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Cover von Warrel Dane -- Praises To The War Machine
Band: Warrel Dane Homepage Warrel Dane bei Facebook Metalnews nach 'Warrel Dane' durchsuchenWarrel Dane
Album:Praises To The War Machine
Genre:Power Metal, Prog-Metal, Progressive, Thrash Metal
Label:Century Media
Bewertung:6.5 von 7
Releasedatum:25.04.08
CD kaufen:'Warrel Dane - Praises To The War Machine' bei amazon.de kaufen
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"Schweizer Messer für's Ohr vom Sangesmeister"

Wenn jemand ein Soloalbum veröffentlicht, über das im Vorfeld so viel berichtet, geschrieben und gesprochen wurde, fällt es schwer, Worte zu finden, die in dieser Form und Sinnbildlichkeit noch nicht bis zum abwinken durchgekaut wurden. Wenn diese Scheibe dann noch von einem Ausahmesänger wie WARREL DANE stammt, dessen Stimme bereits von tausenden beschrieben, gelobt und auch kritisiert wurde, hat man es gleich richtig schwer. Ich will's trotzdem mal versuchen.

Wenn jemand eine Geschichte, oder derer gleich mehrere, zu erzählen hat, so gibt es zwei Möglichkeiten, dies zu tun - entweder auf dem direkten Weg oder auf eher subtile Art und Weise. Seit den frühen SANCTUARY hat WARREL DANE immer sowohl mit metaphorischen Elementen als auch mit der lyrischen Faust in die Magengrube gearbeitet und "Praises To The War Machine" bildet da keine Ausnahme, was man bereits am Coverartwork ["Travis, ich will einen Bildband von Dir!!!" - der Verf.] erkennen kann. Musikalische Überraschungen muss der Fan zunächst mit der Lupe suchen, da die Einstiegssongs "When We Pray", "Messenger" und "Obey" genau das bieten, was man beim NEVERMORE-Fronter liebt und erwartet - druckvollen, rauen, aber dennoch melodischen und variablen Sound [der von Ex-SOILWORK Gitarristen Peter Wichers an den Reglern perfekt umgesetzt wurde] über dem, mal zornig fauchend, mal majestetisch erhaben, die Stimme des Meisters trohnt. Spannend wird's beim SISTERS OF MERCY-Cover "Lucretia My Reflection", das der bekennende Gothic-Fan DANE nach einer düster gesungenen Einleitung kurzerhand beim Kragen packt und beinahe komplett in seinen ureigenen Stil hineinzieht. Das Ergebnis ist ebenso kultig wie unwiderstehlich und es wird einige Leute geben, die diesen Track für Wochen nicht aus ihren Gehörgängen kriegen werden. Verspielt geht es nun weiter - das sarkastische "Let You Down" und der Musengesang "August" fügen dem bekannten Stil neue Elemente hinzu, die man in der Form von DANE bis dato noch nicht kannte, die aber prima ins Gesamtbild passen. Bei "Your Chosen Misery" wird es dann zum ersten Mal richtig gefühlsduselig, was neben all den wütenden, ironischen und kraftvollen Songs allerdings keinesfalls lahm wirkt, da DANE diesen Song mit makelloser Ausdruckskraft [auch instrumental] zelebriert, was den Track zu einem echten Evergreen macht. Die Messlatte ist weit oben und es folgt mit "The Day The Rats Went To War" ein rasanter Kracher, der mit Sicherheit einer der Livefavoriten der Scheibe ist. Danach gewährt WARREL DANE einen der wohl tiefsten Blicke in seine Seele und singt in "Brother" von tragischen Versäumnissen in der eigenen Familie. Wer dabei Zweckmässigkeit vermutet, wird spätestens bei der innbrünstig gesungenen Textstelle "... if i could erase one moment of pain, i'd throw away everything - even fame! ... " merken, dass hier echtes Herzblut fliesst. Diejenigen, die das Original von SIMON AND GARFUNKEL nicht kennen, würden hinter "Patterns" sicher niemals einen Coversong vermuten, da auch hier wieder ein vorhandener Titel in ein zackig-neues Gewand gesteckt wurde, das glatt vom Sangesmeister selbst stammen könnte. Fazit auch in diesem Fall : Symbiose bestens gelungen! Aber nun geht es in der Zielgeraden ein kleines Stück bergab, da "This Old Man", das textlich auf einer Kindheitserinnerung basiert, das hohe Niveau der Scheibe zwar, mittels netter Riffs, gerade noch so halten kann, aber, zumindest meiner Meinung nach, irgendwie platter, plätschernder und nicht sonderlich ansprechend rüberkommt. Was im direkten Vergleich zu Songs wie dem abschließenden "Equilibrium", das einen zunächst mit Doublebassattacken überrollt und schliesslich von einem tollen Leadgitarrensolo zersägen lässt, auch kein Wunder darstellt.

Eine fast gänzlich runde Sache also, die erste Soloscheibe von WARREL DANE. Da prodktionstechnisch, musikalisch, lyrisch und auch gefühlsmäßig kaum Wünsche offen bleiben, sollte "Praises To The War Machine" ganz oben auf der CD-Wunschliste eines jeden Metalfreaks stehen. Ein dutzend Tracks, die in den verschiedensten Lebenslagen und Stimmungen genieß- bzw. anwendbar sind, finden sich nicht oft in so beindruckender Qualität auf einem einzigen Silberling vereint. Allein jene, denen die Stimme von "Seattle's Finest" schon immer auf den Keks ging, sollten auch um diese Veröffentlichung einen Bogen machen, wissend, dass ihnen hier ein verdammt gutes Album durch die Lappen geht.

Trackliste:
01. When We Pray
02. Messenger [feat. Jeff Loomis]
03. Obey
04. Lucretia My Reflection [SISTERS OF MERCY-Cover]
05. Let You Down
06. August
07. Your Chosen Misery
08. The Day The Rats Went To War [feat. James Murphy]
09. Brother
10. Patterns [SIMON & GARFUNKEL-Cover]
11. This Old Man
12. Equilibrium
Spielzeit: 00:40:06

Line-Up:
Warrel Dane - Gesang
Peter Wichers - Gitarre und Bass
Matt Wicklund - Gitarre und Bass
Dirk Verbeuren - Schlagzeug
Werner Heinz [sOULiON]
24.04.2008 | 23:59
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