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"Nette Werkschau" | ||||||||||||||||||
| Ich muss zugeben, dass mir der Film “Wicked Lake” rein gar nichts sagt, sodass ich umso verwunderter war, dass Al Jourgensen, durch die inzwischen ad acta gelegten MINISTRY hinlänglich bekannt, für den Soundtrack des Streifens verantwortlich zeichnet. Das Ganze heißt dann auch schlicht und ergreifend „The Wicked Soundtrack by Al Jourgensen“, klar. Der Film selbst dreht sich übrigens um vier eher leicht bekleidete Mädels, die zu einer einsamen Hütte in den Bergen fahren, um dort von, Überraschung, vier Typen heimgesucht zu werden, ehe um Mitternacht, sprichwörtlich natürlich, die Hölle losbricht, sich das Blatt wendet und die Kerle gehörig eins auf die Mütze bekommen. – So böse oder großartig ist der Soundtrack dazu allerdings gar nicht, denn irgendwie wäre es weitaus spannender gewesen, wenn Jourgensen den Score zum Film hätte schreiben dürfen, denn immerhin hat er bereits im Zuge von „Robocop“, „Artificial Intelligence“ und „The Matrix“ Berührungspunkte mit der Filmindustrie gehabt, sodass eigens von ihm geschriebene Mucke die logische Weiterentwicklung gewesen wäre. Schade, denn dadurch mutiert der Soundtrack fast ausschließlich zur bunten Werkschau seines eigenen Labels, 13th Planet Records, während nur mit „Cuz U R Next“ tatsächlich unveröffentlichtes Material am Start ist. Gerade dieser Song dürfte MINISTRY-Fans interessieren, da er die letzte Zusammenarbeit von Jourgensen mit Paul Raven, der vor knapp einem Jahr verstarb, darstellt. Ansonsten gibt es fast nur Altbekanntes, jedoch keine wirklichen Highlights auf dem Soundtrack, auf dem sich Bands wie PRONG, ASCENSION OF THE WATCHERS, MINISTRY oder auch FALSE ICONS die Klinke in die Hand geben. Mit MESHUGGAH, THREAT SIGNAL und den eher lahmen HEMLOCK gibt es dann noch einige wenige ‚Fremdbeiträge’, die sich zwar größtenteils gut einreihen, aber ebenfalls hinlänglich bekannt sind. Insgesamt wirft vielmehr der Plot von „Wicked Lake“ die Frage auf, warum Al Jourgensen sich für so eine platte B-Story hergegeben hat. Davon abgesehen zählt natürlich nur der vorliegende Soundtrack, und der ist zwar musikalisch okay und vor allem für Neulinge in der Welt von 13th Planet Records ganz brauchbar, aber allen anderen Hörern wird fast nichts geboten, was großartig neu ist oder nicht schon anderweitig erhältlich war. „The Wicked Soundtrack“ muss man also nicht unbedingt im Regal stehen haben. | ||||||||||||||||||
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