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Cover von Vreid -- Kraft
Band: Vreid Homepage  Metalnews nach 'Vreid' durchsuchenVreid
Album:Kraft
Genre:Black Metal
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:11.10.04
CD kaufen:'Vreid - Kraft' bei amazon.de kaufen
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Ja, es gibt sie noch, die Platten, die sich sofort beim allerersten Durchlauf im Hirn festsetzen und einem auch nach dem fünfzigsten Hören noch kein leichtes Gähnen entlocken. VREID heißt er, der neue Stern am eh schon hell leuchtenden norwegischen Musik-Himmel und entstanden ist er infolge der Supernova eines anderen: WINDIR. Nach dem Tod von Bandgründer Terje „Valfar“ Bakken haben drei der restlichen Mitglieder den Kopf nicht in den Sand gesteckt, sondern ihre Trauer in positive Energie umgewandelt und diese auf ihr Debüt-Album „Kraft“ gebannt. Genauer gesagt war es Bassist Hváll, der schon kurze Zeit nach der Auflösung WINDIRS den Drang verspürte, sich wieder musikalisch zu verwirklichen. Mit den beiden alten Weggefährten Steingrim (Schlagzeug) und Sture (Gitarre, Gesang) waren zusätzliche Mitstreiter schnell gefunden und den vakanten Platz an der zweiten Gitarre besetzte schließlich der hauptberufliche Tontechniker Ese, ein langjähriger Freund der Gruppe.


Gut gewählt scheint er, der Titel der Platte. Denn „Kraft“ verleiht sie sehr wohl durch das Anhören. Noch beeindruckender ist es allerdings, in was für eine verdammt gute Laune man dadurch befördert wird. Wie das erreicht wird? Indem Black Metal ganz einfach in einem tierisch rockenden Gewand präsentiert wird, als Referenzen führen die Macher selbst solche Größen wie SEPULTURA, alte METALLICA, MOTöRHEAD oder DEATH an. Die Betonung liegt hierbei natürlich auf dem Wort „Referenz“, denn ZU sehr hat man sich nicht an den genannten Grüppchen orientiert, geschweige denn sie etwa billig kopiert. Und natürlich hört man dem neuen Material an vielen Stellen noch an, dass die Schöpfer zuvor bei WINDIR tätig waren, der musikalischen Klasse von „Kraft“ tut das aber alles andere als schlecht. Dafür macht das Gros der Songs durch seine eigentümliche Mixtur aus viel Melodie, Rock und Schwarzmetall einen viel zu großen Spaß. Aufgrund des konstant hohen Niveaus des Albums fällt es deshalb auch schwer, einen Song herauszugreifen. Von den Schnelleren würde ich mich aber letzten Endes doch für das große Finale „Songen Åt Fangen“ entscheiden, bei dem sogar eine alte norwegische Volksmelodie aus der Feder eines gewissen Nordahl Grieg verarbeitet wurde. Des Weiteren gibt es auch eine komplette Ballade zu hören. Wer dabei auf den Text hört, wird schnell feststellen, dass „Empty“ nur einer einzigen Person gewidmet sein kann, nämlich Valfar. Der einzige Mini-Kritikpunkt liegt meines Erachtens im über dreieinhalb-minütigen, etwas zu (dunkel-)technoid ausgefallenen Intro zu „Helvete“. Mit der Erkenntnis im Hinterkopf, dass es sich hierbei um eines der letzten atmosphärischen Werke Valfars handelt, kann man indes besser verstehen, wieso VREID dann doch nicht davon ablassen konnten, es mit aufs Debüt zu nehmen. Die letzten zwei Minuten kommt allerdings wieder die Mosh-Fraktion voll auf ihre Kosten. Das kurze Intro des anschließenden „Unholy Water“ hätte besser nicht gewählt werden können: Zu hören gibt es nämlich das Geräusch einer Bierflasche, die gerade aus einem Sixpack gerissen wird. Genau hier liegt auch die Crux der Musik von VREID: Für den Alleinhörer Bier trinken und gemütlich abschalten, für den In-Der-Gruppe-Hörer Bier trinken und abfeiern. Vor allem für den zweiten Punkt eignen sich die Lieder von „Kraft“ hervorragend, ob nun live auf einem Konzert der Band oder einfach nur von CD in der trauten Gemeinschaft seiner Kumpels.


VREID legen mit „Kraft“ ein richtiggehendes Mords-Debüt vor, das, wie eingangs erwähnt, von positiver Energie nur so strotzt. Abwechslung wird in den rund vierzig Minuten reichlich geboten, es wird oft wild drauf losgeprügelt, nur um im nächsten Moment eine hitverdächtige Melodie nach der anderen aus dem Ärmel zu zaubern. Die schöne, komplett akustische Ballade trägt dazu bei, dass man am Ende nicht vollends abhebt. Sture macht seinen Job am Mikro auch verdammt gut und beweist an manchen Stellen, dass er nicht nur ein guter Krächzer ist, sondern auch über eine schöne cleane Stimme verfügt.
Deshalb: Kauft euch dieses Festival der Melodien (KAUFEN, nicht saugen!) und seht euch die Band vor allem auch live an. Auf der just bekannt gegebenen Europa-Tour 2005 mit ihren Label-Kollegen ENSLAVED führt es VREID unter anderem auch in einige deutsche Städte.

An den vollen 7 Punkten schrammt „Kraft“ zwar knapp vorbei, trotz allem kann man schon fast Angst haben vor diesem phantastischen Erstlingswerk. Black’n’Roll at its best! Weiter so, Jungs!

Trackliste:
1. Wrath Of Mine
2. Raped By Light
3. Helvete
4. Unholy Water
5. Eldast, Utan Å Gro
6. Evig Pine
7. Empty
8. Songen Åt Fangen


Sebastian König [sk]
08.12.2004 | 15:15
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