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Reviews von Ulver
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Cover von Ulver -- Messe I.X - VI.X
Band: Ulver Homepage Ulver bei Facebook Metalnews nach 'Ulver' durchsuchenUlver
Album:Messe I.X - VI.X
Genre:Avantgarde/Electronica, Experimental
Label:KScope Music
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:01.08.13
CD kaufen:'Ulver - Messe I.X - VI.X' bei amazon.de kaufen
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"Spirituell!"

ULVER haben mit Metal ja schon seit Urzeiten überhaupt nichts mehr zu tun, aber da man ihre ersten drei Alben in der Metal-Szene niemals vergessen wird, werden auch ihre neuen Scheiben immer noch auf Metal-Seiten reviewt. Und das ist verdammt gut so! ULVER machen zwar keinen Metal mehr, aber spielen nach wie vor unglaublich intensive Musik, die nicht an einem vorbeigehen sollte.

„Messe I.X – VI.X“ nennt sich das neue Album, das uns die norwegischen Wölfe dieses Jahr präsentieren. Dieses entführt den Hörer bzw. die Hörerin auf eine Reise durch Neoklassik, klassische Elektro-Musik, Industrial und ganz, ganz viel Melancholie. ULVER zeigen sich dabei mutig und beginnen das Album mit einem zwölfminütigen Song namens „As Syrians Pour in, Lebanon Grapples with Ghosts of a Bloody Past“, der am Anfang sehr unscheinbar daherkommt und sich dann langsam aufbaut. Sobald die Violinenklänge [und andere Streichinstrumente] deutlich zu hören sind und im Hintergrund die Synthie-Soundwand sich mit den fragilen Klängen des Orchesters vermischt, welches ULVER dieses Mal zur Verfügung standen, wird man von der Intensität und der unglaublichen Traurigkeit des Moments fast umgehauen. Einen Song von zwölf Minuten zu schreiben, der nicht nur nicht langweilt, sondern die ganze Zeit den Spannungsbogen hält und diesen im Laufe der Zeit sogar noch intensiviert – das muss man erst einmal herbringen. Ganz ehrlich, man könnte jetzt sich die einzelnen Songs anschauen, man könnte darüber schreiben, wie die einzelnen musikalischen Stile miteinander verwoben sind und wo kleine Schwachstellen und Lücken zu finden sind, aber all das würde die Musik dieses Albums überhaupt nicht treffen. Mir scheint „Messe I.X – VI.X“ lebt davon, dass die Scheibe am Stück im Dunklen gehört wird. Dass sie eben gerade nicht zu Tode analysiert und durchdacht wird. Man muss sich auf die Soundcollage einlassen, diese einen Teil der eigenen Gedanken werden lassen und sich dann von ihr tragen lassen. Das klappt nicht in jeder Situation und in jeder Stimmungslage, denn zu sehr erfordert „Messe I.X – VI.X“ eben das „Sich-Einlassen“ des Hörers oder der Hörerin – ich bin sicher, das Album kann an einem vorbeirauschen, wenn man es im Hintergrund hört und man dabei World of Warcraft spielt. Wer sich aber darauf konzentriert, der hört tatsächlich eine musikalische Messe, die eine gewisse Form von Spiritualität ausstrahlt und schon fast eine eigene Liturgie darstellt. Dabei braucht „Messe I.X – VI.X“ nicht einmal wirklich Texte, sondern kann sämtliche Gefühle und Momente der Erhabenheit lediglich durch die Musik transportieren. Aber wenn Garm dann zur Abwechslung doch einmal etwas singt [z.B. „Son of Man“], weiß man sofort wieder, warum sich sehr viele Bands einen Sänger wie Garm wünschen würden.

ULVER gehen ihren Weg konsequent weiter, verarbeiten ihre Einflüsse und Inspirationsquellen [seien es NURSE WITH WOUND oder andere] und bleiben trotzdem immer unverkennbar ULVER. Dass ich nicht in der Lage war, dieses Album besser zu beschreiben, zeigt nur noch einmal auf, wie vielfältig „Messe I.X – VI.X“ geworden ist und wie sehr sich dieses Album von anderen „gewöhnlicheren“ Scheiben abhebt. Ich möchte gar nicht wissen, in wie viele Nächten ich das Album noch hören werde. Nachdem „War of the Roses“ und „Childhood’s End“ nicht jedermanns Geschmack waren, zeigen hier ULVER fulminant auf, was in ihnen steckt. 6,5 Punkte!

Trackliste:
01. As Syrians Pour in, Lebanon Grapples with Ghosts of a Bloody Past
02. Shri Schneider
03. Glamour Box [Ostinati]
04. Son of Man
05. Noche Oscura del Alma
06. Mother of Mercy
Spielzeit: 00:44:44

Line-Up:
Kristoffer Rygg
Tore Ylwizaker
Jørn H. Sværen

Arctic Opera and Philharmonic Orchestra
Jonathan Jancsary [Squiggofant]
22.12.2013 | 15:18
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