bevor in „Black Vatican“ auch noch die „Back To The Front!“-Gesangslinie aus METALLICAs „Disposable Heroes“ zitiert wird.
Lediglich beim abschließenden „Burial At Sea“ wagt man sich, von Daves Anselmo-Röhre abgesehen, mit KSE- bzw. melodischen Metalcore-Strukturen und -Refrains erstmals etwas aus dem selbstangelegten PANTERA-Korsett.

Auch auf „Deathless“ schreit zwar auf der einen Seite immer noch fast alles nach Rip-Off und Klon, andererseits aber ist das hier längst weit mehr als eine bloße Kopie, sind die Songs fast ausnahmslos schlichtweg so gut [nach-]gemacht, dass man streckenweise beinahe keinen Unterschied zum verblichenen Original mehr hören kann.
Darüber hinaus haben es diese kalifornischen Straight Edger erneut geschafft, trotz [oder vielleicht vielmehr gerade deswegen] unverhohlener Verehrung einer Band, eines ganz bestimmten Sounds und unter Verwendung bekannter Zutaten, versiert und selbstbewusst eigene Songs zu schaffen, die fast durchgehend auch PANTERA zu allen Ehren gereicht hätten.
Soviel Chuzpe und musikalisches Können verdient allemal Respekt, denn auch, wenn es PANTERA nicht mehr gibt und auch nie wieder geben kann, wissen THROWDOWN mit „Deathless“ vielleicht nicht unbedingt für unsterblichen, zumindest aber für zeitlosen musikalischen Ersatz zu sorgen.

Trackliste:
01. The Scythe
02. The Continuum
03. Tombs
04. The Blinding Light
05. Widowed
06. Headed South
07. Serpent Noose
08. Ouroboros Rising
09. Skeleton Vanguard
10. Pyre & Procession
11. Black Vatican
12. Burial At Sea
Spielzeit: 00:55:13

Line-Up:
Dave Peters - Vocals
Mark Choinere - Guitars
Mark Mitchell - Bass
Jarrod Alexander - Drums
Dirk Konz [dkay]
03.01.2010 | 00:29
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