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"Eine lange Reise"
Cover von Trollfest -- Villanden
Band: Trollfest Homepage Trollfest bei Facebook Metalnews nach 'Trollfest' durchsuchenTrollfest
Album:Villanden
Genre:Folk, Folk Metal
Label:Twilight
Bewertung:3.5 von 7
Releasedatum:09.01.09
CD kaufen:'Trollfest - Villanden' bei amazon.de kaufen
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"Der pure [vertonte] Wahnsinn"

Manchmal kann man sich doch einfach nur wundern, wenn man gewisse Bands entdeckt. Fangen wir einfach mal von vorne an. Die Band heißt TROLLFEST und wurde 2003 in Oslo [Norwegen] gegründet. Die Herren spielen scheinbar „Humppa Viking Metal“ bzw. „Ompa Viking Metal“. So weit so gut, klingt ja noch normal und durchaus annehmbar. Jetzt wird’s dann etwas abgedrehter. Das Cover, welches eine Todesente ziert, ist auf jeden Fall originell, aber auch sehr spacig. Schauen wir doch mal, wie die Herren ihre Tracks genannt haben. Singen die vielleicht in Norwegisch? „Wo bin ich jetz aufgewacht?“, „Der Uhr ist skandalost, „Trinkenvisen“ … ähm bitte was? Gewisse Recherchen ergaben dann, dass die Herren scheinbar die deutsche und die norwegische Sprache mischen und so eine eigene Sprache kreiert haben. Klingt witzig, mal gespannt, wie sich der ganze Spaß so anhört … CD einlegen, auf „Play“ drücken und sich hinsetzen.

Ach, wie herrlich, ein nettes instrumentales Intro, so etwas ist immer schön. Ah ha, der Spaß bleibt nicht so ruhig, sondern jetzt kommen Blast-Parts, merkwürdige Schreie und schnelle Rhythmen ins Spiel. Dabei ergibt sich leider schon mal das Problem, dass ich den Sänger einfach nicht verstehen kann. Bei meinem Promo wurden leider keine Lyrics mitgeliefert, darum kann ich nicht sagen, ob die textlichen Auswüchse der Band lustig und unterhaltsam sind. Auch so ist „Der JegerMeister“ aber ein ganz netter Folk-Song, der sein volles Potential allerdings wahrscheinlich erst nach viel Alkohol entfaltet. Da der Herr Redakteur eigentlich keinen Alkohol genießt, muss ich die Musik also nüchtern bewerten. Weiter geht’s mit den Blödeleien. Sogar die Todesente kommt zum Einsatz und man hört immer mal wieder ein lautes „Quack, Quack …. Quack, Quack“ aus den Boxen dröhnen. Beim ersten Durchhören entstehen da durchaus einmal ein Grinsen und auch ein Lachen auf den Gesichtern der Hörer. Aber nach dem dritten, vierten oder fünften Mal hören fühlt man sich irgendwie verwirrt. Die meisten Songs weisen eher ein hohes Tempo auf und der Sänger singt auch so unglaublich schnell, dass man ihm überhaupt nicht folgen kann. Der reinste Wahnsinn. Hin und wieder gibt es kleine Intermezzos, die auch ich ganz lustig und angenehm gefunden habe. Diese eignen sich durchaus ganz gut zum Mitschunkeln. Ich bin aber generell etwas verstört von dieser Scheibe. Auf der einen Seite sind die Herren offensichtlich Profis an ihren Instrumenten. Denn was die Trolle hier zusammenspielen, hat durchaus Hand und Fuß. Auf der anderen Seite ist das ganze Konzept auf Blödelei aufgebaut. Scheinbar wird TROLLFEST hin und wieder gerne mit FINNTROLL verglichen, was ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen kann. Außer dass die beiden einen Troll im Namen haben, könnten sie nicht unterschiedlicher sein. Haben FINNTROLL doch eher immer düstere Musik kreiert, erschaffen TROLLFEST hier party-taugliche Songs und Rhythmen. Sie klingen also viel fröhlicher und lebensbejahender als FINNTROLL. Aber auch mit KORPIKLAANI lassen sie sich nicht wirklich vergleichen. Erstens, weil ihre Songs meistens viel schneller sind und zweitens weil sich auch KORPIKLAANI durchaus ernst nehmen. TROLLFEST haben also sicherlich eine Monopol-Stellung mit ihrer Musik erreicht.

Was soll ich jetzt abschließend dazu sagen und wem könnte die Mucke gefallen? Ich spreche einmal zuerst meine Bewunderung aus, dass sich eine Band traut, etwas völlig Verrücktes und Einmaliges zu spielen, anstatt sich anzupassen. Des Weiteren ist die instrumentale Leistung dieses Albums nicht von schlechten Eltern. Ich glaube allerdings, dass dieses Album extrem polarisieren wird. Die einen werden es gerne hören und regelmäßig Lachkrämpfe bekommen. Die andere Sorte Mensch wird völlig verständnislos vor ihrem CD-Player sitzen und nicht wissen, wie ihnen geschieht. Generell würde ich jedem empfehlen, einfach mal auf die MySpace Seite der Jungs vorbeizuschauen und sich die Songs anzuhören und dann zu entscheiden, ob ihm das zusagt oder nicht. Ich vergebe für dieses Album dreieinhalb Punkte, weil dies einfach die gespaltene Situation der Band am besten widerspiegelt. Ich bin aber überzeugt, dass diese Musik für diverse Partys sehr gut geeignet ist. Ein Interview mit der Band wäre sicher sehr interessant …

Trackliste:
01. Wo bin ich jetz Aufgewacht?
02. Der JegerMeister
03. Uraltes Elemente
04. Villanden
05. Per, Pal og Brakebeins Abenteuer
06. Der Uhr ist Skandalost Schändlich
07. God Fart
08. Festival
09. En Ny Erfaring
10. Trinkevisen
11. Die Kirche undt der Mache
Spielzeit: 00:37:31

Line-Up:
Trollmannen - Gesang
Mr. Seidel - Gitarre
PsychoTroll - Bass
TrollBANK - Drums
Jonathan Jancsary [Squiggofant]
02.01.2009 | 01:02
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