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Band: W.A.S.P. Homepage  Metalnews nach 'W.A.S.P.' durchsuchenW.A.S.P.
Album:Golgotha
Genre:Hard Rock, Heavy Metal
Label:Napalm Records
Bewertung:4.5 von 7
Releasedatum:02.02.15
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"Im scharlachroten Schatten des Idols"

Die Kalifornier W.A.S.P. galten einst als die schlimmste Band der Welt und riefen in allerlei U.S.-Bundesstaaten und einst auch in der BRD die Sittenwacht auf den Plan. Diese Zeit ist jedoch lange vorbei, denn Bandkopf Blackie Lawless hat ja zum Glauben gefunden und da kommt pubertäre Provokation denkbar schlecht an. Dennoch haben die Mannen den Spaß am Musikmachen nie verloren und wissen vor allem im Live-Sektor stets zu überzeugen. Ein neues Album darf es auch hin und wieder sein, weshalb mit „Golgotha“ das nächste Album der Truppe erscheint.

W.A.S.P. haben ein Problem. Und das heißt „The Crimson Idol“. Jene Platte schlug seinerzeit nämlich so dermaßen ein, dass Frontmann Blackie Lawless sie künftig als Blaupause für sämtliche Nachfolgealben verwendete. Gut, mit „Dying For The World“, dem rotzig-coolen „Helldorado“ oder auch dem in seiner elektronischen Abartigkeit irgendwie erfrischenden „Kill Fuck Die“ waren ein paar Lichtblicke dabei, aber spätestens seit dem 2002 erschienenen Doppelalbum „The Neon God“ veröffentlichen W.A.S.P. wieder alle paar Jahre die gleiche Platte – ein Muster, das auch von „Golgotha“ nicht durchbrochen wird. Das hat auch nichts damit zu tun, das Mr. Lawless – zumindest im Studio – nach wie vor ganz hervorragend singen kann, seine Band seit einiger Zeit eine gewisse Konstanz in ihrer Zusammensetzung aufweist und allen voran Gitarrist Doug Blair hier ein arschcooles Solo nach dem anderen zockt und in manch einer Nummer minutenlang vom Leder zieht. W.A.S.P. waren und sind schließlich eine großartige Band. Aber dennoch gleicht „Golgotha“ vor allem seinen beiden Vorgängeralben wie ein Ei dem anderen und weist auch ansonsten frappierende Ähnlichkeiten zum bisherigen Schaffen der Kalifornier auf: „Miss You“ ist die gleiche Ballade, die die Truppe seit „The Idol“ auf jedes ihrer Alben packt und Songs wie das hymnische, episch dahin stampfende „Fallen Under“ könnten ebenso auf „Dominator“ zu finden sein. Dazwischen gibt es im Grunde coole, aber im Hinblick auf den W.A.S.P.-Backkatalog weithin austauschbare Uptempo-Rocker wie den Opener „Scream“ oder „Shotgun“ und „Hero Of The World“, die natürlich großen Spaß machen, aber eben wenig originell sind. Etwas ausgefallener wird es mit dem ausladenden und absolut zwingenden „Slaves Of The New World Order“ oder dem dezent an „The Headless Children“-Zeiten erinnernden „Eyes Of My Maker“, das tatsächlich aus dem üblichen Songwriting-Schema des Blackie Lawless auszubrechen vermag. Auch in Sachen Sound gehen W.A.S.P. weit Jahrzehnten den gleichen weg und so lebt auch „Golgotha“ wieder von knochentrockenem, glasklarem Sound, dem es jedoch leider etwas an Druck und Kantigkeit fehlt – würden die Gitarren mehr braten, W.A.S.P. wären schon wieder ein Stück näher an ihrer wahren Form.

Es ist noch nicht einmal auszumachen, ob Frontmann Blackie Lawless die Ideen ausgehen, da er gar nicht nach neuen zu suchen scheint, sondern lieber alle Jahre wieder die gleiche Platte auf den Markt wirft. „Golgotha“ ist ein in jeder Hinsicht typisches W.A.S.P.-Album, das sich auf dem selben grundsoliden Niveau wie seine Vorgänger bewegt, sich aber auch höchstens minimal von ihnen unterscheidet. Fans greifen ohnehin zu, hören nach einigen Durchläufen aber dann trotzdem wieder einen der Klassiker.

Trackliste:
01. Scream
02. Last Runaway
03. Shotgun
04. Miss You
05. Fallen Under
06. Slaves Of The New World Order
07. Eyes Of My Maker
08. Hero Of The World
09. Golgotha


Line-Up:
Blackie Lawless - Vocals, Guitar
Doug Blair - Guitar
Mike Duda - Bass
Mike Dupke - Drums
Thomas Meyns [Metalviech]
01.10.2015 | 22:53
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