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Album:Extinctionist
Genre:Black Metal
Label:100% Records
Bewertung:2 von 7
Releasedatum:19.04.12
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"Der festgefahrene Sensenmann"

Im Regelfall verspreche ich mir nie allzu viel Potenzial hinter sogenannten "All Star"-Projekten, vor allem nicht im Metal- und erst recht nicht im Black-Metal-Mikrokosmos. Labels, die damit werben, dass per se schon recht unbekannte Zeitgenossen ein Nebenprojekt ins Leben kreischen, das ihre eigentlichen Hauptbaustellen vorrangig um der gegenseitigen Werbung Willen hintanstellt, sollten sich vielleicht umhören, ob überhaupt ein Markt für derartige Zusammenschlüsse besteht, bevor das Presswerk ins Spiel kommt. Ich zumindest müsste erst wieder daran erinnert werden, wann solche finanziellen Sackgassen zuletzt eine signifkante, sprich bleibende Rolle im alltäglichen metallischen Geschehen eingenommen haben; meistens scheint es ja am Inhalt selbst zu scheitern, den entweder niemand so richtig anspricht, weil er jeden gleichermaßen langweilt oder selbst dieses Plateau verfehlt. Doch will ich keine gefühlten drei Tage mit solchen Eskapaden zubringen, sondern TORTORUM eine Chance geben, etwaige Lorbeeren einzuheimsen.

Räudig und flott geht diese internationale Projekt heran, erinnert an AOSOTH und IMMORTALs Glanzzeiten, ohne natürlich [?] auch nur in irgendeiner Art und Weise an sie heran zu kommen. In kompositorischer Hinsicht liegt der Schwerpunkt zumeist auf nichtssagendem Gerödel und Geschepper jenseits der 21/22-Schallmauer. Der Kern des Problems bewegt sich erneut von der handwerklichen Komponente hin zum Mangel an erinnerungswürdigen Songs oder sogar Passagen. Den dramatisch ausgelegten Tremolo-Attacken fehlen die Zähne zum Zubeißen, das thrashige Überbrückungsgeschrubbe schafft künstliche Länge ohne eigentlichen Inhalt. "Extinctionist" ist über weite Strecken nichts weiter als professionell ausgestaltete Zeitverschwendung und streitet der Band ihrer Existenzberechtigung ab. Nichts von entscheidender musikalischer Bedeutung passiert hier, dass nicht vielleicht anderswo schon überzeugender dargebracht werden konnte.

Diese Misere findet ihre Fortsetzung in der Produktion, die so dermaßen scheintot, vor allem aber angepasst herüberkommt, dass es schon unschön ist. Wo sind die Kanten, wo die brüllende Rebellion, die ein Material von diesem Kaliber durchaus vonnöten gehabt hätten? Antwort: Sie fehlen, genauso wie meine Geduld für diesen Rohrkrepierer.

Trackliste:
01 - Aeonscourge
02 - In Pestilence Majesty
03 - Grace Of Hatred
04 - All Mercy Devoured
05 - Kindling The World Conflagration
06 - Fucking Worthless
07 - Gloria In Extinction
08 - Mother Infirmity
09 - For The Ruin Of All
Spielzeit: 00:44:30

Line-Up:
Barghest - Gesang, Bass
Skyggen - Gitarren
Erik - Schlagzeug [Session]
Michael Bambas [Micha]
07.07.2012 | 19:55
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