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Album:Fly Paper
Genre:Progressive, Rock
Label:InsideOut
Bewertung:4 von 7
Releasedatum:25.01.08
CD kaufen:'Tiles - Fly Paper' bei amazon.de kaufen
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"Kein Überflieger"

Ein Papierflieger über New York. Wer kriegt es da nicht gleich mit der Angst? Keiner? Die Band und der Cover-Künstler sahen das wohl anders, und hielten dieses Konzept für sehr verstörend. Ähnlich halbgar wie diese Idee ist leider auch das neue Album der Chicagoer Prog-Formation ausgefallen.

Die Band ist seit 1994 im Underground unterwegs und konnte bisher nur einige kleine Etappensiege vorweisen. Mit dem neuen Album "Fly Paper" will sie nun im Fahrtwasser der Prog-Giganten RUSH etwas mehr Boden gewinnen. Unterstützung hat sich die Band dazu von RUSH-Produzent Terry Brown geholt.
Das Ergebnis klingt letztendlich tatsächlich nach RUSH. Allerdings eher nach einer schlechten RUSH-Coverband. Der Sound ist insgesamt einen Tick härter ausgefallen als beim Vorbild, dafür könnten die Songstrukturen teilweise wirklich direkt von großen Vorbild stammen. Damit enden die Parallelen zwischen den beiden Bands aber auch schon wieder. Wo RUSH die reine Spielfreude versprühen, hat man bei TILES das Gefühl, dass die Band überhaupt keinen Bock auf die Songs hat. Die Melodien und Ideen sind gut, einige gehen auch schnell ins Ohr, aber das meiste wird dermaßen lustlos dargeboten, dass man sich teilweise zwingen muss, das Album ganz am Stück zu hören. Misslungen sind leider die meisten Gesangslinien, die wohl oft nachdenklich wirken sollen, dieses Ziel jedoch komplett verfehlen. Ich habe selten solche unmotivierten Gesangslinien wie hier gehört. Als Beispiel führe ich mal das Ende von "Landscrape" an. Das ist umso tragischer, als dass Sänger Paul Rarick oft zeigt, dass er anders singen kann. In seinen guten Momenten, hört man immer wieder SPOCK'S BEARD heraus, und das ist als Kompliment aufzufassen.
Die Gitarren leiden unter ganz ähnlichen Problemen. Nicht nur könnten sie etwas lauter abgemischt sein, sie werden auch noch genauso lustlos dargeboten wie der Rest des Materials. Riffs und Melodien, die was taugen, sind da, aber man kann eben alles so und so spielen.
Dass dazu die Songs auch noch nicht sonderlich abwechslungsreich sind, ist nicht gerade fördernd.

Man könnte nun meinen, dass das gewollt ist, um "Old School-Sound" oder so zu kreieren. Man könnte aber auch meinen, dass der Papierflieger einfach die Hysterie symbolisiert, die um manche Dinge gemacht wird.
Für die Prinzipiell ganz guten Ideen und dafür, dass es keine Komplettausfälle gibt, bekommt die Platte ein paar Punkte zugesprochen. Bei so deutlichen Schwächen bleiben die hohen Wertungsregionen aber illusorisch.

Trackliste:
01. Hide In My Shadow
02. Sacred & Mundane
03. Back & Forth
04. Landscrape
05. Markers
06. Dragons, Dreams & Daring Deeds
07. Crowded Emptiness
08. Hide & Seek


Line-Up:
Chris Herin: Gitarre
Mark Evans: Schlagzeug
Paul Rarick: Gesang
Jeff Whittle: Bass

Gastmusiker:
Sonya Mastick: Percussion
Matthew Parmenter Keyboards, Gesang
Nate Mills: Gesang
Nicolas Freund [Nicki]
24.04.2008 | 21:52
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