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Album:Nero Enigma
Genre:Doom Metal
Label:Dragonheart Records
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:26.03.10
CD kaufen:'Thunderstorm - Nero Enigma' bei amazon.de kaufen
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"Doomhammer aus Bergamo"

THUNDERSTORM aus Bergamo dürften mit ihren bislang vier Full-Length-Veröffentlichungen wohl nur bei Eingeweihten bzw. ausdrücklich Doom-Interessierten aktenkundig geworden sein, was sich mit dem aktuellen Doomhammer der Italiener namens „Nero Enigma“ aber hoffentlich alsbald ändern wird.

„Nero Enigma“ bietet ein interessantes Konzept an, bei dem Fabio „Thunder“ Bellan und seine beiden Mitstreiter der italienischen Horrorfilm-/Thriller-/Schundliteratur-Kultur [den „fumetti neri“ u.ä.] huldigen [man beachte das billige C-Movie-Coverartwork], denn thematisch drehen sich die einzelnen Songs um einen geheimnisvollen Mörder, der sich scheinbar wahllos seine Opfer sucht. Doch kann und soll es wirklich jemandem gelingen, hinter dieses blutige, „schwarze Geheimnis“ zu kommen?
Der Titeltrack „Nero Enigma“ macht, ob seiner erhabenen Eingängigkeit oder auch überwältigenden Schlichtheit, gleichsam süchtig und platt: Alter, was für ein Riff! Hier verknüpfen die Lombarden mit links energisch losrockenden Doom mit klassischem Heavy/Power Metal alter Schule und viel Melodie, quasi der junge OZZY meets SOLITUDE AETURNUS meets CATHEDRAL meets TROUBLE. Nach diesem Gewinner kann eigentlich schon gar nichts mehr anbrennen, aber das folgende „When April Dies“ macht mit flott-wuchtigem Drumming, emotionalen Vocals und nackenknackenden Gitarren genauso weiter.
Der satte Bass und die imperativ drückenden Riffs von „Ophrys“ bieten die passende Doom-Untermalung für einen Trauerzug in Richtung Friedhof. Bei „5025“ werden erneut verschiedene klassische Metalstile zu einem großartigen Ganzen verwoben, das beinahe in Richtung progressiven Dooms gehen würde, bliebe es nicht stets erdig und nachvollziehbar.
Es folgt „Shallow“, voll hymnischer Erhabenheit und Melodie, stellt Euch die melancholische Eingängigkeit alter ICED EARTH, etwas BLACK SABBATH, CANDLEMASS und einen Sänger, der an eine Mischung aus TROUBLEs Eric Wagner und dem jungen Geoff Tate von QUEENSRYCHE erinnert, vor, ergänzt noch ein paar sehnsüchtige Melodien und Soli voller Verzweiflung und Anmut und Ihr kommt in etwa hin.
Großes Doom-Kino bis hierher. „The Trial Of Life“ bietet erneut wuchtigen Power-Doom, der ebenso wie „ Mechanical Delights“ erbarmungslos unter [konzeptuell] seinen Opfern wütet bzw. [wirklich] den Hörer zwischen Ergriffenheit und Hingabe in Slow-Motion bangen läßt.
Der ruhige „Monologue“ gleicht anfänglich einer Beichte, will eigentlich auf den rechten Weg zurückgeführt werden, aber erneut müssen Buße und Katharsis ausbleiben und doch wieder alles in Mord und Totschlag enden lassen.
„Modus Operandi“ spult zwar nochmal kurz zurück, lässt aber wenig Raum für Hoffnung auf Änderung der bestehenden Verhältnisse, so dass das „Nero Enigma“ weiter seiner [Er-]Lösung harren muss.

Wer auch nur annähernd mit o.g. musikalischen Vorlieben konform geht bzw. eine Passion für klassischen Doom oder Metal mit schlichten, aber feisten Riffs, sowie Gesang und Songs mit viel Seele sein Eigen nennt, der kommt an THUNDERSTORM nicht länger vorbei und kann sich eigentlich beim Besorgen der neuen CATHEDRAL gleich auch „Nero Enigma“ mit einpacken lassen.
Doch Obacht, wer hier ein Ohr riskiert, kann leicht Herz oder Leben verlieren...

Trackliste:
01. Nero Enigma [The Beginning] /Victim: Enchantress
02. When April Dies /Victim: Junkie
03. Ophrys /Victim: Benefactress
04. 5025 [Roman Goddess] /Victim: Career Girl
05. Shallow /Victim: Architect
06. The Trial Of Life /Victim: Russian Astronomer
07. Mechanical Delights /Victim: Gypsy
08. Monologue /Victim: Jet Pilot
09. Modus Operandi
Spielzeit: 00:50:55

Line-Up:
Fabio "Thunder" Bellan - Guitars, Vocals
Omar Roncalli - Bass
Attilio Coldani - Drums
Dirk Konz [dkay]
24.03.2010 | 23:48
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