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Album:Oro - Opus Alter
Genre:Doom Metal, Psychedelic, Sludge
Label:Neurot Recordings
Bewertung:6 von 7
Releasedatum:14.09.12
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"Das Mammut ist gelandet"

Mit "Opus Alter" holen die italienischen UFOMAMMUT nun – rund fünf Monate nach dem Vorgänger – zum zweiten Schlag der großen Psychedelic Sludge-Offensive aus. Und wer "Opus Primum" bereits sein Eigen nennt, der weiß schon ganz genau wie der Hase läuft und das Mammut fliegt, denn viel hat sich am Erfolgsrezept nicht verändert.

Mächtige, dröhnende Riffs – meist kurze, sich wieder und wieder wiederholende Taktfolgen – bilden das massive Sludge-Fundament auf dem die Songs basieren. Gitarrensoli sucht man indes vergebens. Dafür übernimmt Urlo am Bass die Rolle, die in den meisten Bands der Lead-Gitarre zugedacht ist und führt mit Teils sehr eingängigen Melodieläufen durch die fünf Stücke der Platte. Den psychedelischen, geradezu spacigen, Charakter bekommt der Sound durch eine ganze Batterie an Gitarren- und Basseffekten, durch Rückkopplung am Gitarrenverstärker und den Einsatz von Synthesizer-Klängen. Ruhige, elektronische Passagen stehen im Wechselspiel mit erruptivem Riffgewitter oder verbinden sich mit diesem zu einem vielschichtigen Klanggeflecht, dass sich in seiner Komplexität beim ersten Durchlauf gar nicht komplett erfassen lässt. Während UFOMAMMUT schon mal einige Minuten lang auf ein und demselben Riff herumreiten und der Synthesizer einen Takt in Endlosschleife wiedergibt sind die fünf Titel untereinander doch sehr variabel gestaltet, markant und besitzen einen hohen Wiedererkennungswert. Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir dabei das düstere, sich langsam dahin schleppende "Sublime" und "Deityrant", dessen Riff interessanterweise doch irgendwie verdächtig an "Smells Like Teen Spirit" [NIRVANA] erinnert.

Zwar ist "Opus Alter" kein rein instrumentales Werk, doch der ohnehin seltene Gesang versteckt sich – wenn er denn mal auftaucht – recht gut zwischen dem Dröhnen von Bass und Gitarre und wirkt eher wie ein leises, entferntes Echo seiner selbst. Die Wörter die im vierseitigen Booklet abgedruckt sind [pro Lied sind es nicht mehr als vier Zeilen] lassen sich nur mit äußerster Mühe im komplexen Klanggebilde identifizieren.

UFOMAMMUT sind Teil des italienischen Künstlerkollektivs "Malleus Rock Art Lab" welches sich neben dem gelungenen Cover-Artwork in schwarz und Gold auch für eine visuelle Umsetzung der Stücke auf "Opus Primum" und "Opus Alter" verantwortlich zeigt. Um in den Genuss dieser zu kommen führt [außer natürlich zu Youtube] kein Weg an der auf 500 Einheiten limitierten Version der Schallplatte vorbei, die zudem durch ihren liebevoll gestalteten, handgedruckten [Siebdruck] dreieckigen Umschlag begeistert. Neben der transparenten LP enthält das Set eine DVD mit den Videos der Lieder. Während die Platte allein schon ihrer Aufmachung wegen ihr Geld wert ist kann man auf die psychedelischen, wirren Videozusammenschnitte eher verzichten.

Zugegebenermaßen wird mit "Oro" (it.: Gold) trotz des Titels keine goldene Schallplatte zu holen sein. Die Musik ist eher schwere Kost und ganz sicher nicht jedermanns Sache. Ganze im Gegenteil dürfte UFOMAMMUT wohl auf ein relativ kleines Publikum abzielen. Wenn man mit den Drone- und Ambient-Elementen ebenso wenig anzufangen weiß wie mit der oftmals vorherrschenden Monotonie, so wird man mit dem Album auch nach mehreren Anläufen wohl nicht warm werden. Freunde des Genres hingegen dürfen sich über eine weitere hochkarätige Veröffentlichung aus dem Hause UFOMAMMUT freuen.

"Oro: Opus Alter" ist die gelungene, konsequente Fortsetzung zu "Oro: Opus Primum". Angesicht der starken Parallelen – und das ist der einzige große Kritikpunkt – muss man jedoch Fragen ob man das komplette Opus nicht auch in einem Stück als Doppel-CD/LP hätte veröffentlichen können. Denn auch wenn beide Alben für sich betrachtet hervorragend sind, beschleicht einen doch ein wenig das Gefühl, zweimal für das gleiche Produkt zu zahlen

Trackliste:
01. Oroborus
02. Luxon
03. Sulphurdew
04. Sublime
05. Deityrant
Spielzeit: 00:44:56

Line-Up:
Poia – Gitarre, Synthesizer
Urlo – Bass, Gesang, Effekte, Synthesizer
Vita – Schlagzeug
Michael Klimczak [Sm62]
08.10.2012 | 00:40
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