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Album:Unborn Again
Genre:Thrash Metal
Label:Pulverised Records
Bewertung:4 von 7
Releasedatum:25.09.09
CD kaufen:'Whiplash - Unborn Again' bei amazon.de kaufen
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"Leider keine Granate"

WHIPLASH sind definitiv tragische Figuren des Metals. Die 1984 gegründete als Truppe [übrigens mit dem Triple-Tony: Tony Portaro, Tony Bono und Tony Scaglione] hat mit ihrem Debütalbum "Power And Pain" [1985] einen großen Thrash-Klassiker veröffentlicht, zwei starke Alben ["Ticket To Mayhem", 1987 und "Insult To Injury", 1990] nachgelegt, um sich dann sang- und klanglos nach dutzenden Line Up-Wechseln aufzulösen. 1996 der neue Anlauf mit zwei weiteren Alben [und weiteren Line Up-Problemen], dann die Reunion im "Power And Pain"-Line Up, die das "Thrashback"-Album [1998] hervorbrachte. Kurz darauf der Tod von Bassist Tony Bono, die erneute Auflösung. Jetzt, elf Jahre später mit "Unborn Again" der nächste Anlauf. Vor so viel Durchhaltevermögen muss man einfach Respekt haben.

Auf "Unborn Again" gibt mit Drummer Joe Cangelosi übrigens ein alter Bekannter seinen Neueinstand. Schließlich hat er damals schon "Ticket To Mayhem" und "Insult To Injury" eingetrommelt [und auf "Cause For Conflict" von KREATOR anno 1995 für offene Münder gesorgt - man höre sich nur mal "Prevail" genauer an!]. Und auch auf "Unborn Again" glänzt Joe ganz offensichtlich mit vielen Fills, Breaks und sonstigen Einschüben, aber leider glänzt auf erstes Hören und Sehen hin auch nicht viel mehr auf der Scheibe. Der Gesang von Tony Portaro ist sehr schwachbrüstig geraten, die Produktion von Thrash-Legende Harris Johns [VOIVOD, CORONER, KREATOR, SODOM, TANKARD etc.] ist zwar old school, aber wenig druckvoll und das Cover von Ed Repka [MEGADETH, DEATH etc.] ist eine Katastrophe. Zwar werden viele alte WHIPLASH-Cover wieder aufgegriffen, was ein nettes Gimmick ist, das Teil aber auch nicht mehr retten kann. Pfui! Wichtiger als das ganze Gedöns ist natürlich die Musik: Bei vielen Songs thrashen WHIPLASH zwar in altbekannter Tradition ["Float Face Down", "Feeding Frenzy"], aber es gibt auch viele langsamere Songs, bei denen deutlich alte Rockhelden wie LED ZEPPELIN [vor allem "Firewater"] Pate standen. Klar, eigentlich keine große Sache, aber bei einer Band wie WHIPLASH muss man das erstmal verdauen, zumal die Songs nur okay und nicht außergewöhnlich sind. Da wären den meisten WHIPLASH-Fans wohl ein paar mehr Thrash-Granaten lieber gewesen. Leider ebenfalls ein kleiner Tiefpunkt ist das MONTROSE-Cover "I've Got The Fire" [bei MONTROSE stand übrigens kein Geringerer als CHICKENFOOT/ex-VAN HALEN-Sänger Sammy Hagar hinter dem Mikro] geworden, das von Joe Cangelosi gesungen wird. Da seine Stimme durch den Verzerrer gejagt wurde, kann man sich allerdings kein wirkliches Urteil über seine Sangeskünste erlauben. Jedenfalls wurde der Song durch zwei böse und deutlich hörbare Schnitte [!] regelrecht kaputt gemacht. Aber auch ohne die Fehler könnte die Version nicht mit der überrotzigen IRON MAIDEN-Liveversion von der "Sanctuary"-Single mit Paul Di'Anno am Gesang mithalten [MAIDEN haben den Song mit Bruce Dickinson übrigens nochmal "sauberer" gecovert - die Version stand auf der "Flight Of Icarus"-Single].

Mit einem Paukenschlag haben sich WHIPLASH demnach nicht zurückgemeldet. "Unborn Again" ist eine etwas seltsame Scheibe, die zwar keineswegs schlecht ist, aber auch nicht vorbehaltslos gefallen will. Nach ein paar Durchläufen wirkt das Ganze zwar etwas homogener, trotzdem ist das Teil keine wirkliche Granate. WHIPLASH-Fans können sich freuen, dass ihre Lieblingsband einen neuen Anlauf gewagt hat, aber ein zweites "Power And Pain" oder "Ticket To Mayhem" sollte niemand erwarten.

Trackliste:
01. Swallow The Slaughter
02. Snuff
03. Firewater
04. Float Face Down
05. Fight Or Flight
06. Pitbluss In The Playground
07. Parade Of Two Legs
08. Hook In Mouth
09. I've Got The Fire
10. Feeding Frenzy
Spielzeit: 00:42:58

Line-Up:
Tony Portaro - Vocals, Guitar
Rich Day - Bass, Backing Vocals
Joe Cangelosi - Drums, Backing Vocals
Michael Siegl [nnnon]
27.09.2009 | 13:50
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