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Cover von Time Has Come -- White Fuzz
Band: Time Has Come bei MySpace.com Metalnews nach 'Time Has Come' durchsuchenTime Has Come
Album:White Fuzz
Genre:Grindcore, Noisecore, Progressive
Label:Regain Records
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:23.05.08
CD kaufen:'Time Has Come - White Fuzz' bei amazon.de kaufen
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"AC/DC rückwärts auf dreifacher Geschwindigkeit!"

Genau so bezeichnet Gitarrist Dennis Kayzer die Mucke seiner Band, und das trifft es ziemlich gut. Ich muss nur zu meiner Schande gestehen, dass mir TIME HAS COME bislang noch nicht bekannt waren. Schade eigentlich, denn die Band aus Hamburg besteht seit gut vier Jahren und hat bereits eine Split-CD und eine EP veröffentlicht. Nun folgt die erste Full Length mit dem Titel „White Fuzz“, die eine aberwitzige und bestechende Mischung aus Hard-, Grind-, Noise- und Mathcore auf einem hohen technischen Level beinhaltet.

„White Fuzz“ benötigt so einige Durchläufe, ehe das Material einen nicht nur bloß erschlägt, sondern auch zündet und sich dem Hörer erschließt. Bei aller Vertracktheit der Songs agieren TIME HAS COME trotzdem alles andere als chaotisch, sondern wissen offenbar ganz genau, wohin welcher Part gehört, um im Gesamtbild richtig zu funktionieren. Die einzelnen Lieder sind unglaublich abwechslungsreich und eigenständig geworden, während auf Schubladen und Genrekonventionen ganz munter gepfiffen wird. Wer einen groben Wegweiser bezüglich der musikalischen Ausrichtung benötigt – von Kopie kann nie gesprochen werden! –, so mögen Referenzen zu BENEATH THE MASSACRE, PSYOPUS, THE DILLINGER ESCAPE PLAN, WAR FROM A HARLOTS MOUTH, NEUROSIS, ISIS und [alte] CRYPTOPSY genannt sein. Ruhigere und getragenere Postcore-Abschnitte wie in „When The Promise Of Forever Become“ und im Titelstück tauchen überraschend auf, während oft die völlig verspulten ‚Nintendo’-Tappings der Marke BENEATH THE MASSACRE und BRAIN DRILL das Bild bestimmen, aber auch vereinzelte und gut platzierte Breakdowns sowie Jazz-Einflüsse [„Elevator To Prypiat“] in die Songs eingeflochten werden. Über allem steht die Leistung von Sänger Marcel, der – anfangs gewöhnungsbedürftig – zwar viel schreit und kreischt, aber die interessante Eigenart an den Tag legt, viele Textzeilen zuerst jammernd und klar zu beginnen, ehe der Gesang beinahe manisch und ausrastend in angepisste Screams umschlägt. Somit hebt er sich wohltuend vom häufig üblichen Dauergegrunze ab und „White Fuzz“ gewinnt dadurch zusätzlich an emotionaler Tiefe, wobei auch die fette und druckvolle Produktion der Band optimal gerecht wird, sodass die gebotenen 40 Minuten garantiert nicht langweilig werden.

Der Erstling von TIME HAS COME wirkt wie ein kleiner Tagesausflug in die Klapsmühle, da anfangs alles etwas verworren und anstrengend erscheint. Vielleicht hört man beim ersten Durchlauf von „White Fuzz“ viel weißes Rauschen [wie am Ende des Titelstücks], während sich dann aber Stück für Stück eine äußerst interessante, ambitionierte und vielschichtige Mischung ergibt, die kurzweilig ist und die trotz oder gerade wegen der vielen vertretenen Stile ausgezeichnet funktioniert! Tolle Scheibe!

Trackliste:
01. Keep Your Tongue From Evil
02. A Clown Can Get Away With Murder
03. When The Promise Of Forever Become
04. Something Draws Near From Nothing
05. Elevator To Prypiat
06. The Abandoned City [Part 1]
07. And No Matter How Fast You Run – Y
08. The Abandoned City [Part 2]
09. Ignorance Is Bliss
10. The White Fuzz
Spielzeit: 00:40:02

Line-Up:
Marcel Detels – Vocals
Dennis Kayzer – Guitar
Lorenz Shranz – Bass
Christoph Schiming – Drums
Alexander Eitner [soulsatzero] | 16.05.2008 | 23:31

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